Kunst im Café: Ein Konzept, das aufgeht

Gastronomie

Bunt zusammengewürfelt und trotzdem stimmig: So zeigt sicht das Kunst-Café nahe der Persiluhr seit inzwischen schon einem Jahr. Am Sonntag (9.12.) feiert das Lokal seinen ersten Geburtstag.

Lünen

von Kristina Gerstenmaier

, 08.12.2018, 16:50 Uhr / Lesedauer: 2 min
Sandra Fasse-Hüsing (Mitte, daneben Ehemann Heinrich Fasse) sagt: „Ich stehe nicht allein.“ Statt dessen fühlt sie sich als Teil eines Teams.

Sandra Fasse-Hüsing (Mitte, daneben Ehemann Heinrich Fasse) sagt: „Ich stehe nicht allein.“ Statt dessen fühlt sie sich als Teil eines Teams. © Kristina Gerstenmaier

Ein Café wie ein Wimmelbild: Die Lampenbedeckungen bestehen aus dicken gläsernen Spatzen, die Wände schmücken Bilder unterschiedlicher Stile und Künstler, auf den Tischen stehen Holzskulpturen neben Weihnachtsschmuck, gut gefüllte Bücherregale reichen bis zur Decke, Tische, bei denen keiner dem anderem gleicht, eine wie ein Panaromafenster anmutende Landschaftstapete im hinteren Teil, davor Staffeleien, an der Wand ein langes Sideboard voller Töpfchen, Tuben, Pinsel und Döschen, Regale mit Fair-Trade-Produkten, daneben ein Kinderspielbereich. Doch eines ist stimmig: die Atmosphäre.

Peter Milcarek (62) hat Gefallen an dem Café gefunden und kommt zwei-bis dreimal pro Woche zum Zeitungslesen und Kaffeetrinken.

Peter Milcarek (62) hat Gefallen an dem Café gefunden und kommt zwei-bis dreimal pro Woche zum Zeitungslesen und Kaffeetrinken. © Kristina Gerstenmaier

Trotz der Größe des Raumes ist es gemütlich, warm, es duftet nach Kuchen und Kaffee. Es gibt Winkel-Tische und plüschige Sessel. „Ich fühle mich sehr wohl hier“, sagt Peter Milcarok. Zwei bis dreimal die Woche sitzt der 62-Jährige mit Kaffee und Zeitung an einem der Fensterplätze. „Ich mag die Atmosphäre. Alles zusammen, die Einrichtung, das Personal, sorgen dafür.“ Im hinteren Teil stecken drei alte Freundinnen die Köpfe zusammen, sie haben sich lange nicht gesehen. „Hier ist ein richtiger Rückzugsort. Hier können wir echte Frauengespräche führen“, heißt es aus der Runde.


Innerhalb von sechs Wochen eröffnet
Kaum länger als ein Jahr ist es her, dass Sandra Fasse-Hüsing mit ihrem Mann Heinrich Fasse an dem leer stehenden Ladenlokal vorbeispazierte. Zuhause wartete die Mietverlängerung ihres Ateliers, in dem sie malte und Workshops durchführte, auf ihre Unterschrift. „Nichts sprach dagegen, zu unterschreiben“, erzählt die 53-Jährige. „Aber als wir sahen, wie das Licht in den hinteren Teil von oben einfiel und eine tolle Stimmung zauberte, ist diese neue Idee gewachsen.“

Jeden Samstag bietet Inhaberin Sandra Fasse-Hüsing Kunst-Worshops für Kinder und Erwachsene an.

Jeden Samstag bietet Inhaberin Sandra Fasse-Hüsing Kunst-Worshops für Kinder und Erwachsene an. © Kristina Gerstenmaier

Innerhalb von nur sechs Wochen - die Eröffnung sollte unbedingt vor Jahresende stattfinden - arbeitete die gebürtige Lünerin bis spät in die Nacht, setzte künstlerische Ideen um und machte die ehemalige Schlecker-Filiale innerhalb kürzester Zeit eröffnungsreif.

Jubiläums-Feier:
Im Zentrum der Geburtstagsfeier des Kunst-Cafés, Münsterstraße 24, am Sonntag, 9. Dezember, steht, eine Typisierungs-Aktion, um das Leben eines leukämie-kranken Kindes zu retten. Dazu gibt es zwischen 11 und 21 Uhr Malaktionen für Kinder und Erwachsene, Kinderschminken, Live-Musik, eine Feuershow und eine Versteigerung. Alle Einnahmen aus werden an das Stammzellen-Register gespendet.

Das grobe Konzept: die Waffeln am Stil, die das Paar seit 27 Jahren am Dortmunder Hauptbahnhof verkauft mit den Kunst-Workshops unter einem Dach zu vereinen. Dazu gibt‘s täglich selbst gebackenen Kuchen und Frühstück, ab und zu Live-Musik, Kunstaktionen für Kinder und Erwachsene und ab Januar Freitagsabends Tango.


Mehrere Generationen an einem Tisch
„Ich bin super zufrieden“, sagt Fasse-Hüsing. Während das Team in der ersten Jahreshälfte erst noch zusammen wachsen musste, Kunden sich an lange Wartezeiten (jedes Frühstück wird frisch zubereitet) erst einmal gewöhnen musste, „ist inzwischen eigentlich nichts mehr schwierig.

Vögel im Raum und Kunst an der Wand.

Vögel im Raum und Kunst an der Wand. © Kristina Gerstenmaier

Ich habe super Mitarbeiter und tolle Kunden.“ Seit Oktober schreibt das Café sogar schwarze Zahlen. „Vor allem zwei Dinge wollte ich mit diesem Ort erreichen“, erzählt die Inhaberin. Zum einen diesen Ort als Plattform zu nutzen, anderen zu helfen. In Zusammenarbeit mit dem Norddeutschen Knochenmark- und Stammzellspender-Register sucht sie per Typisierung Spender für Leukämie-kranke Kinder.

Im kommenden Jahr möchte sie ein Projekt in Uganda unterstützen. Zum anderen war es ihr Traum, verschiedene Generationen an einen Tisch zu bringen. „Beides funktioniert ganz wunderbar“, sagt Sandra Fasse-Hüsing.

Mehr Infos gibt es auf der Homepage des Cafes.

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