Langes Warten auf Corona-Testergebnisse in Lünen: Hoffen und Bangen

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Der Mannschaftskollege war an Corona erkrankt - das gesamte Fußball-Team musste auf Covid-19 getestet werden. Nicht alle erhielten die Ergebnisse schnell. Der Kreis erklärt, woran das liegt.

Lünen

, 04.10.2020, 16:15 Uhr / Lesedauer: 2 min

Es war eine Zeit des Hoffens und Bangens bei den Fußballern des SV Preußen. Wegen der Corona-Erkrankung eines Mitspielers musste das gesamte Team auf Covid-19 getestet werden. Das war am Samstag (26.9.). Während ein Teil die Ergebnisse schnell erhielt, mussten anderen mehrere Tage warten. „Das war nicht schön. So etwas zieht ja einen Rattenschwanz hinter sich her“, sagt Stefan Urban, Trainer beim SV Preußen.

Die Angst, andere anzustecken

14 Tage Quarantäne sei das eine, aber das Hoffen und Bangen, ob man selbst infiziert ist, das andere. Denn dabei geht es nicht nur um einen selbst, sondern auch um die so vielleicht ansteckungs-gefährdete Partnerin, die im Kindergarten oder in der Pflege arbeitet. „Man hat ja Familienangehörige, mit denen man eng zusammenlebt, das Bett teilt. Die kommen auch mit vielen Menschen in Kontakt“, schildert Urban, was ihm die ganze Zeit durch den Kopf ging.

An den handelnden Personen übt er keine Kritik. „Die Leute beim Kreisgesundheitsamt waren alle nett. Die haben sich gekümmert und bemüht, aber die Struktur ist nicht gut“, hat Urban am eigenen Leib festgestellt. „Und das ist unbefriedigend.“

Vieles hängt an den Testlaboren

Dass die Situation so ist wie sie ist, will auch Constanze Rauert, Sprecherin des Kreises Unna und somit des Kreisgesundheitsamtes, nicht in Abrede stellen. Das Gesundheitsamt selbst habe auf viele Dinge selbst keinen Einfluss - vor allem auf das Eintreffen der Untersuchungsergebnisse aus den Testlaboren.

„Da warten wir auch händeringend drauf“, erklärt Constanze Rauert, „vielleicht sogar noch mehr als die Betroffenen selbst“, sagt sie. „Denn wir brauchen Klarheit. Ist jemand positiv getestet worden, dann gilt es für uns, Kontaktpersonen zu ermitteln und eine weitere Ausbreitung zu verhindern. Denn eine Infektion zieht Kreise.“

Steigende Fallzahlen führen zur Überlastung

Dass die Fallzahlen derzeit wieder steigen, erschwert die Sache deutlich. Die Labore sind deutlich ausgelasteter als noch vor ein paar Wochen - und kommen irgendwann an ihre Kapazitätsgrenzen. „Wir können dann natürlich nicht warten, bis die wieder Zeit haben, sondern suchen ein anderes Labor für unsere Proben“, erklärt Rauert. Und gerade bei den vielen Schulklassen und Vereinsgruppen, die gerade getestet werden, könnte es passieren, dass nicht alle Proben einer Gruppe in ein und demselben Labor untersucht werden.

Mehr jüngere Menschen betroffen

„Das Problem ist auch, dass jetzt vermehrt Jüngere betroffen sind“, erklärt Rauert - und appelliert daher an alle, dass jeder für sich vorsichtig ist. Denn ein ganzes Stück weit sei jeder für seine eigene Gesundheit selbst verantwortlich.

Das sehen auch viele Arbeitgeber so - und so blickt Stefan Urban vom SV Preußen mit bangem Blick auf die Zukunft des Mannschaftssports. „Wir haben Auszubildende im Team. Zwei Wochen Quarantäne, das wird ganz schwierig, wenn das öfter vorkommt.“ Auch bei Handwerkern oder Mitarbeitern in kleineren Betrieben meutert mancher Chef, dass der Mitarbeiter „nur wegen Scheiß-Fußball“ ausfalle.

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