Leben in New York - arbeiten für Dior und Chanel

Lüner in den USA: Jan Irzykowski

Zusammen mit seiner Frau Cristina und seinem Sohn siedelte Jan Irzykowski vor einigen Wochen nach New York über, um dort für drei Jahre berufliche Erfahrungen zu sammeln. Redakteurin Beate Rottgardt fragte ihn, ganz zu Beginn, wie es ihm bislang ergangen ist.

LÜNEN/NEW YORK

, 04.11.2016, 11:11 Uhr / Lesedauer: 3 min

Wie verliefen die ersten Wochen in der neuen Heimat?

Ich musste direkt an dem Montag, nachdem wir angekommen waren, anfangen zu arbeiten, was die Apartmentsuche etwas erschwert hat. Wir haben die ersten 17 Tage bei einem netten lateinamerikanischen Pärchen gewohnt, das uns toll aufgenommen hat und mit dem wir jetzt auch weiterhin Kontakt haben und uns gegenseitig zu Grillpartys oder zum Essen einladen. Beruflich war es kein Problem wieder reinzukommen und es ist diesmal auch viel schöner, zu wissen, dass man abends zu seiner Frau und seinem Sohn nach Hause kommt.

Haben Sie und Ihre Familie sich schon gut eingewöhnt?

Wir haben uns alle recht schnell eingewöhnt, für mich war es ja keine so große Umstellung, da ich ja schon das meiste aus meiner Zeit vorher kannte (Irzykowski arbeitete zuvor Probe bei dem neuen Unternehmen, Anm. d. Red.). Für unseren Sohn war es ein wenig schwieriger, da man ihm das noch nicht richtig erklären kann, was denn eigentlich nun Sache ist.

Jetzt lesen

Aber nachdem wir dann unsere eigene Wohnung bezogen haben und unsere Möbel endlich angekommen sind, und natürlich dabei auch seine gesamten Spielsachen, hat er dann auch gemerkt, dass er zu Hause und alles in Ordnung ist. Das tolle Wetter hier (über 30 Grad und fast immer Sonnenschein) ermöglicht es uns ja auch jeden Tag draußen sein zu können.

Haben Sie ein schönes Zuhause gefunden?

Wir haben recht schnell durch einen tollen „real estate agent“ (Immobilienmakler) eine schöne Wohnung in einer netten Nachbarschaft in Ridgewood sehr nahe bei Glendale gefunden. Wir haben sogar das seltene Glück eine Terrasse, die aus der Küche zu benutzen ist, und einen kleinen Garten zu haben, was für uns und besonders Luca natürlich toll ist, da wir auch zu Hause dann die meiste Zeit im Garten verbringen.

Mit was beschäftigen Sie sich gerade beruflich?

Ich koordiniere mittlerweile die Produktion von den beiden größten Kunden Dior und Chanel und wir stehen kurz vor dem Beginn der Produktion der nächsten Saisonschaufenster. Gegenwärtig baue ich mit meinem Team einen „Pop up store“ von Chanel und eine Fensterdekoration über zwei Etagen die aus einer riesigen Blume mit überdimensionalen Blüten bestehen wird.

Haben Sie und Ihre Familie auch schon einiges von New York oder den USA gesehen?

Die typischen Touristen-Spots von Manhattan haben wir uns natürlich schon mal angeschaut, aber wir haben gemerkt, dass Brooklyn auch enorm viel Spannendes und Interessantes zu bieten hat und man daher gar nicht immer in die City fahren muss, um Kunst, Kultur, gutes Essen oder Spaß zu haben. Gerade Williamsburg und Greenpoint haben tolle Restaurants, Bars, Ateliers und schöne Parks.

Jetzt lesen

Was gibt es denn so Besonderes dort?

Zum Beispiel findet jeden Samstag in Williamsburg direkt am East River der sogenannte „Odd market“ statt. Dort haben viele unbekannte Köche ihre kleinen Stände und preisen ihre ausgefallenen Genuss-Ideen an. So mancher Stand hat von dort aus auch schon richtig Karriere gemacht und ein oder mehrere Restaurants eröffnet.

Am „Rockaway beach“ waren wir natürlich auch, mal ein bisschen Sonne tanken und baden und die Aussicht auf den Ozean genießen. Und gerade dieses Wochenende haben wir einen Freund in Newport, Rhode Island besucht und uns da mal die wunderschöne Gegend und die herrlichen Anwesen der Superreichen vom Anfang des 20. Jahrhunderts angeschaut und viel Seafood genossen.

Dafür habe ich mir dann auch mal zwei Tage Urlaub genommen und somit eine kleine Auszeit von dem anstrengenden Umzug und der vielen Arbeit genommen.

Wie groß ist der Unterschied zwischen dem Leben in Lünen und in den Staaten?

Der Unterschied ist natürlich vorhanden, man muss sich viele neue Dingen anpassen und lernen, mit der Art und der anderen Kultur der Menschen hier umzugehen. Aber im Endeffekt sind es alles nur unglaublich viele Kleinigkeiten, die den Unterschied zu Europa ausmachen.

Obwohl man auch sagen muss, dass New York jetzt nicht typisch USA ist, da es so was von multikulturell ist, dass man das Gefühl hat: Die gesamte Welt trifft sich hier in dieser verrückten und aufregenden Stadt, die voller Abenteuer und Möglichkeiten steckt.

Im Endeffekt hat sich unser gesamtes Leben verändert in tausend vielen Kleinigkeiten und ist trotzdem irgendwie das Gleiche geblieben. Aber bisher bereuen wir unsere Entscheidung kein bisschen und freuen uns über jeden neuen Tag und jede Erfahrung, ob positiv oder negativ, die wir hier machen dürfen.

Für drei Jahre nach New York

Jan Irzykowski ist gelernter Schreiner.

Nach der Lehre wechselte er in die Eventbranche, machte sich selbstständig, arbeitete im Bereich Messebau und studierte dann Kommunikationsdesign.

In New York arbeitet er drei Jahre lang beim Schweizer Franco Goette, der dort eine erfolgreiche Firma für besondere Schaufenster-Gestaltung hat.

Jetzt lesen

Jetzt lesen

Jetzt lesen

Jetzt lesen

Jetzt lesen

Lesen Sie jetzt