Lernen mit Maske: So organisieren die weiterführenden Schulen den Start

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Für 8.800 Lüner Schüler startet die Schule. Eine Herausforderung in Corona-Zeiten. Die weiterführenden Schulen bereiten sich vor. Künftig werden Wiesen und Spielplätze zu Schulhöfen.

Lünen

, 11.08.2020, 18:00 Uhr / Lesedauer: 4 min

Schule für alle, so soll es nach den Sommerferien sein. Das betrifft 8.800 Schüler in Lünen. An den elf weiterführenden Schulen müssen die Schüler ihre Maske nicht nur auf dem Schulgelände, sondern auch während des Unterrichts tragen. Zunächst bis zum 31. August. Eine Ausnahme gibt es lediglich bei Unwohlsein oder beim Sport: Der findet bis zu den Herbstferien im Freien statt.

Wer die Maske aus gesundheitlichen Gründen nicht tragen kann, muss ein Attest vorlegen. So sind die Vorgaben des Landes. Händewaschen und Desinfektion bleiben Pflicht. Sollte ein Corona-Fall auftreten, gibt es klare Richtlinien. Das Gesundheitsamt wird eingeschaltet und mögliche Kontakte nachverfolgt.

Wir haben die weiterführenden Lüner Schulen gefragt, wie sie den Start organisieren und die wichtigsten Punkte aufgeschrieben.

Ludwig-Uhland-Realschule:

Damit die Schüler auf dem Pausenhof Abstand halten können, werden benachbarte Wiesen zum Schulgelände. Jeder Jahrgang hat festgelegte Pausen. Die Flächen wie auch die Eingänge werden jedem Jahrgang zugewiesen. Alle Wege sind so geregelt, dass bestimmte Jahrgangsstufen nur bestimmte Bereiche nutzen. Falls jemand aus gesundheitlichen Gründen die Maske nicht tragen darf und ein Attest vorgelegt hat, kann auch ein Gesichtsvisier genutzt werden. Die Unterrichtszeiten ändern sich nicht, sie entzerren sich aber, da manche Klassen erst zur zweiten Stunde kommen.


Realschule Altlünen:
Seit Jahren wird eine Schul-App genutzt, deren Chat-Funktion sich in Corona-Zeiten als hilfreich erwiesen habe. Eltern können schnell informiert werden. Wegen der Corona-Pandemie darf Unterricht ausschließlich im Klassenverband sein. Der Wahlpflichtunterricht in Biologie, Technik, Informatik, Französisch und Sowi ist eigentlich jahrgangsübergreifend. Der soll nun im Distanzlernen stattfinden oder so, dass nur bestimmte Teile des Kurses an bestimmten Tagen kommen. Mit dem Lernen per Video habe die Schule während des Lockdowns gute Erfahrungen gemacht. Da die Schüler ja ohnehin in der Schule sind, können sie ihre Arbeitsblätter für den Wahlpflichtunterricht auch dort abgeben.

Gymnasium Altlünen:

Nur zum Trinken oder Essen mit Abstand auf dem Schulhof darf die Maske abgenommen werden. Die Einbahnstraßenregelung ist aufgehoben worden, weil die Schule viel Platz bietet. Da nur wenige Schüler mit dem Bus kommen, ist die Unterrichtszeit nicht gestaffelt. Die Schüler sollen zügig in die Klassen gehen. In die Cafeteria können sie nur zu festgelegten Zeiten. Der Schulhof ist in drei Bereiche aufgeteilt: Die Jahrgänge 5 bis 7 sind im Norden, 8 bis 9 im Süden und die Oberstufe am Rondell.

Käthe-Kollwitz-Gesamtschule:
Einbahnstraßen in Treppenhäusern funktionieren nicht, es gebe aber viele Eingänge und ein Rechts-Geh-Gebot. Nach jeder Doppelstunde haben die Schüler 20 Minuten Pause. Neben Waschbecken in den Klassen und Flächendesinfektion wie an allen anderen Schulen auch gebe es zusätzlich elf Händesdesinfektionsspender an zentraler Stelle.

Profilschule:
Für die Pause ist der Schulhof größer geworden. Jetzt wird auch der Schulgarten mitgenutzt. Dorthin gehen die Klassen 5 und 6. Mehr Lehrer werden Pausenaufsicht führen. Die Schule hat durch einen weiteren Eingang jetzt drei, die von jeweils von zwei Jahrgängen genutzt werden. Sie sind farblich markiert. In den Treppenhäusern herrscht Rechtsverkehr, das ist mit Pfeilen deutlich gemacht.

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Förderzentrum Nord:
Im Werk- oder Musikunterricht müssen anschließend alle Geräte oder Instrumente desinfiziert werden. Kochen im Hauswirtschaftsunterricht ist nicht erlaubt, stattdessen werde Wäschepflege oder Putzen vermittelt. Die Mittagspause wird versetzt. Die Hälfte der Schüler hat in den ersten 30 Minuten Pause, die andere danach. Das Essen ist portioniert verpackt und wird im Klassenraum eingenommen. Derweil sind die anderen Schüler auf dem Schulhof.

Freiherr-vom-Stein-Gymnasium:
In den Pausen verlässt die Unterstufe das Gebäude, die Sekundarstufe II kann im Gebäude bleiben. Wer essen möchte, muss allerdings nach draußen. Auf dem Schulhof gibt es abgeteilte Bereiche. Die Cafeteria kann nur nach Handdesinfektion betreten werden. Man stellt sich in einer Reihe an. Statt warmem Mittagessen gibt es Snacks. Auch die müssen draußen verzehrt werden. Unterrichtet wird in Klassen mit fester Sitzordnung und möglichst wenig Gruppenarbeit.

Realschule Brambauer:
Die Schüler werden an den fünf Eingängen abgeholt, weil das Gebäude für eine Einbahnregelung nicht geeignet ist. Sie bleiben immer zusammen und dürfen sich nicht alleine durchs Haus bewegen. Die Besonderheit an der Schule: Die Wahlpflichtkurse (7-9) werden nicht mehr jahrgangsübergreifend gemischt, sondern die Jahrgänge bleiben in den Wahlpflichtfächern zusammen. Und nicht nur da, sondern generell. So ergeben sich neue Klassenzusammensetzungen. Die Anfangszeiten sind gestaffelt, so dass bei manchen Klassen die erste Stunde komplett wegfällt. Das ergibt sich aus dem Systems des Abholens.

Heinrich-Bußmann-Schule:
Ein Einbahnstraßensystem gibt es nicht, dafür aber bis einschließlich Montag (17.8.) versetzte Anfangszeiten. Damit sich die Schüler nicht in die Quere kommen, ist für jede Klasse eine Aufstellflächen markiert. Dort holt der Lehrer die Klasse ab, zum Unterricht und auch nach Pausen. So betreten die Schüler nacheinander das Gebäude. Das ändert sich am Dienstag (18.8.), dann haben alle Schüler die gleiche Anfangszeit. Man wolle testen, wie die neuen 5. Klassen mit den Vorgaben zurecht kommen. Der Schulhof ist klassenweise geteilt: Die 5. und 6. Klassen dürfen den separaten Spielplatz nutzen, die Klassen 7 und 8 sind am Tennisplatz und der Turnhalle und die Jahrgänge 9 und 10 auf dem großen Schulhof. Das Essen ist auf dem Schulhof untersagt. Trinken ist im Klassenraum möglich, weil man da mal schnell die Maske wieder aufsetzen kann. Wer essen möchte, darf das auch nur im Klassenraum. Es ist aber nur zwei oder drei Kinder gleichzeitig gestattet, zum Essen die Maske abzusetzen. Am Kiosk werden nur noch verpackte Getränke und Snacks verkauft.

Lippe Berufskolleg:
Am Lippe Berufskolleg mit 2000 Schülern in 34 Bildungsgängen hat es vor den Ferien einen Corona-Fall gegeben. Aufgrund des Schutzkonzeptes habe sich niemand angesteckt. Die Schule hat zusätzlich zu Waschbecken in den Klassen auch in den Eingangsbereichen Desinfektionsständer aufgestellt. Neu ist, dass Schüler in den Pausen auch in den Klassenräumen bleiben dürfen, zusätzlich zu Pausenraum und Schulhof. Hinter den drei Schulgebäuden sei ausreichend Platz. Die Anfangszeiten zum Unterricht bleiben. Durch die zehn Eingänge entzerre sich der Ansturm.

Geschwister-Scholl-Gesamtschule:
Die schon vor den Ferien organisierte Einbahnstraßenregelung im Gebäude wird beibehalten, um die Schülerströme zu regeln. Dazu gibt es auch andere Pausenzeiten, ausgenommen für die Oberstufe. Die Klassen 5-7 gehen 15 Minuten früher in die 1. Pause, die Klassen 8-10 15 Minuten früher in die 2. Pause. Nur zum Mittagessen darf die Mensa betreten werden. Auch dort gibt es gestaffelte Zeiten, die Jahrgänge sitzen an zugeordneten Plätzen. Die Cafeteria organisiert den Verkauf durch das Fenster.

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