Busfahrer setzt sich über Corona-Regeln hinweg - mit Konsequenzen

hzSchienenersatzverkehr Lünen-Münster

Busfahrt von Lünen nach Münster: Dass ausgerechnet der Busfahrer die Maskenpflicht abschafft, darauf hätte eine Pendlerin lieber verzichtet. Das Verkehrsunternehmen reagiert schnell.

Lünen

, 05.10.2020, 18:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Seit Jahren fährt die Pendlerin mit der Bahn zwischen Lünen und Münster hin und her, seit die Strecke gesperrt ist, nimmt sie den Schienenersatzverkehr. Am vergangenen Mittwoch (30.9.) wartete dort ein Erlebnis auf sie, „auf das ich gerne verzichtet hätte“:

An dem Abend steigt die Frau, die ihren Namen nicht veröffentlicht wissen will, am ZOB in Lünen in den Schienenersatzverkehr ein. Schon kurz darauf meldet sich der Busfahrer per Durchsage. Er teilte mit, dass er „sobald er aus Lünen raus ist das (Innen-)Licht ausmache im Bus und alle ihre Masken absetzen können“, schildert die Frau, „so würde er es bis Davensberg machen.“ Genau so habe er das dann auch praktiziert.

Andere Fahrgäste nehmen Mundschutz ab

Sie sei „fassungslos“ gewesen, viele andere Gäste hätten den Mundschutz allerdings auch tatsächlich abgenommen. Am folgenden Morgen habe sie sich schließlich an die Eurobahn gewandt, aber noch keine Rückmeldung erhalten.

Wer seine Maske im Öffentlichen Nahverkehr nicht trägt, dem droht ein Bußgeld von 150 Euro, es ist ein Verstoß gegen die Coronaschutzverordnung. Verantwortlich für den Schienenersatzverkehr ist das Unternehmen Keolis, das die Eurobahn auf der Linie betreibt. Keolis hatte sich in der Krise bisher konsequent gegen Maskenverweigerer gezeigt.

Fahrer wird aus dem Dienst entfernt

Auf Nachfrage unserer Redaktion habe man den Vorfall am Sonntag (4.10.) bereits intern und beim zuständigen Busunternehmen aufgenommen und am Montag mit den erreichbaren Verantwortlichen gesprochen, teilt Keolis-Sprecherin Danica Dorawa mit.

„Dieses Verhalten hat sowohl bei uns als auch beim Busunternehmen für Erschütterung gesorgt. Der Busfahrer wird morgen (Anm. d. R. Dienstag, 6.10.) vom Dienst genommen“, heißt es weiter. Das unverzügliche Handeln sei ein Selbstverständnis. „Wir bitten die anwesenden Fahrgäste um Entschuldigung“, heißt es weiter.

Personal soll Vorbildfunktion haben

Die von der Pendlerin geschilderte Situation widerspreche in allen Punkten den geltenden Regeln, für die die Verkehrsunternehmen während der Corona-Pandemie einstünden.

Gerade weil der Mindestabstand in öffentlichen Verkehrsmitteln nicht immer gegeben sei, achte das Personal eindringlich auf Hygieneregeln und das Tragen des Mund- und Nasenschutzes.

Das Personal lebe diese Regeln vor, informiere die Fahrgäste regelmäßig über alle Schutz- und Sicherheitsmaßnahmen und stehe zudem für Fragen und Informationen zur Verfügung, so Dorawa weiter.

Mit der Aussage zur Maske waren die Unannehmlichkeiten für die Pendlerin übrigens noch nicht beendet: Als sie auf einem Streckenabschnitt alleine mit ihm im Bus war, habe er gefragt: „Stört es Sie, wenn ich eine rauche?“ Tatsächlich habe er sich kurz darauf eine Zigarette angesteckt.

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