Lockdown für Bienen nach Faulbrut-Ausbruch an der Stadtgrenze zu Lünen

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In einem Bienenstock an der Stadtgrenze zwischen Bergkamen und Lünen ist die Faulbrut ausgebrochen. Jetzt sind die Insekten in Oberaden, Weddinghofen sowie Teilen von Kamen, Lünen und Dortmund im Lockdown.

Bergkamen, Lünen

, 22.07.2020, 04:50 Uhr / Lesedauer: 2 min

Es war am 26. Mai, als ein Imker an der Grenze zwischen Oberaden und Lünen die amerikanische Faulbrut in seinem Bienenstock entdeckte. Dabei handelt es sich um ein Bakterium, das ganze Bienenstämme zum Absterben bringen kann.

Die Kreis-Veterinärbehörde richtete sofort eine Sperrzone rund um den Fundort ein, in der für Imker und ihre Bienenstöcke besondere Beschränkungen gelten.

Zur Sperrzone gehören alle Gebiete in drei Kilometern Umkreis um den Bienenstock, in dem die Bienenseuche ausgebrochen ist. Außer Oberaden gehört auch Weddinghofen dazu, Methler, der Lünener Süden und Stadtteile im Nordosten von Dortmund. „Dort ist allerdings das Veterinäramt in Dortmund zuständig“, erläutert Dr. Tobias Kirschner vom Kreis-Veterinäramt in Unna.

Die Bienenstöcke, die in der Sperrzone stehen, dürfen nicht an einen anderen Ort gebracht werden.

Die Bienenstöcke, die in der Sperrzone stehen, dürfen nicht an einen anderen Ort gebracht werden. © Tobias Larisch

Der betroffene Stock wurde gereinigt und desinfiziert

Die Bienen aus dem betroffenen Bienenstock wurden getötet und der gesamte Bienenstock gereinigt und desinfiziert. Da der Erreger der Faulbrut, das Bakterium „Paenibacillus Larvae“, leicht übertragbar ist, wurden auch alle anderen Bienenstöcke im Sperrbezirk kontrolliert.

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Im Kreis Unna waren alle Befunde negativ. Deshalb ging das Kreis-Veterinäramt davon aus, dass es im August eine zweite Kontrolluntersuchung anberaumen kann. Wenn auch sie negativ ausfällt, kann die Sperrzone wieder aufgehoben werden. Sie ist frühestens nach acht Wochen möglich.

Weiterer Fall im Dortmunder Teil der Sperrzone

Das Veterinäramt in Dortmund fand jedoch in der Sperrzone bei einem Bienenstock einen Fall von Faulbrut. Das hat die zweite Kontrolle verzögert. „Sie ist frühestens im September möglich“, sagt Kirschner.

In der Sperrzone dürfen die Imker ihre Bienenstöcke nicht wegbewegen. Sonst ist es üblich, dass sie die Stöcke dort aufstellen, wo sie sich eine besonders interessante Honigernte versprechen. „Es gibt sogar Imker, die ihre Bienen nach Fehmarn oder zu den Rapsfeldern im Sauerland bringen“, sagt Kirschner. Dadurch kann sich die Krankheit auch auf andere Bienenstöcke übertragen – und deshalb ist das Verlagern der Stöcke verboten.

Die Bienenkrankheit kann schon durch ein Glas Honig übertragen werden, wenn die Insekten daran naschen. Das für Menschen ungefährliche Bakterium kann im Honig lange überleben.

Die Bienenkrankheit kann schon durch ein Glas Honig übertragen werden, wenn die Insekten daran naschen. Das für Menschen ungefährliche Bakterium kann im Honig lange überleben. © Carolin West

Übertragung durch ein verseuchtes Glas Honig möglich

Die amerikanische Faulbrut ist besonders tückisch, weil Imker sie oft erst erkennen, wenn es schon zu spät für Gegenmaßnahmen ist. Der Erreger frisst die Maden, aus denen sich Bienen entwickeln, von innen auf. Das Bakterium, das für Menschen ungefährlich ist, kann schon durch ein Glas Honig übertragen werden. Bienen, die keine andere Nahrung finden, naschen dort gerne.

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