Lüften statt Luftreinigung: Lünen sieht seine Schulen gut gerüstet

hzUnterricht während Corona

Nordrhein-Westfalen will 50 Millionen Euro für die Anschaffung von Luftreinigern in Schulen bereitstellen. In Lünen sieht man die Situation gelassen - will aber trotzdem den Bedarf prüfen.

Lünen

, 29.10.2020, 09:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Regelmäßiges Lüften ist während der Corona-Pandemie Pflicht in den Schulen - es sei denn, es gibt einen adäquaten Luftreiniger. In Lünen ist das an fünf Schulen der Fall: An der Kardinal-von-Galen-Schule, der Geschwister-Scholl-Gesamtschule, der Overbergschule (Hauptstandort), der Viktoriaschule und der Schule am Lüserbach gibt es Lüftungsanlagen auch für Klassenräume. „Lüftungsanlagen in anderen Räumen – zum Beispiel Fachräume wie Chemie oder in sanitären Anlagen – gibt es an deutlich mehr Schulen“, ergänzt Stadtsprecher Benedikt Spangardt.

Die Lüftungsanlagen seien so eingestellt, dass in die Räume stets Frischluft geführt wird. „Die gebrauchte Luft wird über einen technisch getrennten Strang unmittelbar nach Außen geleitet, ohne durch weitere Räume geführt zu werden. Es findet also keine ,Umwälzung‘ statt“, so Spangardt. Lediglich in den Anlagen mit Wärmerückgewinnung werde die Luft noch weiter verwendet – „aber lediglich um die Wärme herauszuziehen und nicht zur Belüftung von Räumen“. Diese Kreise seien auch getrennt.

Lösung für das Stein-Gymnasium gefunden

An allen anderen Schulen können die Klassenräume durch das Öffnen der Fenster ausreichend gelüftet werden. Das hatte die Stadt bereits im September erklärt, als eine entsprechende Verordnung durch das Land NRW verabschiedet worden war. Einzige Ausnahme damals: Das Freiherr-vom-Stein-Gymnasium, für dessen Neubau nochmal geprüft werden musste, ob dort eine ausreichende Lüftung gewährleistet ist. „Am letzten Freitag ist aber auch dafür eine Lösung gefunden worden“, so Spangardt. „Es werden technische Veränderungen vorgenommen, die das weite Öffnen der Fenster möglich machen, das eigentlich nicht vorgesehen ist.“ Schon an anderen Schulen hatte die Stadt nach eigenen Angaben dafür gesorgt, dass sich Fenster weiter öffnen lassen - und somit der Luftaustausch auch hier gesichert sei.

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Theoretisch könnte Lünen also ohne die vom Land in Aussicht gestellte Förderung auskommen. Wie der WDR ausgerechnet hat, reichen die bereitgestellten 50 Millionen Euro ohnehin nur aus, um theoretisch jeder Schule in NRW drei Luftreiniger zur Verfügung zu stellen. 303 (von 396) Kommunen hätten laut NRW-Schulministerin Yvonne Gebauer erklärt, dass sie nicht alle Schulen vollständig lüften könnten.

Lünen gehörte demnach nicht dazu, will aber laut Benedikt Spangardt nicht ausschließen, die Förderung in Anspruch zu nehmen: „Wir werden prüfen, ob und wo Luftreiniger sinnvoll zu einer Verbesserung der Situation eingesetzt werden könnten.“ Wie so oft bei solchen Programmen gibt es ein grundsätzliches Problem: „Uns ist bekannt, dass es die Förderung geben soll, aber das Prozedere kennen wir noch nicht“, so der Stadtsprecher.

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