Lüften ist in Corona-Zeiten besonders wichtig. Grundsätzlich sei das an den Lüner Schulen gut möglich, so die Stadt. Ein Schulleiter ist allerdings unzufrieden und macht sich Sorgen.

Lünen

, 28.09.2020, 11:05 Uhr / Lesedauer: 2 min

Eine gute Durchlüftung ist in der Corana-Situation das Gebot der Stunde. Momentan sind Fenster und Türen in Schulen weit geöffnet. Wird es kühler, muss stoßgelüftet werden. Landesweit können an rund zehn Prozent der Schulen die Fenster nicht ausreichend für eine intensive Belüftung genutzt werden, so das Land NRW. Auch an den Lüner Schulen sind die Gegebenheiten noch nicht ausreichend. Heinrich Kröger, Leiter des Freiherr-vom-Stein-Gymnasiums, ist sehr unzufrieden. Denn Fachräume können teilweise nicht für den Fachunterricht genutzt werden.

Die Stadt schätzt die Situation positiver ein. „Grundsätzlich sehen wir an den Lüner Schulen keine Probleme mit der Belüftungssituation“, teilt Stadt-Sprecher Benedikt Spangardt auf Anfrage mit.

In den Sommerferien habe die Stadt die Situation überprüft und an allen Lüner Schulen kleine Nachbesserungen vorgenommen. „In einigen Fällen haben wir die Spielräume für die Belüftung vergrößert, indem zum Beispiel die „Scheren“ der Kippfenster so vergrößert wurden, das der Luftaustausch besser wird“, berichtet Spangardt. Fenster, die nicht vollständig zu öffnen waren, seien verändert worden. Bauliche Mängel, die zu einer schlechteren Belüftung führen, seien von keiner Lüner Schule bekannt.

Lüftungsanlagen werden überprüft

Fünf Schulen haben Lüftungsanlagen. Welche Schulen das sind, sagte Spangardt nicht. An den Schulen seien die Fenster nicht oder nicht ganz zu öffnen. „Das ist kein Mangel, sondern konstruktiv so gewollt“, so Spangardt. In Fachräumen (z.B. Physik, Chemie) oder auch in Turnhallen gebe es weitere Lüftungsanlagen. „Um Klarheit darüber zu erhalten, ob die Lüftungsanlagen sicher zu betreiben sind, hatte Bürgermeister Jürgen Kleine-Frauns bereits anlässlich der Wiederaufnahme des Schulbetriebs nach der Corona-bedingten Schließung eine entsprechende Überprüfung in Auftrag gegeben.“ Dazu werde auch ein externer Sachverständiger hinzugezogen.

Mängel hingegen benennt Heinrich Kröger, Leiter des Freiherr-vom-Stein-Gymnasiums. Im Neubau mit zehn Unterrichtsräumen lassen sich die Fenster nur kippen. In vier der Räumen hatte die Stadt den Kippwinkel nachgebessert und um zwölf Zentimeter vergrößert. In den anderen nicht. Der Neubau wird daher nur eingeschränkt genutzt. Die Schüler haben aufgrund der schlechten Lüftungssituation ihre Klassenräume aufgeben müssen und sind in die Fachräume im Haupthaus gezogen. Im Neubau finden derzeit nur Oberstufen-Kurse statt. Nur so können die Räume zwischendurch unbelegt bleiben und gut durchgelüftet werden.

Chemie ohne Reagenzgläser

„Derzeit können wir die Fachräume nicht für den Fachunterricht nutzen. Das ist natürlich unbefriedigend“, so Kröger. „Wünschenswert wäre für mich auch, dass gerade im Hinblick auf den Winter und im Interesse der Lehrer und Schüler, eine Stoßlüftung möglich ist.“

Anfang der Woche war ein Corona-Fall aufgetreten. Einen Zusammenhang mit der Belüftungssituation schließt der Schulleiter aber aus: „Es ist völlig klar, dass sich der Schüler außerhalb der Schule angesteckt hat. Das allgemeine Infektionsgeschehen spiegelt sich eben auch an der Schule wider.“ Dass sich die Fenster im Neubau nicht öffnen lassen, „das macht mich unzufrieden“, sagt er trotzdem. „Die Verbesserungen, die es schon gibt, sind nicht ausreichend.“

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Die Stadt hat für das Stein-Gymnasium ein Gutachten in Auftrag gegeben. Mitarbeiter der Zentralen Gebäudebewirtschaftung Lünen (ZGL) haben festgestellt, dass die bisherige Lösung im Neubau nicht ausreichend sei, heißt es seitens der Stadt. Der Blick auf die kalte Jahreszeit macht den Schulleiter nervös: „Es wird mit Sicherheit neue Ansteckungen, Infektionen und Tests auch an dieser Schule geben. Da sollte man alles dafür tun, um die Sicherheit der Lehrer und Schüler zu gewährleisten.“

Konzept wird erarbeitet

Jetzt werde ein Konzept für eine langfristige Lösung entwickelt, so Spangardt. Denkbar seien als kurzfristige Übergangslösung auch mobile Lüftungsgeräte. „Wir erwarten hier eine Lösung im Laufe der nächsten Woche.“

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