Verschuldung

Lünen macht in einem Jahr 32,6 Prozent mehr Schulden

Pro Kopf 1000 Euro mehr als noch vor zehn Jahren: So sieht die Schuldenentwicklung in der Stadt Lünen aus. Die Schuldensumme stieg um 25 Prozent. Und laut dem Land liegt das nicht an Corona.
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Das Statistische Landesamt Information und Technik (IT) NRW hat die Schuldenstände der Städte und Gemeinden im Land bekannt gegeben: Lünen verzeichnet dabei einen exorbitanten Anstieg, der weit über dem Landesdurchschnitt liegt.

409 Millionen Euro Schulden listet IT NRW für die Stadt Lünen auf. Das ist im Vergleich zum Vorjahr ein Plus von 32,6 Prozent – blickt man zehn Jahre zurück, sind es 25,7 Prozent mehr. Im Landesvergleich, aber auch bei den anderen Städten im Kreis Unna sticht Lünen damit deutlich heraus. Bergkamen und Kamen haben rund 163 Millionen Euro Schulden, Unna 161 Millionen, Schwerte 156 Millionen – und alle anderen Kommunen sind deutlich zweistellig.

Lünen ist deutlicher Ausreißer

Die Schulden aller Gemeinden und Gemeindeverbände Nordrhein-Westfalens beliefen sich Ende 2020 auf gut 60 Milliarden Euro. Wie IT NRW mitteilt, war das eine Erhöhung um 0,1 Prozent zum Vorjahr. Lünen ist da ein deutlicher Ausreißer.

Auf den Kernhaushalt der Stadt fallen rund 283 Millionen Euro, 126 Millionen entfallen auf ausgegliederte Einheiten wie Eigenbetriebe und eigenbetriebsähnliche Einrichtungen sowie Anstalten öffentlichen Rechts. Der Schuldenstand hier hatte ein Jahr zuvor noch bei 44,2 Millionen Euro gelegen – ein Plus von 185,2 Prozent.

Im Kernhaushalt gliedern sich die Schulden auf Kassenkredite, sprich den städtischen Dispo, Kredite und Werpapierschulden auf. Die Kassenkredite nahmen in den vergangenen zehn Jahren um 54,6 Prozent zu und lagen Ende 2020 bei 225 Millionen Euro. Im Vergleich zum Vorjahr stieg die Summe um 9,5 Prozent, während die klassischen Kreditsummen ebenfalls um rund 10 Prozent aufgestockt wurden. Deren Summe lag Ende 2020 bei lediglich 2,6 Millionen Euro. Die Wertpapierschulden beliefen sich auf 678000 Euro.

Der Landestrend sieht anders aus

Der Blick auf die Zahlen des Landes zeigt, das Lünen gegen den Trend steuert: Im Vergleich zum Vorjahr verringerten sich im gesamten Land die Kassenkredite um 4,2 Prozent. Die Kredite stiegen um 1,3 Prozent und die Wertpapierschulden um 12,6 Prozent. Sie werden sowohl für investive Zwecke als auch zur Überbrückung von Liquiditätsengpässen eingesetzt. Gegenüber 2010 erhöhten sich sowohl die mittel- und langfristigen Kredite (+5,3 Prozent), als auch die zur Überbrückung kurzfristiger Liquiditätsengpässe aufgenommenen Kassenkredite (+3,2 Prozent).

„Ein Anstieg der kommunalen Schulden durch die Coronapandemie ist nicht zu erkennen“, erklärt IT NRW. „Grund sind die Ausgleichszahlungen des Landes NRW und des Bundes zur Abfederung der wirtschaftlichen Folgen durch die Coronapandemie, mit denen die Städte und Gemeinden ihre Mindereinnahmen kompensieren konnten.“

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