Lünen und Selm: Apotheker bitten Kunden und Patienten um Verständnis für Vorsichtsmaßnahmen

Coronavirus

In solchen Krisenzeiten haben viele Geschäfte geschlossen. Die Apotheken jedoch versorgen die Bevölkerung weiterhin mit Medikamenten. Damit das so bleibt, gibt es nun Vorsichtsmaßnahmen.

Lünen, Selm

, 23.03.2020, 09:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Volker Brüning appelliert an die Rücksichtnahme der Kunden und Patienten in den Lüner Apotheken.

Volker Brüning appelliert an die Rücksichtnahme der Kunden und Patienten in den Lüner Apotheken. © Schulz-Gahmen (A)

Öffentliche Einrichtungen und Läden sind geschlossen, um das Infektionsrisiko in der Coronakrise zu minimieren.

Großer Andrang und viel Aufklärungsbedarf ist da gerade in diesen Zeiten in den Apotheken zu beobachten. „Viele Menschen sind verunsichert. Dafür sorgen nicht zuletzt die Falschinformationen über das Coronavirus, die im Internet kursieren. Wenn sich plötzlich Nachrichten zu angeblichen Gefahren oder Wunderwirkungen bestimmter Medikamente im Netz verbreiten, ist meist Vorsicht geboten“, so Volker Brüning, Sprecher der Apotheken im Nordkreis, der in Lünen und Selm mehrere Apotheken führt.

Keine Hamsterkäufe von Medikamenten zulassen

Man solle Fachleute fragen, Apotheker, so Brüning, stünden für Fakten statt Fake-News. So wollen die Apotheker und ihre Mitarbeiter auch Hamsterkäufe von Medikamenten verhindern, für die es keinerlei Grund gibt. Solche Panikkäufe schaden stattdessen denjenigen, die die anderswo gehorteten Medikamente tatsächlich benötigen.

Um die Versorgung mit ausreichend Apotheken aufrechtzuerhalten, sei es wichtig, dass nun möglichst nicht zu viele Apothekenmitarbeiter selbst am Coronavirus erkranken und in Quarantäne müssen. Dieses Risiko bestehe, da Apotheker sowie die Pharmazeutisch-Technischen Assistentinnen und Assistenten (PTA) täglich Kontakt mit potenziellen Virusträgern haben.

Abstand halten und Schutz der Mitarbeiter

Um das Infektionsrisiko zu minimieren, haben viele Apotheken mittlerweile verschiedene Maßnahmen umgesetzt. „Diese sollen bitte nicht als Affront missverstanden werden“, sagt der Apothekersprecher. Die Maßnahmen sollen die Gesundheit aller Patienten und Apothekenmitarbeiter schützen. So fordern zum Beispiel Hinweisschilder dazu auf, zwei Meter Abstand voneinander zu halten. Einige Apotheken haben Plexiglaswände an den Verkaufstischen angebracht, die die Mitarbeiter davor schützen sollen, angehustet oder angeniest zu werden.

In anderen Apotheken wird darum gebeten, dass sich nicht mehr als drei oder fünf Kunden zeitgleich in der Apotheke aufhalten. „Je weiträumiger es zugeht, desto geringer das Ansteckungsrisiko für das Personal, aber auch für die Patienten,“ begründet Brüning die Maßnahmen.

Dank für Rücksichtnahme

Patienten mit Symptomen, die auf eine Infektion mit dem Coronavirus hinweisen, sollten eine Apotheke am besten überhaupt nicht mehr betreten, sondern sich telefonisch melden. „Die Apotheker im Kreis Unna bedanken sich bei den Kunden für ihre Solidarität und gegenseitige Rücksichtnahme,“ sagt Brüning. Diese seien wichtig, um in der Krise, von der keiner wisse, wie lange sie dauern wird, die flächendeckende Versorgung mit Arzneimitteln sicherzustellen.

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