Lüner Autorin schildert den Weg von der Idee zum fertigen Insel-Krimi

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Der neue Roman der Lüner Autorin Dorothea Stiller wird veröffentlicht. Sie hat ihr Hobby zum Beruf gemacht und verrät, wie aus einer Idee am Ende tatsächlich ein Buch werden kann.

von Lea Schönfeld

Nordlünen

, 15.02.2020, 10:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Dorothea Stiller ist eine Lüner Autorin. Ihr neues Buch „Inselmord & Krabbencocktail: Siggi ermittelt auf Sylt“ erscheint am 28. Februar. Der Roman entstand durch eine Verkettung von Zufällen, so die 45-Jährige. „Ich hatte die Idee, einen Küstenkrimi zu schreiben, und schon die Figur. Auf Sylt kam ich, weil die Figur einen Ort brauchte, an den sie eigentlich so gar nicht passt“, erzählt Stiller.

Die erste Hürde ist die Fertigstellung

Doch wie schafft man es eigentlich sein Hobby zum Beruf zu machen? „Der Knackpunkt bei mir war, wirklich etwas fertig zu schreiben“, erklärt die 45-Jährige. Kleinere Geschichten und auch Romananfänge habe die Lünerin immer schon geschrieben, aber ein komplettes Werk sei erst in der Elternzeit entstanden.

Mittlerweile setzt sich Stiller ein Tagesziel von mindestens 500 Wörtern, um ein neues Projekt fertigzustellen. Ein solcher Schreibrhythmus sei sehr empfehlenswert, da man sich zu Hause eventuell schwerer motivieren kann, sagt sie.

Auch für die Recherche wird viel Zeit benötigt. Dorothea Stiller nutzt dafür das Internet, besucht allerdings auch gerne die Handlungsorte ihrer Romane. „Es hilft auch, wenn man sich ein Netzwerk an Kontaktpersonen aufbaut. Ich habe mittlerweile eine Medizinerin und eine Kriminalpolizistin als Ansprechpartner für etwaige Details.“

Absagen sind die Regel

Nach der Fertigstellung folgt die Bewerbungsphase. „Ich hatte Glück, dass der Ullstein Verlag zu diesem Zeitpunkt das neue ebook-Label Forever gegründet und Autoren gesucht hat. Ich wurde mit meiner Bewerbung dort angenommen“, erzählt die Autorin. Sofern über einen Verlag publiziert werden soll, ist eine Bewerbung mit Anschreiben, einem Expose und einer Leseprobe notwendig.

Oftmals bekommt man als Autor Absagen oder keine Rückmeldung. Das heißt aber nicht zwangsläufig, dass die Geschichte nicht gut ist. Verlage erhalten viele Manuskripte und können nicht alle davon verlegen, so Stiller. „Durchhaltevermögen und Geduld sind auf dem Weg zur Veröffentlichung notwendig. Man sollte sich nicht von Absagen entmutigen lassen.“

Das fertige Buch soll unter die Leute

Um den passenden Verlag für seine Veröffentlichung zu finden, kann man auf den Webseiten der Verlage das Programm einsehen und mit seinem Manuskript vergleichen. Der Besuch eines Buchladens kann auch helfen. Dort kann man beim Stöbern auf die Verlage achten, die Bücher aus dem gleichen Genre veröffentlichen.

Eine weitere Möglichkeit ist, sich bei einer Agentur zu bewerben. Die Literaturagenturen haben Kontakte zu Verlagen und können die Manuskripte an die passenden Verlage weiterleiten, gibt Dorothea Stiller als Tipp.

Wenn man bei einem Verlag publizieren möchte, sollte man darauf achten, dass keine zusätzlichen Kosten anfallen. Die Angebote, bei denen man selbst noch Unsummen dazu zahlen muss, sind oftmals nicht seriös, warnt die Lüner Autorin.

Anders sieht es beim Self-Publishing aus. Dabei können Kosten für die ISBN-Nummer, das Lektorat, das Coverdesign und die ersten Exemplare anfallen. Für Werbung müssen die Autoren ebenfalls zahlen.

Verlagsbücher erscheinen hochwertiger

Zudem besteht die Möglichkeit über einen Self-Publishing-Dienstleister zu veröffentlichen. Books on Demand (BoD) ist ein solcher. Bei BoD entstehe kaum finanzielles Risiko, da BoD-Bücher bereits ab einem Exemplar erst dann produziert und verschickt werden, wenn sie zuvor gekauft wurden: „Zur Zeit herrscht noch der Trend, dass ein Buch, das von einem Verlag veröffentlicht wurde, für den Leser hochwertiger erscheint“, sagt die Autorin.

Alleine vom Schreiben können allerdings nicht viele leben. Dorothea Stiller gibt parallel Schreibcoaching-Kurse an der Volkshochschule, bietet einen Lektoratsservice an und ist als Übersetzerin tätig.

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