Lüner Busfahrer würden eine Mundschutz-Pflicht für Fahrgäste begrüßen

hzMundschutz im ÖPNV

Die Bundesregierung hat für Reisende im öffentlichen Personen-Nahverkehr die Empfehlung ausgesprochen, in der Corona-Krise einen Mundschutz zu tragen. Lüner Busfahrer halten das für eine gute Idee.

Lünen

, 20.04.2020, 16:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Sollte man im Bus einen Mundschutz tragen oder ist das nicht nötig? Wenn es nach der Bundesregierung geht, ist das Tragen eines Mundschutzes als Fahrgast im öffentliche Personen-Nahverkehr (ÖPNV) absolut nötig und wird daher dringend empfohlen. Verpflichtend ist es allerdings nicht - zumindest nicht in Lünen. In Jena und Hanau ist das Tragen eines Mundschutzes im ÖPNV bereits Pflicht.

Eine solche Pflicht würden auch die Busfahrer in Lünen von der Verkehrsgesellschaft Unna (VKU) begrüßen. „Das finde ich eine gute Überlegung. Als Fahrgast würde ich auf jeden Fall einen Mundschutz tragen“, sagt etwa Busfahrerin Kezban Hasta. Das sagt sie, weil sie weiß, dass ein Sicherheitsabstand im Bus ohnehin nicht wirklich eingehalten werden kann. „Viele sitzen einfach nebeneinander, selbst wenn es nicht nötig ist“, berichtet sie von ihren Erfahrungen.

Die wenigsten Fahrgäste tragen einen Mundschutz

Dabei sitzen aktuell bei Weitem nicht so viele Menschen in Bussen wie sonst. „Vielleicht die Hälfte, wenn überhaupt“, behauptet ein weiterer Busfahrer, der nicht mit Namen genannt werden möchte.

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Einen Mundschutz tragen jedoch die wenigsten, sagt Kezban Hasta: „Ich sehe ganz selten mal einen Fahrgast mit Mundschutz. Wenn dann eher Ältere.“ Zudem sei die Anordnung vom 14. März, dass in Bussen nur noch hinten ein- und ausgestiegen werden darf, laut Hasta noch gar nicht bei jedem Fahrgast angekommen: „Viele Fahrgäste sind heute sogar noch überrascht, dass sie nicht mehr vorne einsteigen dürfen.“

„Bekomme ein schlechtes Gefühl“

Busfahrer Willi Littau fährt regelmäßig die Strecke zwischen Lünen und Hamm. In seinem Bus sieht es schon anders aus. Er sagt: „Am Donnerstag hat jeder Zweite in meinem Bus einen Mundschutz getragen.“ Dass dies verpflichtend für alle Fahrgäste wird, würde auch er unterschreiben. „Ich habe keine Angst, mich anzustecken. Aber wenn ich Fahrgäste sehe, die keinen Mundschutz tragen und die ganze Zeit husten und niesen, da bekomme ich ein schlechtes Gefühl.“

Trotzdem: Sicher fühlt er sich in seinem abgesperrten Bereich im Bus allemal. Das sagen auch die anderen Busfahrer. Littau und seine Kollegen sind darüber hinaus von der VKU allesamt mit Desinfektionsmitteln und Mundschutzen ausgestattet worden. Tragen tun diesen aber die wenigsten Busfahrer. Das sagt zumindest der Fahrer, der seinen Namen nicht öffentlich lesen möchte: „Von meinen Kollegen trägt fast niemand einen Mundschutz. Ich persönlich könnte das auch nicht acht Stunden am Stück. Dadurch kann man wirklich schlecht atmen.“

Fahrgäste steigen hinten ein - Busfahrer freunden sich damit an

Frank Schlüsener ist ebenfalls VKU-Busfahrer. Auch er würde eine Mundschutz-Pflicht für Fahrgäste begrüßen: „Auf jeden Fall“, sagt er, „denn demnächst wird es sicherlich wieder voller in den Bussen, wenn erstmal die Schüler wieder zur Schule müssen.“ Dass niemand mehr vorne in Bussen einsteigen darf, findet er gut: „Von mir aus könnte das sogar für immer so bleiben.“ Das sieht Willi Littau auch so: „Dass die Fahrgäste hinten einsteigen ist super und viel praktischer. Es gibt so viel weniger Probleme. Da könnte ich mich dran gewöhnen.“

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Elena Safenreider ist Fahrgast. Sie pendelt jeden Tag mit dem Bus zwischen Lünen und Selm. Sie trägt dabei immer einen selbst genähten Mundschutz und würde eine Pflicht, diesen zu tragen, daher auch begrüßen. „Das wäre besser. Ein Mundschutz stört doch nicht wirklich. Wenn das alle machen würden, geht die ganze Corona-Krise auch viel schneller wieder vorbei. Sie sagt jedoch, dass sie mit dem Mundschutz im Bus größtenteils allein auf weiter Flur ist. „Außer mir trägt fast niemand einen Mundschutz“, sagt sie und fügt an: „Es fahren aber generell auch viel weniger Leute mit dem Bus.“

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