Lüner Gastronomen schließen „Waffeln am Stiel“ in Dortmunder Hauptbahnhof

hzUmbau im Hauptbahnhof

Über 20 Jahre lang verkauften die Lüner Gastronomen Sandra und Heinrich Fasse Waffeln am Stiel im Dortmunder Hauptbahnhof. Am Montag ging nun die letzte über die Ladentheke.

von Julian Beimdiecke

Lünen

, 02.07.2020, 10:05 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wer im Dortmunder Hauptbahnhof eine Waffel oder einen Crèpe essen möchte, bekommt sie nicht mehr wie gewohnt bei „Waffel am Stiel“: Der beliebte Imbissstand nahe des Haupteingangs wurde am Montagmorgen abgebaut. Grund dafür sind die Umbauarbeiten, die im Bahnhof stattfinden - in Zukunft sind dort keine Imbissstände mehr vorgesehen.

„Seitdem wir eröffnet haben, haben wir an 365 Tagen im Jahr 24 Stunden lang verkauft“, erzählte die Lünerin Sandra Fasse, die den Laden gemeinsam mit ihrem Mann Heinrich führte. Damit ist es seit Montagmorgen vorbei: In den frühen Morgenstunden ging kurz vor Abbau die letzte Waffel über die Ladentheke. „Ich bin vor allen Dingen sehr dankbar für die Zeit“, sagte Fasse.

Keine Rolle in den langfristigen Planungen

„Klar bin ich auch ein Stück weit traurig, dass wir schließen mussten - aber es ist jetzt eben so.“ Etwas wehmütiger blickt ihr Mann Heinrich zurück. „Es ist schon schade - vor allen Dingen, wenn man am Hauptbahnhof vorbeikommt und sieht, dass der Imbiss nicht mehr da ist.“

Allerdings konnten die beiden sich schon länger darauf einstellen, dass es mit dem Imbiss nicht langfristig weitergeht: Seit längerer Zeit lief der Mietvertrag bereits mit sehr kurzer Kündigungsfrist - und dass der Imbiss in den langfristigen Planungen des Bahnhofs keine Rolle spielte, war den beiden bekannt.

Unklar ist jetzt noch, ob sie den Laden an anderer Stelle wiedereröffnen werden - zum Beispiel in der Dortmunder Innenstadt. Wichtig ist nur: Es muss Laufkundschaft da sein. „Wenn wir da was Passendes finden, machen wir ganz sicher weiter. Für uns reicht ein kleines Geschäft ja schon vollkommen aus“, so Heinrich Fasse.

Energie ins Kunstcafé

Weit weg von Lünen möchten die beiden aber eher ungern. Das hat sowohl berufliche als auch private Gründe: Zum einen sind die beiden kürzlich Großeltern geworden und möchten daher nah bei ihrem Enkelkind sein. Zum anderen möchten die beiden weiterhin Energie in ihr Kunstcafé an der Münsterstraße stecken. Das haben sie vor zweieinhalb Jahren eröffnet, als schon absehbar war, dass sich „Waffel am Stiel“ langfristig nicht mehr halten wird.

Dort möchten die beiden das Tortentaxi - ihren Lieferservice für Torten - weiter etablieren und außerdem verstärkt besondere, individuelle Torten anbieten. „Wir bleiben kreativ. Wenn sich eine Tür schließt, öffnet sich vielleicht eine andere“, hofft Sandra Fasse.

Allerdings fällt mit „Waffel am Stiel“ für die beiden auch eine Einnahmequelle weg, die gerade auch in Corona-Zeiten recht zuverlässig war. Allzu große Sorgen machen sich die Fasses trotzdem nicht: „Wir vertrauen auf unser Konzept in Lünen. Ich glaube, das wird alles funktionieren“, so Sandra Fasse.

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