Lüner Hafen spürt das Niedrigwasser des Rheins

Weniger Warenumschlag

Der niedrige Pegelstand des Rheins schlägt bis Lünen durch. Dass Deutschlands an sich wasserreichster Fluss derzeit so wenig davon führt, hat den Stadthafen in den vergangenen drei Monaten in schwieriges Fahrwasser gebracht.

LÜNEN

, 19.11.2015, 05:30 Uhr / Lesedauer: 1 min
Wegen des Niedrigwassers im Rhein fahren über den Datteln-Hamm-Kanal (Bild) nur teilbeladene Schiffe nach Lünen. Darunter leidet der Stadthafen.

Wegen des Niedrigwassers im Rhein fahren über den Datteln-Hamm-Kanal (Bild) nur teilbeladene Schiffe nach Lünen. Darunter leidet der Stadthafen.

Weil die Schiffe nur die Hälfte an Ladung aufnehmen können, der Frachtpreis aber der gleiche bleibt, reagieren die Kunden zurückhaltend. So fehlen dem Hafen an die 20.000 Umschlagtonnen im Monat. Der Versuch, auf Zugwaggons umzustellen, ist nicht einfach. "Zurzeit bekommen wir gar keine bei der Deutschen Bahn", sagt Betriebsleiter Andreas Hüsing.

Das Unternehmen reagiert. Die 37 Hafen-Mitarbeiter nehmen zurzeit Urlaub oder bauen Überstunden ab. Dem Ziel, seit 2009 auch in diesem Jahr wieder die Millionengrenze an Umschlagtonnen zu erreichen, kommt das Niedrigwasser gehörig in die Quere.

Jahresziel steht nach wie vor

"Momentan stehen wir bei 900.000 Tonnen", sagt Betriebsleiter Hüsing. Dennoch hat die Hafenleitung die Hoffnung auf die Million nicht aufgegeben. "Das ist nach wie vor unser Ziel", erklärt Hafen-Geschäftsführer Dr. Achim Grunenberg.

Außerdem soll das Unternehmen im dritten Jahr in Folge eine Schwarze Null schreiben – obwohl das Geschäft konjunktur- und wetterabhängig ist. Durch weniger Nachfrage nach Kohle seitens der Kraftwerke gehen auch Gips und Flugasche zurück.

Ware liegt am Kanal auf Lager

Viele Rollen Walzdraht lagern zurzeit auf dem Gelände am Datteln-Hamm-Kanal. Der Auftrag kommt per Schiene aus Basel und ist ein Fall für den neuen Hydraulikkran, genannt Multi-Docker. "Der kann die Rollen absolut präzise absetzen", erklärt Grunenberg.

Durch die eine Million Euro teure Investition hat der Stadthafen einen Radlader eingespart. Der neue Kran arbeitet schneller und sicherer. Dank integrierter Sprühanlage ist die Staubbelastung geringer. Zudem wird weniger Personal benötigt.

Mittlerweile hat sich die Silhouette des Stadthafens verändert: Einer der vier Portal-Wipp-Kräne, Baujahr 1971, fehlt. Er hatte einen Schaden und wurde verschrottet. Seine Arbeit übernimmt der schnelle Multi-Docker. 

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