Lüner Künstlerin stellt in leerem Ladenlokal bei der Persiluhr aus

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Seit den 1980er-Jahren arbeitet Sabine Klemp als Künstlerin und beschäftigt sich vor allem mit der Bildhauerei. Jetzt stellt sie ihre Werke in Lünen aus, wo zuvor ein Buchladen gewesen ist.

von Kimberly Becker

Lünen

, 09.07.2020, 13:22 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Räume bei der Persiluhr, Münsterstraße 27, standen lange leer. Zuvor hat es rund 25 Jahre einen christlichen Buchladen dort gegeben. Nun hat sich aber die Bildhauerin Sabine Klemp um den verlassenen Laden gekümmert. Sie möchte ihre dort Kunstwerke der Öffentlichkeit wieder zugänglich machen. Auf einer großzügigen Ausstellungsfläche können sich Besucherinnen und Besucher viele Skulpturen, Druckgrafiken und Bilder anschauen und sich mit der Künstlerin kreativ austauschen und Fragen stellen. Sabine Klemp ist schon seit den 1980er-Jahren als bildende Künstlerin aktiv und wirkt bei der Gruppe Offene Ateliers Lünen mit. Zuvor hat sie auch in einem Geschäft in Alstedde ausgestellt.

Das Besondere am Handwerk

„Mich reizt besonders das Taktile und Räumliche, das Material und die Dimension an der Bildhauerei“, sagt Klemp, die ihren Stil als „Netzwerk“ beschreiben würde. In ihrer Kunst verwendet sie das Motiv der Verbindung und des Verwobenen. Dass sie sich dabei am liebsten mit Skulpturen beschäftigt, liegt zum einen an der Farbe, die schon im Material ist. Darin liege auch der Unterschied zur Bildmalerei. „Beim Malen füge ich etwas hinzu und beim Bildhauen nehme ich etwas weg.“ Während der Gespräche entwickeln sich dann zu den verschiedenen Werken Diskussionen, zum Material beispielsweise. So nutzt sie Sandstein oder sogar alte Grabsteine.

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Aber sind die Zeiten nicht gerade schwierig, um Kunst und Kultur auszuüben? Klemps Meinung dazu ist, dass freie Künstlerinnen und Künstler ohnehin Schwierigkeiten haben, sich über Wasser zu halten. Jetzt durch die Pandemie brechen zusätzlich wichtige Einnahmen von Workshops und Verkauf weg, was die Lage verschlechtert. In dem jetzigen Lokal, das Ludger Auferoth und Carola Deinhardt-Auferoth gehört, darf Sabine Klemp umsonst bleiben, bis die beiden einen neuen Mieter finden.

Vorstellungen für die Zukunft

Carola Deinhardt-Auferoth schätzt es, dass Kunst ausgestellt wird. „Ein leeres Schaufenster ist doch nichts. Kunst und Kultur gehört zum Leben einfach dazu", erklärt sie. So etwas habe für sie "Wohlfühlfaktor" und freut sich, der Kunst eine Bühne bieten zu können. Wer nach Sabine Klemp den Raum mieten wird, ist noch nicht klar. Bewerbungen habe es genügend gegeben, aber sie habe alle abgelehnt. Denn Deinhardt-Auferoth ist sich sicher, dass sie keine Imbissbude dort haben möchte. Sie kann sich eher ein Einzelhandelsgeschäft vorstellen. Diese hätten es momentan auch nicht leicht. Bis es soweit ist, können sich aber Interessierte die Ausstellung anschauen und ein wenig mehr Kultur in der Lüner Innenstadt wahrnehmen.

Öffnungszeiten

  • 11. Juli, 11 bis 13 Uhr
  • 18. Juli, 11 bis 13 Uhr
  • 25. Juli, 11 bis 13 Uhr
  • 1. August, 11 bis 13 Uhr
  • 8. August, 11 bis 13 Uhr
Darüber hinaus können auch zusätzlich Besichtigungstermine mit Sabine Klemp vereinbart werden.
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