Lüner Nachbarschaft zur Altstadt bietet Hilfe an: Keine Nachfrage

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Gute Nachbarschaft ist gerade in Zeiten der Corona-Krise wichtig. Deshalb hatte die Nachbarschaft zur Altstadt auch angeboten, älteren Mitgliedern zu helfen. Doch niemand meldete sich.

Lünen

, 14.05.2020, 15:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Nachbarschaft zur Altstadt ist mittlerweile 155 Jahre alt. 95 Mitglieder gehören derzeit zu der Gruppe. „Wir würden uns freuen, wenn sich neue Interessenten melden, gerne auch jüngere Leute“, sagt Vorsitzender Albrecht Warnecke.

In der jüngeren Generation im Bereich nördlich der Lippe, rund um die St. Marien-Kirche, wo die Nachbarschaft zuhause ist, sei das Interesse, der Nachbarschaft beizutreten, leider eher mäßig.

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Als die Corona-Krise begann, überlegte sich der Vorstand, wie man vor allem den älteren Nachbarn helfen könnte. „Wir haben alle Mitglieder schriftlich informiert, dass wir gerne helfen, wenn sich jemand nicht selbst helfen kann“, so Warnecke. Beispielsweise bei Einkäufen. Reaktionen auf das Angebot gab es allerdings keine.

Zwei Erklärungen sind dafür möglich. Zum einen hilft möglicherweise die Familie und sorgt für de notwendigen Einkäufe. Oder aber, so Warnecke, ist vielleicht auch Angst vor Ansteckung ein Grund für das Stillschweigen auf das Hilfsangebot.

Angst vor Kontakt mit fremden Leuten

„Wenn bei älteren Leuten, die ja zur Risikogruppe gehören, sogar Angehörige möglichst vor der Tür bleiben sollen, besteht vielleicht Angst davor, mit ganz Fremden Kontakt zu haben.“ Auch wenn der Einkauf „kontaktlos“ oder mit entsprechendem Abstand übergeben werden könnte.

Auch sonst gibt es derzeit, so Warnecke, im Verein so gut wie kaum Kontakt mit den Nachbarn. Auch die geplanten Termine der Nachbarschaft mussten vorerst abgesagt werden. Der regelmäßige Nachbarschafts-Stammtisch kann nicht stattfinden.

Die Nachbarschaft zur Altstadt, hier bei einer Reinigungsaktion, ist derzeit aufgrund der Corona-Auflagen zur Untätigkeit verdammt.

Die Nachbarschaft zur Altstadt, hier bei einer Reinigungsaktion, ist derzeit aufgrund der Corona-Auflagen zur Untätigkeit verdammt. © Foto: Nachbarschaft zur Altstadt (A)

Normalerweise wird jedes Jahr Ende April traditionell auf dem Nachbarschaftsplatz an der Graf-Adolf-Straße (Höhe St. Marien-Kirche) der Maibaum gesetzt. „Das ging dieses Jahr auch nicht, weil wir dazu mindestens drei Leute gebraucht hätten. Zugelassen wären aber nur zwei gewesen“, so Warnecke.

Auch um die Akquise neuer Mitglieder kann sich der Vorstand zurzeit nicht entsprechend kümmern. „Die Zahl der Mitglieder ist leider unter 100 gefallen. Früher hat die ehemalige Wirtin Toni Plagge unwahrscheinlich viele Mitglieder akquiriert“, erzählt Warnecke. Jetzt könnte sich der Vorsitzende eine Flyer-Aktion als Werbung vorstellen, aber sinnvoll sei das erst nach der Corona-Krise.

Treffen statt Ausflug im August

Eigentlich war am 15. August ein Ausflug nach Soest und zum Möhnesee geplant. „Wir haben dafür nichts gebucht.“ Stattdessen gab es eine Einladung an die Nachbarschaftsmitglieder zu einem Treffen im Pfarrzentrum St. Marien an diesem Tag - wenn es denn Mitte August wieder möglich ist. Warnecke: „Zum Austausch darüber, wie wir alle bis dahin über die Zeit der Corona-Krise gekommen sind.“

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