Lüner Opposition zur 4. Beigeordnetenstelle: „Diskussion zur falschen Zeit“

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Die Diskussion um die vierte Beigeordnetenstelle in Lünen hält an. Nun äußert die Opposition erneut scharfe Kritik.
Die Diskussion um die vierte Beigeordnetenstelle in Lünen hält an. Nun äußert die Opposition erneut scharfe Kritik. © Goldstein
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Die Lüner Verwaltung soll einen vierten Beigeordneten bekommen. So zumindest wollen es SPD und CDU. Mit diesem Schritt würde die Verwaltung deutlich umstrukturiert und ein viertes Dezernat entstehen. Damit sind auch erhebliche Mehrkosten verbunden. 400.000 Euro sind dafür veranschlagt.

Diskussion zum falschen Zeitpunkt

In Zeiten von Energiekrise und erheblichen Mehrkosten ist es für die Lüner Opposition – bestehend aus Grünen, GFL und FDP – eine absolute Unart, über eine so kostenintensive Stelle ernsthaft nachzudenken. Denn das Geld habe die Stadt auf lange Sicht einfach nicht, wie die Parteien in einer gemeinsamen Stellungnahme erläutern.

„Die Lippestadt steht finanziell mit dem Rücken zur Wand. Allein der Altschuldenberg beträgt etwa 380 Millionen Euro – das seien aktuell rund 4.300 Euro pro Bürger. Mit Blick auf die steigenden Zinsen könnten zusätzliche Lasten in Höhe von geschätzten zwei Millionen Euro auf den Haushalt zukommen“, heißt es in der Mitteilung weiter.

Lünen steht vor großen finanziellen Belastungen

Die Stadt sei aktuell in vielen finanziellen Verantwortungen: Für die Corona-Pandemie müssten ab 2025 bis 2075 jährlich 2,2 Millionen Euro abgetragen werden, Kriegsgeflüchtete aus der Ukraine müssten untergebracht und unterstützt werden. Hinzukommen weitere Mehrausgaben für Soziales. So mahnte die Stadtkämmerin Bettina Brennstuhl bereits zum Sparen. Auch im Kreis Unna wurde bereits die Ausgaben-Notbremse gezogen.

„Lünen braucht nicht personelle Quantität sondern Qualität“, sind sich die drei Fraktionen gegen den Vorstoß der Groko einig. Ihrer Ansicht nach solle nun alle Energie darauf verwendet werden, die beiden vakanten Beigeordnetenstellen zu besetzen.