Lüner Stadtrat: Jüngsten und ältesten Politiker trennt halbes Jahrhundert

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Im neuen Stadtrat sind 56 Politiker vertreten. Das Alter liegt im Schnitt bei 52,5 Jahren. Den ältesten und den jüngsten Politiker trennt ein halbes Jahrhundert. Und nicht nur das.

Lünen

, 17.10.2020, 14:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Legislaturperiode des neu gewählten Stadtrats beginnt am 1. November. Zur konstituierenden Sitzung am 5. November kommen die 56 Ratsmitglieder plus Bürgermeister aber nicht im Rathaus zusammen. Weil dort der erforderliche Abstand nicht eingehalten werden kann, tagt das Gremium um 17 Uhr im „Erlebnisreich Campus“ in Wethmar an der Hüttenallee.

Wie die Sitzordnung der im Rat vertretenden Parteien von SPD, CDU, GFL, Grünen, FDP, Linken, Freien Wählern und erstmals in dem Gremium vertretenen AfD sein wird, ist noch nicht festgelegt. Sollten sie mal wieder im Ratssaal tagen, müssen zwei zusätzliche Sitzmöglichkeiten geschaffen werden.

Im Schnitt sind die Mitglieder des neuen Rates 52,5 Jahre alt. Den jüngsten und den ältesten Ratsherrn trennt ein halbes Jahrhundert. Mit 22 Jahren (Jahrgang 1997) ist Maurice Hansmeyer von den Grünen ein Neuling auf der politischen Bühne, wobei das so ganz nicht stimmt. Denn während der Debatte über den Klimanotstand hat er für die Grüne Jugend im Rat schon eine Rede gehalten. Trotzdem sei die politische Arbeit für ihn etwas Neues. Ein wenig aufgeregt vor der 1. Sitzung sei er schon.

Politisch etwas bewegen

Demgegenüber hat Otto Korte mit 73 Jahren (Jahrgang 1947) eine Legislaturperiode Vorsprung an Erfahrung. Seit fünf Jahren vertritt er die Wählergemeinschaft Gemeinsam für Lünen (GFL) im Rat. Was die beiden Politiker trennt, ist die unterschiedliche politische Couleur. Was sie verbindet, ist der Wunsch, politisch etwas zu bewegen. Zuhause sind sie in entfernten Ortsteilen: Otto Korte kommt aus Brambauer, Maurice Hansmeyer stammt aus Beckinghausen und lebt jetzt in der Lüner City.

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Der 22-Jährige hat sich schon mit 17 politisch engagiert. Damals trat er in die SPD ein. Weil er bei den Grünen seine Vision von Zukunftsgestaltung und Umweltbewusstsein besser nach vorne gebracht sah, wechselte er die Partei. „Junge Leute brauchen eine Stimme, damit ihre Themen und Interessen auch angesprochen werden“, sagt Maurice Hansmeyer. Der gelernte Erzieher möchte sich im Rat für eine zukunftsorientierte Politik einsetzen. Smart City, mehr Angebote für Jugendliche, ökologisches Bewusstsein und ein Radwegenetz, das sich mit Münster messen kann, sind seine Themen.

Kein Hinterbänkler sein

Und weil er an der geringen Wahlbeteiligung gemerkt hat, wie wenig politisches Interesse vorhanden ist, will der 22-Jährige Politik auch mit Hilfe von Social Media transparent machen. In welchen Ausschüssen er sich engagiere, würde zurzeit innerhalb der acht grünen Ratsvertreter ausgelotet. Hinterbänkler wolle er keinesfalls sein, sondern sich durchaus im Rat Gehör verschaffen.

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Damit hat Otto Korte schon Erfahrung. Politisch aktiv war der gelernte Schlosser bereits im Betriebsrat auf Achenbach. In die Kommunalpolitik kam der Vorsitzende der Gemeinschaft Königsheide durch die Laternendiskussion in der Heimstraße. Acht Jahre ist das her. Otto Korte setzte sich für seine Gemeinschaft ein und arbeitete sich in die Materie mit DIN-Normen und Lampenköpfen ein. Die GFL sprach ihn an, er wurde in den Rat gewählt. Stadtentwicklung und Umwelt, Sicherheit und Ordnung, Haupt- und Finanzausschuss, Bürgerservice und Soziales: das alles sind für Otto Korte interessante Bereiche. In welchen Ausschüssen er künftig vertreten sein wird, sei noch offen. Da der Zuschnitt der Gremien noch nicht feststehe.

Einsatz für Brambauer

In jedem Fall engagiert er sich für Brambauer. Das Integrierte Handlungskonzept ist ihm wichtig, wie auch eine gute Radverbindung in die Innenstadt. „Wenn ich in meiner letzten Ratsperiode noch etwas erreichen kann, dann bin ich froh“, sagt Otto Korte.

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