Marienhospital schränkt Besuche weiter ein und verschiebt Routine-OPs

hzCorona im Krankenhaus

Im Marienhospital wird es weiter nur eingeschränkte Besuchsmöglichkeiten geben. Außerdem hat das Krankenhaus planbare Operationen vorerst abgesagt - die Notfallversorgung ist aber gesichert.

Lünen, Werne

, 15.11.2020, 18:01 Uhr / Lesedauer: 2 min

Das Coronavirus wirkt sich weiterhin auf den Alltag des Marienhospitals in Lünen aus. Wie der Leiter des Covid-Koordinationsstabes, Dr. Berthold Lenfers, im Gespräch mit unserer Redaktion erklärte, bleibt das Besuchsrecht stark eingeschränkt. „Jeder, der bei uns im Krankenhaus Patient ist, ist hier, weil er krank ist. Und was er überhaupt nicht gebrauchen kann, ist eine zusätzliche Infektionskrankheit.“ Jeder Mensch, der von außen reinkommt, bringe ein gewisses Infektionsrisiko mit. „Also müssen wir das Besuchsrecht einschränken.“

Allerdings betonte Lenfers, dass man in Einzelfällen durchaus Besuch ermöglichen könne - zum Beispiel bei Tumorpatienten, wenn es um die Besprechung der weiteren Therapie gehe. Jeder Besucher müsste aber eben auch auf eine Corona-Infektion geprüft werden. „Und um noch mehr Besucher zu überprüfen, ist das Personal überhaupt nicht da.“

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Überhaupt stellt die Personalsituation das Hospital vor eine weitere Herausforderung. So wurden beispielsweise Pflegekräfte dafür geschult, auf der Intensivstation Dienst zu tun. Eine Konsequenz davon sei aber auch, dass man in anderen Bereichen kürzer treten müsse. „Das heißt ganz konkret, dass wir bis Mitte der Woche keine planbaren Routineeingriffe im Haus mehr durchführen können“, so Lenfers am Freitag (13. November).

Krankenhaus wird für Personalpolitik bestraft

In diesem Zusammenhang kritisierte der Lüner Covid-Experte, dass sich NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) gegen eine Abschaffung der Pflegepersonal-Untergrenze entschieden hat: „Diese Grenze beschreibt, dass ein Krankenhaus für eine bestimmte Anzahl von Patienten eine bestimmte Anzahl von Pflegekräften vorhalten muss, die diese Patienten sicher versorgen können. Das ist sehr wünschenswert. Man muss aber ehrlich sagen, dass das trotz bestem Willen manchmal nicht umzusetzen ist. “

Derzeit werde das Krankenhaus dafür bestraft, wenn es den Schlüssel nicht einhält, denn dann gebe es weniger Geld. „Obwohl es eigentlich mehr Arbeit gibt, Überstunden oder kollegiale Hilfe werden da ausgeblendet“, so Lenfers. „Der Minister hat ein Hintertürchen offengelassen und gesagt, dass Kliniken, die eine hohe Zahl von Infizierten betreuen, einen entsprechenden Antrag stellen können.“

Personalmangel und eingeschränkte Besuchszeiten - Signale, die kranke Menschen davon abhalten könnten, überhaupt ins Krankenhaus zu gehen. Diesen Effekt konnten die Ärzte bereits während des ersten Lockdowns im Frühjahr beobachten. Berthold Lenfers stellt klar: „Wir können jeden Notfall versorgen, 24 Stunden an sieben Tagen in der Woche. Und wenn jemand Beschwerden hat, dann kann er sich an uns wenden und wenn es notwendig ist, dann werden wir ihn auch aufnehmen.“

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