Maskenpflicht an Osterfeldgrundschule sorgt bei Lüner Eltern für Unmut

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An der Osterfeldgrundschule gilt ab sofort eine Maskenpflicht für Schüler - auch im Unterricht. Eltern kritisieren diese Corona-Maßnahme heftig und sehen die Entwicklung der Kinder gefährdet.

Lünen

, 18.05.2020, 14:28 Uhr / Lesedauer: 2 min

Seit Montag (18.5.) herrscht an beiden Standorten der Osterfeld-Grundschule in Lünen eine Maskenpflicht - für alle Schülerinnen und Schüler, auch während des Unterrichts. Grund: Ein Kind wurde positiv auf das Covid-19-Virus getestet.

„Am Samstag hat mich das Gesundheitsamt des Kreises Unna darüber informiert“, bestätigt Schulleiterin Iris Lüken auf Anfrage. „Wir haben anschließend beraten, was als nächstes passieren muss.“

Bisher hatte die Osterfeldschule eine eher liberale Regelung: Die Kinder wurden jahrgangsweise in Kleingruppen unterrichtet, die sich während der Schulzeit nie trafen. „Entsprechend musste bisher auch keine Maske getragen werden.“

Weitere Infektion hätte Folgen

Mit dem positiven Corona-Test hat sich das nun geändert. „Die Lehrerin, die das betroffene Kind unterrichtet hat, musste sofort in Quarantäne. Ihr Testergebnis liegt noch nicht vor.“ Wäre auch sie mit dem Virus infiziert, hätte das wiederum Auswirkungen: Sie hatte zwar keinen Kontakt mit anderen Kindern außerhalb ihrer Lerngruppe, aber eben mit anderen Lehrkräften.

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Um den Schulbetrieb nicht sofort einstellen und die betroffenen Kolleginnen und Kollegen in Quarantäne schicken zu müssen, hat sich Iris Lüken für die strikte Maskenpflicht entschieden. „So sind im Ernstfall beide Seiten bestmöglich geschützt.“ Da eine Kollegin am betreffenden Tag zwischen der Bismarck- und der Virchowstraße gewechselt hat, sind auch beide Standorte der Osterfeldschule von dieser Pflicht betroffen.

Masken beeinträchtigen Kinder im Unterricht

Die Eltern wurden am Samstag per WhatsApp-Nachricht über die einzelnen Klassengruppen informiert. Eine Nachricht, die bei vielen Eltern auf Unverständnis stieß - vor allem, weil die Kinder im schlimmsten Fall bis zu sieben Stunden lang eine Maske tragen müssten. „Dies ist für unsere Kinder absolut unzumutbar“, schreiben Fiona Gores und Yvonne Wohlleben, Vorsitzende der Schulpflegschaft, ein einer Mail an unsere Redaktion.

Die Befürchtung: Kinder könnten sich in der ohnehin nur knapp bemessenen Unterrichtszeit mit einer Maske kaum konzentrieren, wüssten nicht, wie sie mit Sorgen und Ängsten umgehen sollen, und könnten Gebärden und Emotionen von den Mitschülern kaum wahrnehmen. Dabei seien diese zum Beispiel beim Schriftspracherwerb eine wichtige Unterstützung.

Schreiben mit ähnlichem oder gleichbleibendem Wortlaut seien auch an das Schulministerium, das Gesundheitsamt und Bürgermeister Jürgen Kleine-Frauns gegangen. „Wir haben an den gesunden Menschenverstand appelliert und gebeten, die Anordnung der Maskenpflicht zu überdenken oder ggf. die Schulpflicht für unsere Kinder auszusetzen oder endlich einen adäquaten Digitalunterricht für unsere Kinder anzubieten“, so die Pflegschaftsvorsitzenden.

Entscheidung lag bei der Schulleitung

Die Kritik richte sich nicht gegen die Schule, die gute Arbeit leiste, heißt es von einer anderen Mutter. Allerdings liegt die Entscheidung eindeutig bei der Schulleitung, wie Iris Lüken erklärt: „Die Eltern nehmen dem Entscheider die Entscheidung übel, blenden aber aus, dass ich sie getroffen habe.“

Am ersten Tag habe es jedoch keine Probleme gegeben: „Alle haben sich an die Pflicht gehalten.“ Die Kinder werden von den Lehrern nach wie vor auf dem Schulhof abgeholt. „Wenn ein Kind keine Maske trägt, fällt das dort auf.“ Für solche Fälle hätte die Schule auch Einwegmasken parat.

Wenn sich jedoch ein Kind partout weigert, eine Maske zu tragen, wäre das ein echtes Problem: „Dann stehen sich zwei Pflichten gegenüber: die Aufsichtspflicht und die Gesundheitspflicht. Und ich müsste abwägen, welche wichtiger wäre.“ Das will Iris Lüken aber erst dann tun, wenn dieser Fall tatsächlich eintritt. Fest stehe auch: „Ich schicke kein Kind einfach so nach Hause.“

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