Mehr Operationen im Klinikum: Jeder Patient wird auf Corona getestet

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Das St.-Marien-Hospital fährt seine durch Corona reduzierten Kapazitäten wieder hoch. 32 Patienten warten darauf. Sie müssen vorher alle auf Corona getestet werden, der Eingang ist separat.

Lünen

, 04.05.2020, 20:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Große Bereiche des St.-Marien-Hospitals, das mit dem St.-Christophorus-Krankenhaus Werne zum Katholischen Klinikum Lünen-Werne gehört, sind momentan für Patienten mit Covid-19 reserviert.

Dazu zählen der komplette C-Bau und die Intensivstation B9. Drei weitere Stationen sind geschlossen, um Personal freizusetzen. Weil sich die Zahlen der Corona-Infizierten nicht so extrem entwickelt haben wie befürchtet, sollen die Krankenhäuser auf Wunsch des Gesundheitsministers langsam wieder ihre Kapazitäten auf 60 bis 70 Prozent Auslastung hochfahren.

32 Patienten auf der Warteliste

„Wir waren in der Notfallversorgung, auch durch den Rettungshubschrauber, zum Teil schon bei 65 Prozent“, berichtet Dr. Berthold Lenfers, Leiter des Covid-Koordinationsstabes für beide Häuser. Vieles könne man nicht steuern und Notfälle oder Tumorpatienten auch nicht warten lassen. „Das macht es uns schwierig, uns zu steigern“, erläutert er.

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Allein am Donnerstag (30.4.) seien 42 dringliche Fälle aufgenommen worden. Ob Magenspiegelung, Herzkatheter oder chirurgischer Eingriff: 32 weitere stehen auf der Warteliste für Eingriffe in der kommenden Woche.

Sie müssen sich vor der Behandlung telefonisch melden, um verschiedene Termine zu bekommen. Alle werden auf Corona getestet. Das Krankenhaus hat dafür einen separaten Bereich geschaffen.

Eigener Eingang und OP erst nach Coronatest

Die Patienten gehen zum Test durch den Eingang des Covid-Behandlungszentrums der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe an der rechten Gebäudeseite. Der Abstrich der Klinik-Patienten wird aber in einem getrennten Bereich gemacht. Auch das Labor ist ein anderes.

Ist das Test-Ergebnis nach zwei Tagen aus dem Labor zurück und negativ, können die betroffenen Patienten im Krankenhaus behandelt werden. „Wir versuchen, eine möglichst hohe Sicherheit zu haben. Denn es wäre eine Katastrophe, wenn ein Patient eine große OP hätte und gleichzeitig eine Covid-Erkrankung ausbrütet“, so Lenfers. Wichtig sei auch, die anderen Patienten zu schützen.

Kapazitäten für Operationen bleiben begrenzt

In der kommenden Woche soll wieder mehr operiert werden. Doch die Kapazitäten bleiben begrenzt, nicht nur durch Vorgaben von Bund und Land. Das gelte auch für Ärzte und Medikamente.

Denn die Anästhesisten, die auf der Intensivstation für die Behandlung der mit Corona Infizierten im Einsatz seien, fehlten in den Operationssälen. Zudem gebe es bundesweit einen Engpass an Narkosemitteln. „Das betrifft uns jetzt noch nicht so, aber wir müssen mit unseren Ressourcen haushalten“, so Dr. Berthold Lenfers die augenblicklichen Herausforderungen.

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