Mehr Raupen: Perfekte Bedingungen für Eichenprozessionsspinner in Lünen

hzGiftige Raupen

Der Eichenprozessionsspinner war 2020 weniger im Fokus der Gespräche - doch er hatte perfekte Bedingungen, um sich zu vermehren. Tatsächlich gab es mehr Raupen als im vergangenen Jahr.

Lünen

, 04.09.2020, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Im vergangenen Jahr war der Eichenprozessionsspinner ein großes Thema in Lünen. In diesem Jahr wird weniger Wind um die Raupen mit den Brennhaaren gemacht. Während die Lüner mit der Corona-Pandemie beschäftigt waren, vermehrten sich die Spinner jedoch fleißig und sorgten für viele Einsätze bei der Stadt.

„Wir hatten deutlich mehr Fälle als im Vorjahr, was vornehmlich am milden Winter liegt. Man kann sagen: Die Raupen hatten perfekte Bedingungen. Es war nahezu jede Eiche im Stadtgebiet mit den Raupen befallen. Besonders betroffen war der Lüner Norden, weil es dort viele Eichen gibt. Insgesamt sind etwa 350 Meldungen eingegangen“, berichtet Benedikt Spangardt, Pressesprecher der Stadt Lünen.

Schnelle Beseitigung durch Raupen-Sauger

Ein Loch in die Stadtkasse hat die Beseitigung der Raupen-Plage jedoch nicht gerissen. Die Kosten lagen laut Spangardt in dieser Saison bei etwa 300.000 Euro. 2019 waren es 320.000 Euro. Bereits früh in der Saison seien die Baumpfleger der Wirtschaftsbetriebe Lünen (WBL) eingebunden worden. Mit zunehmendem Befall wurden auch externe Firmen mit der Beseitigung beauftragt. Entstehende Nester konnten insbesondere in sensiblen Bereichen wie Schulen und Kindergärten in den meisten Fällen spätestens am Folgetag der Meldung beseitigt werden.

Das Absaugen der Raupen ist und bleibt in Lünen die Methode der Wahl: Der Einsatz von Spritzmitteln, die auch nützlichen Insekten schaden, hält die Stadt weiterhin für unverantwortlich. Auch den Einsatz von Nematoden – Fadenwürmer, die natürliche Feinde von Raupen sind – sähe die Stadt kritisch, denn die Würmer unterscheiden nicht zwischen den Raupen des Eichenprozessionsspinners und den ungefährlichen Raupen anderer Falterarten.

Mehr Meisenkästen für die Saison 2021

Gute Ergebnisse erzielte die Stadt mit den umstrittenen Meisenkästen: Kritiker befürchteten, dass die Meisen nicht vorrangig die Eichenprozessionsspinner fressen oder es schlicht nicht genug Meisen gäbe, um gegen den Befall anzugehen. Der Stadtsprecher berichtet: „Die Meisenkästen wurden von den Vögeln gut angenommen. Die Firmen und WBL haben mehrere Nester in der Nähe von Nistkästen entfernt, in denen keine Raupen mehr waren.

Hier haben sich unsere Erwartungen bestätigt: Die Meisenkästen sind kein Allheilmittel, aber sie reduzieren die Anzahl der Raupen merklich.“ Zum kommenden Jahr werden daher noch weitere Meisenkästen aufgehängt. Auf Sperrungen aufgrund des Spinner-Befalls konnten die Stadt Lünen wie im vergangenen Jahr vollständig verzichten. In anderen Städten hingegen wurden ganze Parks und Waldstücke abgeriegelt, um die Bürger zu schützen.

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