Menschen mit Zweitjob: 45 Prozent Anstieg in zehn Jahren im Kreis

Gewerkschaft NGG

10.500 Menschen im Kreis Unna haben neben ihrer regulären Stelle noch einen Minijob. Damit stieg die Zahl laut Gewerkschaft NGG in zehn Jahren um 45 Prozent an. Viele arbeiten am Limit.

Lünen

03.03.2020, 09:00 Uhr / Lesedauer: 1 min
Viele Menschen, die neben ihrem normalen Beruf noch einen Zweitjob machen (müsssen), arbeiten in der Gastronomie oder in Hotels.

Viele Menschen, die neben ihrem normalen Beruf noch einen Zweitjob machen (müsssen), arbeiten in der Gastronomie oder in Hotels. © Gewerkschaft

Immer mehr Menschen im Kreis Unna sind auf einen Zweitjob angewiesen. Das meldet die Gewerkschaft Nahrung, Genuss, Gaststätten (NGG). Damit sei die Zahl der Zweitjobber innerhalb von zehn Jahren um 45 Prozent gestiegen. Die NGG Dortmund beruft sich hierbei auf neue Zahlen der Arbeitsagentur. Danach sind Zweitjobs in Restaurants, Gaststätten und Hotels besonders verbreitet.

Schieflage am Arbeitsmarkt

Zahlen für Lünen kann die Gewerkschaft nicht nennen. Manfred Sträter, Geschäftsführer der NGG Dortmund, spricht von einer „Schieflage auf dem Arbeitsmarkt“.

Er sagt: „Im Schatten des Booms der vergangenen Jahre sind viele sozialversicherungspflichtige Stellen entstanden, die oft kaum zum Leben reichen. Nebenjobs müssen dann die Haushaltskasse aufbessern.

Aber wer auf einen solchen Zweitjob angewiesen sei, der arbeite meist am Limit - auf Kosten von Familie, Freunden und Freizeit, so Sträter.

450-Euro-Kräfte anstatt von Fachkräften

Dabei, so Sträter, treffe der Boom bei den Nebenjobs langfristig auch die heimische Wirtschaft. „Gastronomen und Bäckermeister, die über den Fachkräftemangel klagen, aber gleichzeitig auf 450-Euro-Kräfte setzen, schneiden sich ins eigene Fleisch.“

Fachkräfte gewinne man nur mit ordentlichen Löhnen. „Eine Lehre im Lebensmittelhandwerk oder im Gastgewerbe komme für Schulabgänger nur in Frage, wenn der Lohn und die Ausbildungsbedingungen stimmten.

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