Ein Paar aus Lünen soll in Millionen-Betrug verstrickt sein. Der Schwarzlohn-Prozess wurde am Bochumer Landgericht vorerst bis zum 19. Januar 2021 unterbrochen. © Werner von Braunschweig
Bochumer Landgericht

Millionen-Betrug durch Schwarzarbeit: Prozess gegen Lüner unterbrochen

Der Schwarzlohn-Prozess gegen ein Ehepaar aus Lünen ist unterbrochen. Die Richter am Bochumer Landgericht entschieden mit Blick auf die erhöhte Corona-Infektionsgefahr: Gesundheit geht vor.

Die Corona-Pandemie hat den Prozess um mutmaßlich millionenschwere Schwarzlohn-Betrügereien durch ein Ehepaar aus Lünen und einen mitangeklagten Bauunternehmer ausgebremst. Alle planmäßig angesetzten Sitzungstermine wurden für knapp einen Monat aufgehoben. Stand jetzt soll das Verfahren am 19. Januar 2021 neu beginnen – in Stein gemeißelt ist das allerdings noch nicht.

Die 6. Wirtschaftsstrafkammer am Bochumer Lansgericht stufte die Gesundheitsrisiken für alle Prozessbeteiligten angesichts der zuletzt nahezu gleichbleibend hohen Corona-Infektionszahlen aktuell als so hoch ein, dass eine Verfahrensfortsetzung nicht zu vertreten sei. Zumal es sich ja auch nicht um einen Prozess mit besonderem Beschleunigungsgebot handelt, da aktuell keiner der drei Angeklagten in U-Haft sitzt. Darüber hinaus hätten aufgrund des Schweigens der Angeklagten beim Prozessauftakt jetzt eine Vielzahl von Zeugenvernehmungen bevorgestanden. Das sei aktuell aber nicht zu verantworten, hieß es.

Das Ehepaar aus Lünen sollen gemeinsam mit dem Chef einer Wittener Baufirma jahrelang ein illegales Schwarzlohn-System eingerichtet haben. Die Anklage beziffert den Sozialversicherungs- und Steuerschaden auf rund 3,1 Millionen Euro. Der Mann aus Lünen soll mit dem Chef die betrügerischen Geschäfte gelenkt, seine Frau dazu Scheinrechnungsvorlagen erstellt haben.

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