Einer freiwilligen Umfrage unter den Angestellten nach zu urteilen herrscht bei der Stadt Lünen seit geraumer Zeit Herdenimmunität gegen das Coronavirus. © Goldstein
Impfquote

Mitarbeiter-Abfrage: Stadtverwaltung Lünen hat Herdenimmunität

Laut Gesetz dürfen Arbeitgeber zum Teil Angaben über den Impfstatus der Angestellten verlangen, sonst drohen Sanktionen. Wir haben bei der Stadt Lünen nachgefragt. Die scheint längst immun.

Nach einer Novelle des Infektionsschutzgesetzes sind Arbeitnehmer in bestimmten Bereichen dazu verpflichtet, Angaben über ihren Impfstatus zu machen, wenn der Arbeitgeber dies verlangt. Dies gilt zum Beispiel für Beschäftigte in Schulen, Kindergärten oder dem Rettungsdienst. Die Stadt Dortmund will deshalb nun ihre Beschäftigten in solch kritischen Arbeitsbereichen zu ihrem Impfstatus zu befragen – und schließt auch Sanktionen nicht aus, sollten Arbeitnehmer die Auskunft verweigern wollen.

„Wir nehmen das sehr ernst. Wer die Auskunft verweigert, muss mit Konsequenzen rechnen“, sagt Dortmunds Personaldezernent Christian Uhr. 3500 der etwa 10.000 Beschäftigten der Dortmunder Stadtverwaltung sind von der Auskunftspflicht betroffen. Bei Nicht-Befolgung seien etwa Abmahnungen, Versetzungen in unkritische Arbeitsbereiche, oder sogar Freistellungen von der Arbeit ohne Bezahlung möglich.

Grund genug, einmal in der Lüner Stadtverwaltung nachzufragen, ob sie auch eine solche Befragung unter ihren Angestellten plant. Und siehe da: Bei der Stadt Lünen ist die viel zitierte Herdenimmunität (liegt im Falle des Coronavirus bei einer Impfquote von rund 85 Prozent) anscheinend längst erreicht.

90 Prozent der Belegschaft sind durchgeimpft

Demnach habe der Stab Außergewöhnliche Ereignisse (SAE Corona), den die Verwaltung im März 2020 ins Leben gerufen hatte, bereits im Sommer in allen Dezernaten eine Abfrage des Impfstatus auf freiwilliger Basis veranlasst. Das Ergebnis? „Rund 90 Prozent der Belegschaft sind durchgeimpft, Tendenz steigend“, heißt es in einer Antwort des kommissarischen Pressesprechers der Stadt Lünen, Frank Knoll, der sich auf Anfrage dieser Redaktion in einer schriftlichen Antwort auf Umfrage-Ergebnisse vom 23. August 2021 bezieht.

„Nach unserem Kenntnisstand haben alle Kolleginnen und Kollegen Angaben zum Impfstatus gemacht“, heißt es in der Antwort weiter. Es könne allerdings einige wenige nicht erfasste Ausnahmen geben – etwa wegen Urlaub, Krankheit, Mutterschutz oder Elternzeit einzelner Arbeitnehmer.

Eine offizielle Abfrage unter den Angestellten in kritischen Arbeitsbereichen sei nicht konkret geplant, könne bei Bedarf jedoch erfolgen. Man gehe auch nicht davon, bei solch einer Umfrage auf Widerstand der Angestellten zu stoßen. „Die Beteiligung auf freiwilliger Basis war hervorragend. Alle Beschäftigte sind sehr pflichtbewusst“, heißt es in der Antwort der Stadt.

  • Unter einer Herdenimmunität versteht man den indirekten Effekt, den Impfungen mit sich bringen.
  • Ist ein gewisser Teil einer Menschengruppe (der „Herde“) gegen einen Krankheitserreger geimpft, wird dadurch die Übertragung des Erregers so reduziert, dass auch Ungeimpfte ein niedrigeres Risiko haben, sich zu infizieren.
  • Die Herdenimmunität steigt mit steigenden Impfquoten in der Intensität.
Über den Autor
2014 als Praktikant in der Sportredaktion erstmals für Lensing Media aufgelaufen – und als Redaktionsassistent Spielpraxis gesammelt. Im Oktober 2017 ablösefrei ins Volontariat gewechselt und im Anschluss als Stammspieler in die Mantel-Redaktion transferiert. 2021 dann das Comeback im Sport, bespielt hauptsächlich den Kreis Unna.
Zur Autorenseite
Avatar

Der neue Lokalsport-Newsletter für Haltern

Immer freitags um 18:30 Uhr das Wichtigste aus dem Halterner Lokalsport direkt in Ihr E-Mail-Postfach.

Informationen zur Datenverarbeitung im Rahmen des Newsletters finden Sie hier.