Lockerungen für den Einzelhandel im Lockdown könnte es bald geben. An wenigen Stellen. Der Nutzen für die Händler ist eher klein. © Goldstein
Lockdown

Mögliche Lockerungen: Lüner Geschäftsleute zwischen Hoffen und Resignation

Der Corona-Gipfel am Mittwoch ist bei Lüner Händlern mit Hoffnung auf Lockerungen verbunden. Es bleiben aber auch viele Fragezeichen. Ein Gastronom hingegen gesteht, dass er langsam resigniert

Buchhandlungen, Blumengeschäfte und Baumärkte: Nicht nur sie hoffen auf weitere Lockerungen. Mit Einschränkungen war das teilweise auch bislang möglich. „Wir durften ja schon geöffnet haben, nur nicht alles verkaufen“, sagt Ulrike Feldmann vom Blumengeschäft Stil & Blume.

Der fehlende Verkauf von Dekoartikeln habe natürlich schon in der Kasse gefehlt. Das ist aber nicht das einzige Problem. „Wir haben natürlich so gut wie keine Laufkundschaft.“ Daran dürfte sich, zumindest kurzfristig, auch nicht so viel ändern.

Buchhändlerin: „Uns geht es im Vergleich noch gut“

Positiv versucht Heidi Vakilzadeh von der Lippe Buchhandlung nach vorne zu schauen. „Ich möchte für alle Kunden offen sein“, sagt sie. Über den Online-Shop bietet das Geschäft die Möglichkeit von „Click and collect“ an. Auch telefonisch können Bücher geordert werden.

Mit einer weiteren Lockerung (ein Kunde pro 10 Quadratmeter Verkaufsfläche) könnten wieder bis zu zwölf Kunden im Geschäft nach Büchern stöbern. Ähnliche Regelungen hätten in der Vergangenheit gut funktioniert. „Die Kunden sind ja auch dafür sensibilisiert.“ Im Vergleich zu anderen Einzelhändlern gehe es dem Buchgeschäft noch ganz gut. „Wir haben ja Möglichkeiten.“

Für Einzelhändler wie etwa das Bekleidungsgeschäft Street-One-Cecil an der Lange Straße 22 steht eine Öffnung zumindest kurzfristig noch nicht auf dem Plan. Der Kommentar von Inhaberin Daniela Große Kleimann ist entsprechend knapp: „Ich warte die Entwicklungen am Mittwoch erstmal ab.“ Für Gastronomen gibt es derweil keinen greifbaren Lichtblick. Vielleicht im April. Bob Michaels vom Restaurant Greif gesteht, dass „man mit der Zeit resigniert.“ Was die Zukunft des Lokals angeht: „Wir werden weiter kämpfen. Aber wir wissen nicht mehr wie lange noch.“

Testpflicht bedeutet Verschärfung für Fahrschulen

In der Beschlussvorlage, die bereits vor den Verhandlungen am Mittwoch öffentlich wurde, geht es auch um mögliche Öffnungen für körpernahe Dienstleistungen sowie Fahrschulen. Mittels aktuellen Schnell- und Selbsttests könnten sie eventuell öffnen. Aber nur mit Testkonzept für das Personal. Das stößt zumindest bei Önder Aytekin, Inhaber der Fahrschule Europa, auf Fragen und Unverständnis. „Wir haben in NRW ja die Ausnahme, dass berufsbedingte Führerscheine weiter gemacht werden dürfen. Da geht es mit Maske und Desinfizieren.“ Sechs der sechzehn Fahrlehrer in der Fahrschule sind in Kurzarbeit, der Rest arbeite normale Zeiten.

Die Schnelltest-Strategie bedeute eine Verschärfung der Auflagen, werfe für ihn auch die Frage auf, wer das zu bezahlen habe. „Ich habe am Dienstag mit anderen Fahrlehrern darüber gesprochen. Die halten das auch für Schwachsinn.“ Jedes Bundesland handhabe die Regeln für Fahrschulen ohnehin anders. Sinnvoll finde er das nicht. Anders durchsetzen lasse sich das aber auch nicht.

Über den Autor
Beruflicher Quereinsteiger und Liebhaber von tief schwarzem Humor. Manchmal mit sehr eigenem Blick auf das Geschehen. Großer Hang zu Zahlen, Statistiken und Datenbanken, wenn sie denn aussagekräftig sind. Ein Überbleibsel aus meinem Leben als Laborant und Techniker. Immer für ein gutes und/oder kritisches Gespräch zu haben.
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