Muttertag in Seniorenheimen: Positive Bilanz und erweitertes Angebot

hzCorona-Krise

Pünktlich zum Muttertag durften Angehörige zum ersten Mal in der Corona-Krise wieder die Bewohner von Seniorenheimen besuchen - unter strengen Sicherheitsvorkehrungen. Und so geht es weiter.

Lünen, Selm

, 13.05.2020, 19:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Nach fast zwei Monaten Besuchsverbot wegen des Corona-Virus durften Nordrhein-Westfalens Altenzentren und Seniorenheime pünktlich zum Muttertag (10. Mai) wieder für Besucher öffnen.

Davon waren längst nicht alle Träger und ihre Heimleitungen wegen der kurzen Vorbereitungszeit begeistert. So blieb zum Beispiel das zum Diakonischen Werk Dortmund/Lünen gehörende evangelische Altenzentrum Lünen an der Bebelstraße 200 für die Angehörigen der 80 Bewohner geschlossen. Besuche sind in dem Altenzentrum erst von Donnerstag (14. Mai) an wieder erlaubt.

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Im Gegensatz dazu ließ der Caritasverband Lünen-Selm-Werne Besuch zu: „In unseren Einrichtungen waren am Muttertag rund 200 Angehörige zu Besuch“, sagte ein Verbandssprecher am Dienstag (12.) auf Anfrage unserer Redaktion. Zu diesen Einrichtungen zählten das Altenzentrum St. Norbert (Lünen), das Seniorenzentrum an der Lippe (Lünen) und das Altenwohnhaus St. Josef (Selm).

„Trotz der kurzen Vorbereitungszeit ist es in unseren Häusern gelungen, gute Voraussetzungen für die Besuche zu schaffen. Die Treffen sind gut verlaufen, es konnten leider nicht alle Anfragen erfüllt werden. Diese können aber gerne in den nächsten Tagen nachgeholt werden“, sagt der Verbandssprecher weiter:

„Die Besucher zeigten Verständnis für die erforderlichen Sicherheitsmaßnahmen und konnten die Gründe dafür nachvollziehen.“

Nicht alle Wünsche konnten erfüllt werden

Die Bewohner und Angehörigen hätten sich natürlich sehr über die Besuchsmöglichkeit gefreut und mit der Organisation und dem Ablauf zufrieden gezeigt, hieß es weiter. Gleichwohl konnten längst nicht alle Besuchswünsche erfüllt werden, wie der Verbandssprecher einräumte:

„Wir sind bemüht, möglichst allen Anfragen nach Besuchen in unseren stationären Einrichtungen nachzukommen und unseren Bewohnerinnen und Bewohnern ein Treffen mit Ihren Angehörigen zu ermöglichen.“

Auf der Grundlage eines gemeinsamen Besucher-Hygiene-Konzeptes gebe es für jede Einrichtung des Caritasverbandes individuelle und bedarfsorientierte Detaillösungen, die sich an den jeweiligen Möglichkeiten der Einrichtungen orientieren, führte der Sprecher aus:

„Die Treffen finden in nächster Zeit im Außenbereich in eigens dafür errichteten großen Veranstaltungszelten statt.“ Nähere Angaben dazu machte der Verband keine. Vielmehr bat der Sprecher „alle Besucher dringend um eine vorherige Anmeldung“. Die jeweils aktuell geltenden Besuchszeiten seien auf der Website des Verbandes nachzulesen.

„Als wäre es ihr erstes Date“

Zufrieden mit dem Verlauf der Öffnung am Muttertag zeigte sich auf Nachfrage auch Karin Zielewski-Glietz, Leiterin des AWO-Seniorenzentrum „An der alten Gärtnerei“. In dem Brambauer Seniorenzentrum leben 80 Menschen.

„Das war sehr positiv, die Bewohner haben sich richtig gefreut. Manche konnten in der Nacht zuvor vor Aufregung kaum schlafen, andere haben sich so verhalten, als wäre es ihr erstes Date“, sagte die Einrichtungsleiterin.

Mindestabstand eingehalten

Karin Zielewski-Glietz hatte für den Besuchstag eigens zwei Pagoden-Zelte mit jeweils zwei Zugängen im Garten aufstellen lassen: „Damit wurde der Mindestabstand von 1,50 Metern eingehalten, eine Plexiglasscheibe sorgte für zusätzliche Sicherheit, die Besucher desinfizierten sich vor und nach dem Besuch die Hände und trugen einen Mundschutz.“

Seit der Premiere am Muttertag haben Angehörige fortan auch wieder „unter der Woche“ (Zielewski-Glietz) die Möglichkeit zu Besuchen, nach Terminabsprache.

Die Besuchszeiten im Überblick:

  • Montags bis freitags von 10 bis 12 Uhr und von 13 bis 17 Uhr.
  • Samstags und sonntags von 13 bis 17 Uhr.

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