Nach Corona-Zwangspause: Endlich zum Friseur - mit Maske, ohne Kaffee

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Manche waren den Tränen nahe: Endlich wieder die Haare schön. Der erste Salonbesuch nach sechs Wochen war für Kunden eine besondere Erfahrung - mit Mundschutz, Abstand und ohne Kaffee.

Lünen

, 04.05.2020, 19:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Friseurmeisterin Christiane Belz ist in ihrem Geschäft an der Borker Straße voll ausgelastet. Eigentlich wollte sie am ersten Öffnungstag nach sechs Wochen Corona-Zwangspause alleine arbeiten und testen, wie Haareschneiden auf Abstand und mit vorgeschriebenen Schutzmaßnahmen klappen kann. Doch die Nachfrage war so groß, dass sie ihre Mitarbeiterin dazuholte.

Stresstest unter neuen Bedingungen

Neben Ansätze färben und Frisuren in Fasson bringen muss auch mancher Eigenversuch mit der Schere professionell wieder ausgebügelt werden. Die Corona-Krise erfordert vor jedem Schnitt eine Haarwäsche mit Shampoo, um mögliche Viren zu beseitigen: Der Montag, in vielen Salons eigentlich ein freier Tag, wurde zum Stresstest unter neuen Bedingungen.

Wie`s geklappt hat? Christiane Belz hat für solche Fragen im Moment gar keine Zeit. Werner Middel vom Salon an der Cappenberger Straße auch nicht. Nele Hörning von Haardesign an der Dortmunder Straße, sagt. „Hier brummt der Bär.“ Die vielen neuen Vorschriften seien kompliziert, aber man sei gut vorbereitet.

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Endlich wieder gepflegt aussehen und einfach mal `rauskommen, viele Kunden haben den ersten Friseurbesuch herbeigesehnt. „Sie sind überglücklich, nicht mehr so zerzaust auszusehen“, sagt Armin Gubisch von „Der Naturfriseur“ an der Preußenstraße. Zwei Kunden hätten fast geweint.

In den nächsten drei Wochen hat er keinen Termin mehr frei. In dem 84 Quadratmeter großen Salon können nur drei statt sonst sechs Kunden gleichzeitig frisiert werden. Das schreiben die Abstandsregeln vor. „Es läuft alles harmonisch“, sagt Gubisch. Eine Mitarbeiterin sei nur dafür da, Geräte und Stuhl nach jedem Kunden zu desinfizieren.

Arbeiten in zwei Schichten

Wie bei einem Neustart hat sich Friseurmeisterin Nele Hörning am Montag (4.5.) gefühlt. Das Team arbeitet in zwei Schichten: „Jetzt sieht man die Kollegen gar nicht.“ Die Mehrzahl der Kunden habe die Veränderungen gut aufgenommen. Nur einige verstünden nicht, dass sie nicht sofort einen Termin haben könnten.

Friseurmeisterin Gabriele Gubisch freut sich, endlich wieder eine Schere in der Hand zu haben. Da die heraus gewachsenen Konturen meist Neuschnitte erfordern, dauern sie 15 Minuten länger. Was sich auch im höheren Preis bemerkbar macht.

In den kommenden drei Wochen wird Gubisch auch immer montags öffnen, um den Ansturm bewältigen zu können. Die Verluste der vergangenen Wochen werde das aber wohl nicht aufholen können. „Und man weiß nicht, was noch kommt.“ Armin Gubisch fürchtet, dass viele Lüner einfach weniger Geld haben werden.

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