Nach dem ÖPNV: Verdi kündigt weitere Arbeitsniederlegungen in Lünen an

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Verdi hatte am Dienstag bundesweit zum Streik im öffentlichen Nahverkehr aufgerufen. Auch Lünen war davon betroffen. Für Donnerstag kündigt die Gewerkschaft nun den nächsten Streik an.

Lünen

, 29.09.2020, 14:18 Uhr / Lesedauer: 2 min

Am Dienstag (29. September) fuhren weniger Busse als üblich: Weil die Gewerkschaft Verdi zum Streik aufgerufen hatte, mussten die Verkehrsbetriebe Kreis Unna (VKU) ihr Angebot ausdünnen. Über Internet konnten sich Pendler und andere Fahrgäste darüber informieren, welche Linien wann überhaupt unterwegs waren. Die Service-Zentrale Fahrtwind am Zentralen Omnibus-Bahnhof (ZOB) war ebenfalls geschlossen.

Im Großen und Ganzen lief der Streiktag in Lünen entspannt ab - viele Pendler schienen sich vorbereitet zu haben und waren auf alternative Beförderungsmittel umgestiegen. Die Folge: Hauptverkehrsstraßen vor allem von und nach Dortmund waren noch voller als sonst. Ab Mittwoch (30. September) soll der ÖPNV dann wieder normal laufen.

Allerdings kündigt Verdi bereits den nächsten Streik an - dieses mal allerdings wird es die öffentlichen Arbeitgeber treffen. Am Donnerstag, 1. Oktober, sollen nach Gewerkschaftsangaben die Angestellten bei der Stadtverwaltung und bei der Sparkasse an der Lippe die Arbeit niederlegen.

Verdi vermisst Wertschätzung und Dankbarkeit

Michael Kötzing, Bezirksgeschäftsführer von Verdi in Westfalen, nennt das Verhalten der öffentlichen Arbeitgeber in der Streikankündigung „perfide“. Verdi hätte angeboten, die Tarifverhandlungen pandemiebedingt zu verschieben - dies sei von der Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA) ausgeschlagen worden: „Anstatt dann in zwei Verhandlungsrunden ein Angebot vorzulegen, verplempern sie Zeit und fordern stattdessen zahlreiche Sonderopfer der eigenen Beschäftigten. “ Von Wertschätzung oder Dankbarkeit gegenüber den Leistungen vieler Kolleginnen und Kollegen habe es in den letzten Monaten keinerlei Spur gegeben.

Verdi befürchtet, dass die Angestellten am Ende die Krise „bezahlen“ müssen und will deshalb zu Streiks greifen: „Das einzige Mittel was Gewerkschaften am Ende zur Verfügung haben.“ Die Forderung: 4,8 Prozent mehr Lohn für die Beschäftigten des öffentlichen Dienstes von Bund und Kommunen, mindestens aber 150 Euro pro Monat, bei einer Laufzeit von 12 Monaten. Außerdem sollen die Ausbildungsvergütungen und Praktikantenentgelte um 100 Euro pro Monat angehoben werden. „Erwartet wird zudem die Ost-West-Angleichung der Arbeitszeit.“

Neben Lünen wird Verdi am 1. Oktober auch in Dortmund die Stadtverwaltung inklusiver aller Eigenbetriebe sowie das Jobcenter bestreiken. Am 2. Oktober sind die Firmen DEW21 und DoNetz betroffen, außerdem die Sparkasse in Dortmund.

Die nächste Verhandlungsrunde zwischen Verdi und VKA ist für den 22. und 23. Oktober in Potsdam angesetzt. Bis dahin kündigt die Gewerkschaft an: „Weitere Warnstreiks werden folgen.“

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