Nach der Europawahl: Wo die Grünen in Lünen stark waren - und wo die AfD

hzAnalyse zum Wahlergebnis

Die SPD bleibt in Lünen stärkste Kraft - das ist auch die einzig gute Nachricht für die Sozialdemokraten nach der Europawahl. Unsere Analyse beleuchtet auch die Folgen für die nächste Wahl.

Lünen

, 27.05.2019, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die SPD ist stärkste politische Kraft in Lünen, gefolgt von der CDU und den Grünen - so weit, so normal. Ein genauerer Blick auf die Ergebnisse der Europawahl zeigt jedoch, dass der Spitzenplatz für die Sozialdemokraten in der Lippestadt längst keine Selbstverständlichkeit mehr ist.

Kein guter Tag für die Volksparteien

Mit 26,41 Prozent der Stimmen büßt die SPD in Lünen mehr als 17 Prozentpunkte gegenüber ihrem Ergebnis bei der letzten Europawahl von 2014 ein. Damit stellen sich die Verluste der Sozialdemokraten vor Ort noch dramatischer dar als im Bund, wo die SPD „nur“ um 11,5 Prozentpunkte abstürzte. Bei der CDU zeigt sich ein - wenn auch nur leicht - umgekehrtes Bild. 22,16 Prozent bedeuten knapp viereinhalb Prozentpunkte weniger als 2014, während die Christdemokraten bundesweit 6,4 Prozentpunkte auf ihr letztes Europa-Ergebnis verloren.

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Die Grünen konnten in Lünen nicht zur zweiten Kraft aufsteigen, dürfen sich aber angesichts von 18,40 Prozent - mehr als 10 Prozentpunkte plus - als Sieger dieser Wahl fühlen, zumal die Grünen auf Bundesebene mit einem plus von 9,8 Prozentpunkten nicht ganz so viel zugelegt hatten - dafür aber dort die SPD überflügelten. Die FDP konnte in Lünen ihr Ergebnis gegenüber 2014 ebenfalls verbessern, es ging um knapp zweieinhalb Prozentpunkte rauf auf 5,48 Prozent. Die Linke musste leichte Verluste hinnehmen, 0,63 Prozentpunkte ging es von 2014 runter auf nun 4,49 Prozent der Wählerstimmen. Beide spiegeln den Bundestrend wider. Die AfD konnte in Lünen ihr Ergebnis von 2014 verdoppeln und landet mit 11,87 % in etwa dort, wo sie auch im Bund ist (11 Prozent).

Nach der Europawahl: Wo die Grünen in Lünen stark waren - und wo die AfD

Das vorläufige Endergebnis der Europawahl 2019 für die Stadt Lünen. © Stadt Lünen

SPD holt die meisten Bezirke, Grüne legen zu

Von 80 Wahlbezirken - darunter 14 Briefwahlbezirke - holte die SPD in Lünen 55 - deutlich mehr als die Hälfte. Das beste Ergebnis mit 43,46 Prozent holten die Sozialdemokraten im Briefwahlbezirk Lünen-Süd II, gefolgt vom Wahllokal Lünen-Süd II 2, wo die SPD auf 37,50 Prozent der Stimmen kam. Am schlechtesten schnitten die Sozialdemokraten im Wahlbezirk Wethmar 3 ab (17,94 Prozent).

Die CDU war in 17 Wahlbezirken stärkste Kraft, ihre beiden Top-Ergebnisse stammen aus den Briefwahlbezirken Nordlünen I (37,14 Prozent und Nordlünen II (36,69 %). Am Schwächsten schnitten die Christdemokraten im Bezirk Gahmen III ab, hier kamen sie auf 7,65 Prozent. Im Briefwahlbezirk Lünen Nord I/Lünen Nord II lagen SPD und CDU übrigens genau gleichauf. Die Grünen holten sich acht Wahlbezirke, die besten Ergebnisse gab es in den Bezirken Lünen Nord III 3 (27,27 Prozent) und Lünen Nord I 2 (25,82 Prozent). Die wenigsten Stimmen erhielten sie im Briefwahlbezirk Brambauer I/V (11,66 Prozent) und im Bezirk Brambauer V 3 (11,81 Prozent).

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Die AfD kam erneut im Lüner Süden auf starke Ergebnisse. Mehr als 20 Prozent der Stimmen gab es in den Bezirken Gahmen II und Lünen-Süd I 1, außerdem im Bezirk Horstmar III. Nichts zu melden haben die Rechtspopulisten im Lüner Norden, konkret in den Briefwahlbezirken Nordlünen I (6,19 Prozent) und II (5,63 Prozent).

Das bedeutet das Ergebnis für Lünen

Das Nord-Süd-Gefälle in Lünen hat also weiter Bestand: Während im Norden die bürgerlichen Parteien und neuerdings auch die Grünen den Ton angeben, hat die rechtsgerichtete AfD vor allem im südlichen Lünen und in Brambauer viele Stimmen geholt. Mit Blick auf die anstehende Kommunalwahl muss die SPD mehr denn je zittern: Sicher scheint auch in Lünen nichts mehr, auch der Bürgermeisterkandidat Rainer Schmeltzer dürfte die Rückkehr der Sozialdemokraten auf den Chefsessel im Rathaus nicht garantieren. Spannend dürfte es zwischen den Grünen und der GFL, die ja aus einer Umweltbewegung heraus entstanden ist, werden: Nehmen sich beide gegenseitig Wähler weg, oder gibt es eine Kooperation? Mit einem grünen Partner hätte die GFL im Bürgermeisterwahlkampf bessere Chancen, auch nach 2020 das Stadtoberhaupt zu stellen.

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