Nach Drogen und Alkohol: Mann würgt Freundin, obwohl Tochter anwesend war

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Körperverletzung, Bedrohung, Hausfriedensbruch - die Liste von Vorwürfen gegen einen Lüner ist lang. Weil er seine Freundin würgte und mit dem Tod bedrohte, stand der Mann jetzt vor Gericht.

von Sylvia Mönnig

Lünen-Süd

, 30.07.2020, 21:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Alkohol und Drogen führten über eine längere Zeit Regie im Leben eines Lüners. In der Phase wurde der 44-Jährige zum Risiko für die, die er eigentlich am meisten liebte – seine Freundin und seine Tochter. Deshalb stand er nun vor dem Amtsgericht.

Im vergangenen Herbst verlor der Mann aus Lünen endgültig den Boden unter den Füßen. Zunächst würgte er seine Freundin im Zuge eines Streits bis zur Atemnot und drohte dabei: „Du stirbst jetzt. Ist mir egal, ob dein Kind hier ist. Du bist gleich tot.“ Etwa drei Wochen nach diesem Zwischenfall drang er über den Balkon in die Wohnung der 34-Jährigen aus Lünen-Süd ein und beschädigte dabei die Tür. Kurz darauf rief er zwei Mal bei seiner Tochter an, obwohl ihm jede Form der Kontaktaufnahme gerichtlich untersagt war.

Schnelles Geständnis erspart Frau die Aussage

Wegen gefährlicher Körperverletzung, Bedrohung, Sachbeschädigung, Hausfriedensbruchs und Verstoßes gegen das Gewaltschutzgesetz in zwei Fällen saß der 44-Jährige nun auf der Anklagebank. „Wir können das abkürzen. Ich räume das alles ein“, erklärte er gleich zu Beginn der Verhandlung, auch wenn er sich nicht an alle Vorfälle im Detail erinnern konnte. Die Betroffenen, so begründete er das schnelle Geständnis, hätten genug gelitten. Dieser Abschnitt in seinem Leben sei nicht seine beste Zeit gewesen.

Nun aber habe er eine Entgiftung gemacht, habe einen neuen Job und trinke höchstens beim Fußball ab und an noch mal ein Bier. „Ich habe alles unter Kontrolle. Ich habe das alles hinter mir gelassen.“ Auch habe er sich bereits bei seiner früheren Freundin, die nach wie vor hinter ihm steht, entschuldigt. Und dennoch betonte der Lüner zuletzt erneut: „Ich kann nur noch einmal Sorry sagen.“

Zwei Vorstrafen

Das Geständnis mit der Motivation im Hintergrund, seinen Opfern die Aussage zu ersparen und die damalige Situation, in der Alkohol und Drogen alles zerstörten und zur Eskalation führten, wirkten sich letztendlich strafmildernd aus. Zwei Vorstrafen sprachen aber ebenso gegen den Angeklagten, wie die Angst, in die er seine Freundin im Moment des Würgens versetzte. Zumal, so betonte die Anklagevertreterin, von Glück zu reden sei, dass nichts Schlimmeres passiert sei.

Der Verteidiger des Lüners sprach in seinem Plädoyer von einer schwierigen Lebensphase, in der sein Mandant quasi alles verloren habe. Auch habe der sich bereits vor dem Prozess bei den Betroffenen entschuldigt. „Er hat an sich gearbeitet und scheint auf einem guten Weg zu sein.“

Am Ende wurde der Angeklagte zu elf Monaten Haft auf Bewährung und zu 800 Euro Geldbuße verurteilt. Und diese Entscheidung wurde sofort rechtskräftig.

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