Nicht angeschnallte Kinder gehören in Lünen zum Alltag, Senioren sind sicher unterwegs

hzPolizeibericht

Die Polizei hat die jährliche Unfallstatistik für Lünen vorgestellt. Drei Menschen starben 2019 auf den Straßen der Stadt. Außerdem bereitet ein Trend unter Eltern den Beamten sorgen.

Lünen

, 25.02.2020, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Im Jahr 2019 hat es insgesamt 4031 Unfälle auf Lünens Straßen gegeben. 295 (6,8 Prozent) weniger als 2018. Auch bei der Zahl der Unfälle bei denen Menschen verletzt wurden meldet die Polizei in ihrer Unfallstatistik mit 351 Verletzten (7,6 Prozent) einen Rückgang.

Diese positive Entwicklung kann und soll dabei nicht über den schlimmen Fakt hinwegtäuschen, dass es in Lünen 2019 drei Tote bei Unfälle gegeben hat. Besonders in Erinnerung bleibt der schwere Unfall auf der Moltkestraße am 26. Oktober. Dabei kamen eine Mutter (20) und ihr Sohn (4) als Beifahrer ums Leben. Der Fahrer und Vater (20) sowie eine Tochter (2) überlebten. Bis auf den Fahrer war niemand angeschnallt.

Sechs nicht angeschnallte Kinder in einer Stunde

Leider keine Ausnahme. Nicht angeschnallte Kinder in Fahrzeugen gehören in Lünen zum Alltag für die Polizei. Bei einer Schulwegkontrolle fanden die Beamten in weniger als einer Stunde sechs nicht angeschnallte Kinder in den kontrollierten Autos.

„Wer sein Kind im Pkw nicht richtig sichert, riskiert dessen Tod oder nimmt Verletzungen mit möglicherweise lebenslang wirkenden Folgen in Kauf“, heißt es in dem Bericht weiter.

Viele Blechschaden, weniger Verletzte

Auf die Zahl aller Unfälle in Lünen gesehen machen die „Verkehrsunfälle mit Personenschaden“ 2019 aber nur einen relativ kleinen Teil aus. In über 93 Prozent der Fälle blieb es bei Sachschäden.

Erfreulich ist aus Sicht der Polizei auch, dass es weniger verletzte Fußgänger (-10,4 Prozent) und Radfahrer (-27,6 Prozent) als 2018 im Lüner Straßenverkehr gegeben hat.

Hintergrund

Verletzungsgefahren beim Fahren ohne Gurt

  • Ein Aufprall mit 50 km/h entspricht einem Sturz aus dem vierten Stockwerk eines Hauses.
  • Ohne Kindersitz kann ein Aufprall bereits bei 15 km/h für ein Kind tödlich sein.
  • Nicht angeschnallte Kinder werden bei einer Geschwindigkeit von etwa 30 km/h wie lebende Geschosse von der Rückbank gegen das Armaturenbrett oder gegen die Windschutzscheibe geschleudert.

Dabei sticht eine Zahl besonders heraus. Aufgrund des „demografischen Wandels“ nehmen immer mehr Senioren am Straßenverkehr teil, heißt es in dem Unfallbericht der Polizei. Ein Fünftel der Bevölkerung in Lünen ist heute älter als

65 Jahre.

Neun schwer verletzte Senioren

In dieser Gruppe sank die Zahl der Verunglückten von 74 auf 34 (-54,1 Prozent). Insgesamt wurden in Lünen durch Verkehrsunfälle neun Senioren schwer und 24 leicht verletzt.

Ein Umstand, den man unter Anderem auf die intensive Präventionsarbeit der Polizei auf diversen Veranstaltungen, Messen und Wochenmärkten zurückführen könne.

Auch bei Jugendlichen (15 bis 17 Jahre) und jungen Erwachsenen (18 bis 24 Jahre) sind die Zahlen der Verletzten rückläufig. 20 Jugendliche (-16,7 Prozent) und 48 junge Erwachsene (-22,6 Prozent) verunglückten 2019 in Lünen.

Mit 214 verletzten Erwachsenen (25 bis 64 Jahre) stieg die Zahl um 27 (14,4 Prozent) an. 35 Kinder (0 bis 14 Jahre) verunglückten 2019 im Lüner Straßenverkehr. Zwei mehr als 2018.

Ablenkung durch Smartphone und Kopfhörer

Die Polizei warnt in dem Bericht erneut vor Ablenkung im Straßenverkehr. Sie betreffe nicht nur Autofahrer, sondern alle Verkehrsteilnehmern. Gerade zu Fuß würden die Gefahren durch die Ablenkung von Smartphones oder Kopfhörern mit Musik oft unterschätzt.

Im Jahr 2019 wurden im Stadtgebiet Dortmund und Lünen sowie auf den

Bundesautobahnen im Zuständigkeitsbereich der Polizei Dortmund insgesamt 10.408 Verstöße hinsichtlich einer missbräuchlichen Mobiltelefonbenutzung bzw.

eines elektronischen Gerätes festgestellt.

Eine 47-Jährige Frau wurde vermutlich aus diesem Grund im Dortmunder Hafen von einem Güterzug erfasst. Sie hatte die rote Ampel und akustische Signale am Bahnübergang übersehen und überhört. Sie überlebte den Unfall schwer verletzt.

Den vollständigen Unfallbericht für Dortmund und Lünen hat die Polizei auch im Internet veröffentlicht unter: dortmund.polizei.nrw

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