Nochmal 53 neue Azubis im September: Warum Lünen auf dem Ausbildungsmarkt die Ausnahme ist

Ausbildungsmarkt

Zum neuen Schuljahr starteten in Lünen im Bereich Industrie, Handel und Handwerk 311 Azubis in ihre Ausbildung, darunter viele „Spätzünder“. Und noch immer suchen Unternehmen Nachwuchs.

von Kristina Gerstenmaier

Lünen

, 29.09.2019, 11:55 Uhr / Lesedauer: 2 min
Nochmal 53 neue Azubis im September: Warum Lünen auf dem Ausbildungsmarkt die Ausnahme ist

Das „Atasi“ ist das neue Ausbildungszentrum von Aurubis. Im Bereich Elektro sind in Lünen noch die meisten Ausbildungsstellen unbesetzt. © Fröhling (A)

Handwerksberufe im Elektrobereich sind das Sorgenkind: mit acht Ausbildungsplätzen stehen sie bei den unbesetzten Stellen zuoberst, gefolgt von den Bäckereifachverkäufern (vier) und den Dachdeckern, Friseuren und Bäckern (jeweils zwei). Insgesamt konnten bei den Handwerkern 33 Stellen nicht besetzt werden.

Auf der anderen Seite sind die Elektro- und Metallhandwerke, zum Beispiel Ausbildung zum KFZ-Mechatroniker am beliebtesten. Insgesamt begannen bis jetzt 126 junge Menschen in Lünen eine Ausbildung in einem Handwerksberuf. Zu den 73 neuen Azubis im August kamen im September noch einmal 53 neue Vertragsverhältnisse hinzu.

In Lünen wurde weit über Bedarf ausgebildet

Im Bereich der Industrie- und Handelsberufe konnten in diesem Jahr (Stand: 31. August) 238 Verträge abgeschlossen werden. Während Anfang August noch 20 Ausbildungsstellen unbesetzt waren, ist es jetzt nur noch eine, die die Lehrstellenbörse der Industrie- und Handelskammer (IHK) anzeigt.

„Auch wenn im vergangenen Jahr 25 Ausbildungsverträge mehr, als in diesem Jahr abgeschlossen werden konnten, gibt es insgesamt in der Region eine große Ausbildungsbereitschaft“, sagt IHK-Sprecher Gero Brandenburg. „Basierend auf Erfahrungswerten gehen wir davon aus, dass in Lünen in den letzten Jahren weit über den Bedarf ausgebildet wurde, so dass die Zahl nun rückläufig ist.“

Vor allem vor dem Hintergrund der sinkenden Schulabgängerzahlen, stelle Lünen in Bezug auf die Ausbildungszahlen eine Ausnahme dar. Am beliebtesten sind in diesem Bereich seit Jahren die Ausbildungen zur Kauffrau/Kaufmann im Büromanagement und im Einzelhandel sowie zum Fachinformatiker.

„Einem späteren Ausbildungsstart steht nichts im Weg“

Im Bereich der dualen Ausbildungen, also zum Beispiel Erzieher oder Pflegefachkräfte, starteten im August und September im Kreis Unna 1131 junge Menschen. Da diese Zahlen von der Bundesagentur für Arbeit erfasst werden, ist Lünen nicht gesondert aufgeführt. 471 Schulabgänger sind in diesem Jahr bisher unversorgt. Dem stehen 526 unbesetzte Stellen gegenüber. Dazu kommen 310 Bewerber „mit Alternative“, also solche, die zum Beispiel nun länger zur Schule oder studieren gehen.

Insgesamt ist der Bereich der Ausbildungen sehr dynamisch, bis Jahresende kann sich noch etwas verändern. So ist es möglich, dass die neuen Azubis während der Probezeit abbrechen oder verspätet in die Ausbildung einsteigen. „Einem späteren Ausbildungsstart steht auch nichts im Wege“, sagt IHK-Sprecher Gero Brandenburg. „Natürlich ist es gerade für schulische Ausbildungen leichter, zum Schuljahresbeginn anzufangen, aber die Inhalte können notfalls auch nachgearbeitet werden.

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