Not bei Kita-Plätzen: Anbau in St. Gottfried soll für Wethmar Abhilfe schaffen

35 neue Kita-Plätze

50 statt 40 Kinder wurden in der katholischen Kita St. Gottfried schon länger betreut. Das ging nicht länger. Also: Plätze kündigen oder erweitern? Die Gemeinde hat sich entschieden.

Wethmar

, 28.06.2019, 17:30 Uhr / Lesedauer: 2 min
Not bei Kita-Plätzen: Anbau in St. Gottfried soll für Wethmar Abhilfe schaffen

Verantwortliche und Kinder der Kita St. Gottfried freuen sich: In 8 bis 10 Monaten soll der Anbau fertig ist. © Fröhling

Statt 40 sollen in der Kita St. Gottfried in spätestens zehn Monaten 75 Kinder betreut werden. Für den Anbau fand an der Straße Auf dem Sande am Freitag (28.6.) der erste Spatenstich statt. Dort entstehen also 35 neue Plätze.

Wobei diese Rechnung nicht so ganz stimmt.

Denn Jutta Beese, Verbundleiterin der Kitas im Bezirk St. Marien, berichtet, dass die Kita bisher überbelegt war. Statt 40 wurden schon jetzt 50 Kinder betreut. Das jedoch wollte das Landesjugendamt nicht mehr länger gestatten. Eine Kündigung kam nicht infrage. Also jetzt der Anbau.

Kita-Plätze werden dringend gebraucht

Seit zwei Jahren steht das Vorhaben schon im Raum, jetzt wird es umgesetzt. Das freut auch Fachdezernent Ludger Trepper: „Diese Plätze brauchen wir dringend“, sagte er beim Spatenstich, „der Bedarf ist unverändert hoch“.

Der Bau kostet rund eine Million Euro, wird aber in großen Teilen vom Bund gefördert. Den Rest teilen sich das Bistum und die Stadt auf. Die Stadt hatte die Gemeinde überzeugt, statt auf drei gleich auf vier Gruppen zu erweitern - und beteiligt sich deshalb auch mehr an den Kosten.

Genau heißt das: Die Gesamtkosten betragen 1,05 Millionen Euro, davon übernimmt der Bund 640.000, die Stadt den größeren Teil des Restbetrages mit 255.000 Euro. Das Bistum zahlt 155.000 Euro.

Religion spielt bei der Auswahl eine kleinere Rolle

Im Gegenzug spielt bei der Auswahl der Kita-Kinder weniger die Religion, sondern die soziale Zusammensetzung des Stadtteils eine Rolle. Laut Beese ist im Normalfall die Religion einer von mehreren Faktoren, die bei der Auswahl wichtig sind.

Ludger Trepper erinnerte sich an seine Anfangszeit zu Beginn der 2000er-Jahre. Damals sei über eine komplette Schließung der Kita nachgedacht worden. Stattdessen wurde die Kita erst 2014 neu gebaut, jetzt wird sie schon wieder erweitert.

Bei der Veranstaltung am Freitag war auch das Architekturbüro Schulenberg aus Hamm vor Ort, außerdem leitender Pfarrer Michael Mombauer. Die ersten Bagger sollen schon Mitte kommender Woche rollen.

Politik diskutierte über Kita-Beiträge

Das Thema Kita war zuletzt auch im Jugendhilfeausschuss im Gespräch. Dort ging es um Möglichkeiten, die Kita-Betreuung für die Familien kostenlos zu gestalten. Dem stehe jedoch die angespannte Haushaltslage der Stadt im Wege, hieß es.

Stattdessen soll geprüft werden, ob man die untere Einkommensgrenze, ab der Gebühren anfallen, nicht noch höher setzen könnte. So würden ärmere Familien entlastet. Wie berichtet, sollen die Gebühren für wohlhabendere Familien steigen.

Lesen Sie jetzt