Öffentliche Toiletten in Lünen: Gespräche mit Einzelhandel verliefen bisher ergebnislos

hzAusschuss sieht Handlungsbedarf

In der Lüner Innenstadt gibt es nur eine einzige öffentliche Toilettenanlage. Im Parkhaus Im Hagen. Bemühungen um „nette Toiletten“ sind vorerst im Sande verlaufen. Bedarf besteht aber.

Lünen

, 08.03.2020, 13:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Öffentliche Toiletten sind in der Lüner Innenstadt Mangelware. Lediglich im Parkhaus am Kino gibt es eine solche Anlage. Ansonsten sind Menschen, die ein Bedürfnis plagt, auf das Entgegenkommen von Restaurant- und Cafébesitzern angewiesen oder müssen dort eine Gebühr entrichten, wenn sie nur zum stillen Örtchen möchten.

Bereits 2014 hatte die SPD-Fraktion dazu einen Antrag gestellt. Mit dem Ziel, die Versorgung der Bürger auch in den Stadtteilen mit öffentlich zugänglichen Toiletten zu verbessern. Fünf Jahre später wurde ein Antrag der GFL im Ausschuss für Sicherheit und Ordnung einstimmig beschlossen.

Es besteht Handlungsbedarf

Danach sollte die Verwaltung Einrichtungs- und Unterhaltskosten für öffentliche Toilettenanlagen ermitteln. Außerdem erwartete der Ausschuss für den Innenstadtbereich eine Bestandsaufnahme öffentlich zugänglicher Toiletten. Nun fragte die SPD schriftlich nach, ob ein Ergebnis erzielt worden sei.

„Handlungsbedarf besteht allemal“, so Ausschussvorsitzender Rüdiger Billeb in der Sitzung am Dienstag (3.3.). Es fehle definitiv an öffentlich zugänglichen Toilettenanlagen in der Stadt. Das Thema beschäftige auch den Seniorenbeirat und den Behindertenbeirat.

Alles beruht auf Freiwilligkeit

Bürgermeister Jürgen Kleine-Frauns nahm in der Sitzung Stellung zum Thema „Nette Toilette“, einer bundesweiten Initiative. „Das Stadtmarketing hat intensive Gespräche mit Lüner Einzelhändlern geführt. Am Ende war dann klar, dass das Projekt ,nette Toilette` finanziell nicht darstellbar ist“, so Kleine-Frauns.

Das Konzept beruhe auf Freiwilligkeit. Man wolle die Einzelhändler noch einmal ansprechen. Letztlich ist es aber deren Entscheidung, ob sie Passanten ermöglichen die Toilette zu benutzen.

Kostenfaktor öffentliche Toilletten

Zusätzliche öffentliche Toiletten zu schaffen sei, so der Bürgermeister, „eine sündhaft teure Geschichte“. Und da tauche die Frage auf, wer das bezahlen solle. Über den städtischen Haushalt müsse die Politik dann auch ein entsprechendes Budget aufweisen.

Die Initiative „Nette Toilette“ mit Sitz im baden-württembergischen Aalen gibt auf ihrer Homepage dem Bürgermeister recht. Dort heißt es: „Neue Toiletten bedeuten hohe Investitionen“ und auch, dass die Pflege und Wartung „enorm teuer“ seien.

Am Beispiel der Stadt Aalen rechnet die Initiative vor, dass ein neues vollautomatisches Toilettenhäuschen etwa 130.000 Euro koste. Pflege, Reinigungsmittel und Wartung schlagen mit ca. 15.000 Euro pro Jahr zu Buche. Vandalismus kann diese Kosten weiter in die Höhe treiben.

Andreas Dahlke (GFL) forderte im Ausschuss, das Thema dennoch anzupacken: „Die Bevölkerung wird auch immer älter. Wir kommen nicht umhin, öffentliche Toiletten vorzuhalten.“

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