Trauergemeinden „auseinandergerissen“: Falschparker behindern Arbeit von Lüner Bestatter

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Immer wieder versperren Falschparker die Einfahrt des Bestattungshauses Merten. Für trauernde Angehörige entstehen belastende Verzögerungen bei Beerdigungen. Dabei gäbe es eine Lösung.

Lünen

, 19.07.2019, 04:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Am Bestattungshaus Kirchhof-Merten kommt jeder vorbei, der ins Marienkrankenhaus möchte. Es liegt direkt an der Zufahrt zum Klinikum an der Altstadtstraße. Hier arbeitet Markus Merten und kümmert sich in seinem Bestattungshaus um die Verstorbenen und ihre Angehörigen. Markus Merten hat nur ein Problem: Häufig parken ihm Leute mit ihren Wagen Einfahrt oder Garagen zu. Die Folge: Er droht zu spät zu Beerdigungen zu kommen oder die Trauergemeinde kommt nur in Schüben vom Fleck vom Bestattungshaus zum Friedhof. „Die Trauergemeinde wird auseinandergerissen“, sagt Merten.

Noch verschlimmert habe sich die Situation mit der neuen Packstation um die Ecke. Die gibt es laut Krankenhaus seit April 2018 auf dem Krankenhausgelände. Auch viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Klinikums nutzten die Möglichkeit, sich hierher ihre Pakete liefern zu lassen, sagt Michael Goepfert, Technischer Leiter des Krankenhauses. Von schwierigen Verkehrssituationen vor der Packstation sei ihm aber nichts bekannt, betont er. „Davon wüsste ich“, sagt er, denn dieser Weg sei auch eine wichtige Zufahrt für Lieferanten des Krankenhauses.

Trauergemeinden „auseinandergerissen“: Falschparker behindern Arbeit von Lüner Bestatter

Die Packstation direkt am Krankenhaus. Direkt vorfahren kann man hier nicht. © Britta Linnhoff

Viele Besucher verweigern das Parkhaus

Dass hier wenig Autos sind, lässt sich leicht erklären: Denn auf diesen Weg gelangt man nur, wenn man einen Schlüssel für die Schranke hat, die die Vorfahrt des Krankenhauses für normale Besucher abriegelt. Und deshalb fahren alle, die keine Lust aufs Parkhaus haben, schon mal schnell „kurz eben“ vor Markus Mertens Einfahrt und Garage und machen ihm damit das Leben schwer. Die einen möchten kurz etwas aus den Boxen der Parkstation holen, andere nur mal kurz kranke Angehörige hier aus dem Auto aus- oder einsteigen lassen.

„Aber das dauert im Einzelfall auch schon mal länger“, sagt Merten. Kein Wunder, wenn erst zum Beispiel Rollstuhl oder Rollator aus- oder eingepackt werden müssen. Merten hat zwar grundsätzlich Verständnis, sagt aber auch: „Das ist hier nun mal eine Einfahrt - und kein Parkplatz“.

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Das Parkhaus: Parken kann man hier die erste Viertelstunde kostenlos. © Britta Linnhoff

Im Parkhaus kostet die erste Viertelstunde nichts

Dabei gibt es durchaus eine Alternative: Sowohl Markus Merten als auch Michael Goepfert weisen darauf hin: Die erste Viertelstunde im Parkhaus ist kostenlos. Das reicht fürs Pakete abholen ebenso, wie Angehörige in aller Ruhe aussteigen zu lassen. Im Parkhaus gibt es Aufzüge und auch Rollstühle. Aber, auch da sind sich die beiden Männer einig, „manche Leute sind bequem und andere mögen einfach keine Parkhäuser“. Markus Merten hofft trotzdem auf ein wenig Einsicht: Damit er in Ruhe für die Trauergemeinde da sein kann.

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