Naturschauspiel

Per Handy Meisen beim Brüten beobachten: Projekt im Stadtgartenquartier

Direkt in die Kinderstube von Meisen schauen, das kann jeder. Auch Kinder der Viktoriaschule und der Kita Marktgasse sind dabei. Kameras in Nistkästen des Stadtquartiers übertragen live.
Per Kamera Meisen ins Nest schauen, das kann jeder. Nach dem Einloggen ins WLAN „Nest“ und der Eingabe „192.168.0.104“ in der Browser-Zeile gibt es exklusive Einblicke in das spannende Innenleben des Nistkastens. © Screenshot: Stadt Lünen

Ganz kurz nur bleibt die Meise am Einflugloch des Nistkastens sitzen. Dann huscht sie hinein – und taucht auf dem Bildschirm von Manuela Anfts Tablet auf. Denn im Nistkasten ist eine Kamera mit einer WLAN-Verbindung. Damit kann Manuela Anft, stellvertretende Leiterin der Kita Marktgasse, nun beobachten, wie es sich die Meisen-Dame auf ihren Eiern bequem macht. Fünf Eier, jedes kaum größer als eine 1-Cent-Münze, hat sie zu bewachen und warm zu halten – und hatte sich wohl nur kurz auf den Weg gemacht, um Futter für sich selbst zu suchen.

Naturschauspiel per WLAN

Zwei Nistkästen mit Kameras gibt es seit kurzem im Stadtgartenquartier: an der Viktoriaschule und am Gartentreff Kirchhofstraße. Sie sind Teil eines Naturprojekts, das es den Kindern der Kita Marktgasse und der Viktoriaschule ermöglicht, die Meisen und ihre Gelege täglich zu beobachten. Sie bekommen einmalige Einblicke in das ansonsten eher geheime Vogelleben während der Brut und Aufzucht der Jungen. Dazu haben die Kita und die Schule jeweils ein Tablet erhalten, das mit den Kameras in den Nistkästen über WLAN verbunden ist.

Mitmachwerkstatt FabLab aktiv

Beantragt und technisch umgesetzt hat das Projekt die FabLab Mitmachwerkstatt, federführend war dabei FabLab-Sprecherin Ute Brettner. Finanziert wird es aus dem Quartiersbudget des Stadtgartenquartiers. Am Freitag (30. April) stellte Ute Brettner das Projekt gemeinsam mit Quartiersmanagerin Nina Schlüter und Vanessa Powierski von der Stadt Lünen vor. Heidi Sumann, Schulleiterin der Viktoriaschule, sowie Manuela Anft von der Kita Marktgasse freuten sich über die Tablets und die Möglichkeit, den Kindern ein Naturschauspiel näher bringen zu können, das eigentlich eher im Verborgenen stattfindet.

Stellten die Kamera-Nistkästen im Gartentreff an der Kirchhofstraße vor (v.l.n.r.): Nina Schlüter (Quartiersmanagement Stadtgartenquartier), Vanessa Powierski (Stadt Lünen), Manuela Anft (Leiterin Kita Marktgasse), Ute Brettner (FabLab Mitmachwerkstatt) und Heidi Sumann (Schulleiterin Viktoriaschule).
Stellten die Kamera-Nistkästen im Gartentreff an der Kirchhofstraße vor (v.l.n.r.): Nina Schlüter (Quartiersmanagement Stadtgartenquartier), Vanessa Powierski (Stadt Lünen), Manuela Anft (Leiterin Kita Marktgasse), Ute Brettner (FabLab Mitmachwerkstatt) und Heidi Sumann (Schulleiterin Viktoriaschule). © Stadt Lünen © Stadt Lünen

Ein Mieter ist schon da

Der Nistkasten am Gartentreff Kirchhofstraße bot dann auch gleich Anschauungsmaterial, weil das Meisen-Pärchen dort eingezogen ist und nun seine fünf Eier ausbrütet. Der zweite Kasten an der Viktoriaschule wartet noch auf die ersten „Mieter“.

Das Besondere an dem Projekt ist, dass auch Passantinnen und Passanten an der Viktoriaschule oder der Kirchhofstraße über ihr Handy oder Tablet Zugriff auf die Kameras haben, wenn sie sich in Reichweite des WLAN befinden.

Das WLAN heißt „Nest“ und hat das Passwort „FabLab2021“. Wer sich ins WLAN eingeloggt hat, kann die Kamera über die Eingabe „192.168.0.104“ in der Browser-Zeile aufrufen. Um auf die Kamera zuzugreifen gibt man den Benutzername „Meisen“ ein sowie das Passwort „FabLab“.

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