Pflegeskandal in Lünen: Prozess fällt aus – Geschäftsführer weiter in U-Haft

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Der Kreis Unna ordnete die Verlegung von Patienten von Beatmungs-Wohngemeinschaften in Lünen und Bönen an. Der Heimaufsicht lagen Hinweise vor, wonach keine ausreichende Zahl an Pflegekräften in den WGs zugegen war.
Der Kreis Unna ordnete die Verlegung von Patienten von Beatmungs-Wohngemeinschaften in Lünen und Bönen an. Der Heimaufsicht lagen Hinweise vor, wonach keine ausreichende Zahl an Pflegekräften in den WGs zugegen war. © Sabine Pinger
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Gewerbsmäßiger Betrug in 54 Fällen in Tateinheit mit Urkundenfälschung. Der Gesamtschaden liegt bei 975.000 Euro. Dazu kommen Pflegefehler und der Einsatz von ungeschultem Personal: Die Vorwürfe gegen den Lüner Pflegedienst Intensivpflege Lünen, der seinen Hauptsitz in Bönen hat, sind heftig. Nun sollte am 5. Oktober ein zivilrechtlicher Prozess starten. Doch dazu kommt es nicht.

Das Landgericht Dortmund will das Verfahren gegen den Pflegedienst ruhen lassen. Der Grund dafür ist die Insolvenz des Pflegedienstes, die schon vor Wochen bekannt wurde. Geklagt hatte ein 69-jähriger Intensivpatient. Er fordert wegen angeblicher Pflegefehler Schmerzensgeld in Höhe von 21.000 Euro sowie die Übernahme der Prozesskosten.

Vorwurf: Unsachgemäße Pflege

Wie der Westfälische Anzeiger berichtet, wurde der 69-jährige Intensivpatient zwischen dem Frühjahr 2020 und Ende Februar 2021 vom Pflegedienst betreut. Der Vorwurf: Diese Pflege sei unsachgemäß verlaufen, sodass es zu mehreren Klinikaufenthalten gekommen sei. Unter anderem seien nicht qualifizierte Pflegekräfte eingesetzt worden.

Unterdessen teilte die Staatsanwaltschaft mit, dass sich der angeklagte De-facto-Geschäftsführer weiter in Untersuchungshaft befindet. Das ergab der neueste Haftprüfungstermin. Wann der Prozess wegen des gewerbsmäßigen Betrugs und der anderen Delikte startet, ist noch ungewiss.

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