Eine Photovoltaik-Anlage zum E-Auto dazu bestellen? Wann sich das rechnen kann

Verbraucherberatung

Immer mehr Hausbesitzer überlegen, selbst Strom mit Photovoltaik-Anlagen auf dem Dach zu erzeugen. Und dann in Zukunft ihr E-Auto damit zu betanken. Aber nicht immer lohnt sich das Ganze.

Lünen

, 05.07.2019 / Lesedauer: 3 min
Eine Photovoltaik-Anlage zum E-Auto dazu bestellen? Wann sich das rechnen kann

Wer eine Photovoltaik-Anlage auf seinem Dach hat, könnte mit dem Solar-Strom auch sein E-Auto betanken. Bevor man sich dafür entscheidet, gibt es aber einiges zu bedenken. © picture alliance / dpa

Solarstrom vom Dach nutzen - das wollen nicht erst seit „Fridays for Future“ immer mehr Hausbesitzer. Einige können sich auch vorstellen, ein E-Auto zu kaufen, das dann auch mit dem eigenen Strom aus Sonnenkraft betankt wird.

Ob diese Träume Realität werden können, hängt auch davon ab, ob das Ganze sich rechnet.

Weil es immer mehr Anfragen dazu gibt, bietet die Verbraucherberatung Lünen nun eine Info-Veranstaltung zum Thema „Mit Sonnenstrom sauber Auto fahren“. Am Montag, 15. Juli, informiert um 18 Uhr Architektin und Energieberaterin Stephanie Kallendrusch von der Verbraucherzentrale NRW, darüber, wie Solar-Strom vom Dach nicht nur im eigenen Haushalt sondern auch im Elektroauto zum Einsatz kommen kann.

Anmeldungen bis zum 10. Juli in der Verbraucherberatung, Kirchstraße 12, oder telefonisch, Tel. (02306) 301 38 01.

Genau hinschauen, um Fehlinvestitionen zu vermeiden

„Es kann interessant sein, wenn Leute überlegen, sich ein E-Auto anzuschaffen, das mit einer Photovoltaik-Anlage zu kombinieren“, so Stephanie Kallendrusch. Allerdings muss man da genau hinschauen, um Fehlinvestitionen zu vermeiden.

„Je größer eine Photovoltaik-Anlage ist, desto wirtschaftlicher ist sie“, sagt die Architektin und Energieberaterin. Denn die Kosten für eine Installation werden nicht nach Quadratmetern berechnet, sondern fallen - egal wie groß die Anlage ist - einmalig an.

„Wenn Leute wenig Strom verbrauchen, dann rechnet sich eine Photovoltaik-Anlage auch nicht unbedingt. Allerdings wollen wir ja, dass die Menschen weniger Strom verbrauchen und sie nicht dazu auffordern, besonders viele Stromfresser zu installieren, damit eine Photovoltaik-Anlage wirtschaftlich ist.“ Wenn man hingegen eine Photovoltaik-Anlage fürs Betanken eines E-Autos nutzen will, sollte man bedenken, wann das Auto zuhause steht und tatsächlich an die Ladesäule kann.

Eigenen Strom einspeisen, ist noch Zuschussgeschäft

Wer glaubt, dass er seinen Solar-Strom ja auch verkaufen kann, macht derzeit ein Minus-Geschäft. „Die Einspeisevergütung ist deutlich zurückgegangen, auf zehn Cent pro Kilowattstunde. Wenn man aber zwischen 23 und 26 Cent für Fremdstrom bezahlt, ist es sinnvoller, erstmal den eigenen Strombedarf zu decken.“

Eine andere Möglichkeit wären Batteriespeicher, um erzeugten Strom für spätere Nutzung zu speichern. Aber die seien derzeit relativ teuer, so dass sich eine Anschaffung momentan nicht lohne. Man sollte sich genau überlegen, wie man den selbst erzeugten Solar-Strom am sinnvollsten nutzt. Wer tagsüber nicht zuhause ist, wenn die meiste Energie durch die Sonne produziert wird, kann beispielsweise programmierbare Spül- oder Waschmaschinen einsetzen, die dann starten, wenn der meiste Strom produziert wird.

Eine Photovoltaik-Anlage zum E-Auto dazu bestellen? Wann sich das rechnen kann

Jutta Gülzow, Leiterin der Lüner Verbraucherberatung (l.), und Stephanie Kallendrusch, Architektin und Energieberaterin, laden zum Info-Abend "Mit Sonnenstrom sauber Auto fahren" ein. © Beate Rottgardt

Wer jedoch tagsüber zuhause ist, weil er beispielsweise im Home-Office arbeitet, sollte zwischendurch Spül- und Waschmaschine anstellen, den Solar-Strom für den PC nutzen und ein E-Auto aufladen.

Bevor man sich für eine Photovoltaik-Anlage entscheidet, kann man sich von den Fachleuten der Verbraucherberatung vor Ort im eigenen Haus beraten lassen. Normalerweise kostet so eine 90-minütige Beratung 60 Euro, bis Ende Juli 2019 schlägt die Beratung zu Solarstrom mit 30 Euro zu Buche.

„Man kann das Ganze auch mit einer allgemeinen Energieberatung kombinieren, die ebenfalls 60 Euro kostet“, so Stephanie Kallendrusch. Dabei geht es unter anderem darum, welche Maßnahmen man ergreifen kann, um Heizenergie zu sparen. Oder auch ob es im Haus Wärmebrücken gibt, die dann im Winter für Schimmelbefall sorgen können.

Lesen Sie jetzt