Pläne für ein Colani-Museum werden konkret: Chance für das Ufo?

hzLuigi Colani

Eine Autopanne ließ den Designer Luigi Colani einst in Rheda-Wiedenbrück stranden. Das hatte Folgen - die nun auch Lünen betreffen könnten. Denn in Ostwestfalen reift ein konkreter Plan.

Brambauer

, 27.05.2020, 14:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Liste der Firmen, für die Luigi Colani Designs entworfen hat, ist lang. Darauf finden sich Namen wie Ritzenhoff, Mercedes oder Canon. Der 2019 gestorbene Künstler hat viele Spuren hinterlassen - auch in Lünen, wo seit 25 Jahren das Ufo auf dem ehemaligen Förderturm der Zeche Minister Achenbach thront.

Die Vision damals: Colani sollte mit seiner Werkstatt ins Ufo einziehen und Brambauer zum neuen Kreativzentrum machen. Es gibt viele unterschiedliche Versionen darüber, warum dieser Plan gescheitert ist. Eine ganz ähnliche Idee verfolgen sie allerdings nun in Rheda-Wiedenbrück, und auch da könnte das Ufo eine Rolle spielen.

Alte Visionen und neue Pläne

Wie zuletzt die „Neue Westfälische“ berichtet hat, möchte Hans Schalück dort auf dem Gelände des Güterbahnhofs ein Colani-Museum errichten. Die Idee sei bereits 20 Jahre alt (das Ufo in Lünen feierte übrigens am 9. Mai seinen 25. Geburtstag), allerdings hat Schalück laut dem Bericht nun mit dem Technischen Beigeordneten der Stadt Rheda-Wiedenbrück einen mächtigen Fürsprecher gefunden.

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Die Idee des Museums klingt fast wie eine Kopie jener Vision, die sie auch einst in Lünen hatten: Ein Ausstellungsraum mit Werken des Designers, der gleichzeitig auch als Location für Veranstaltungen dienen soll, in Kombination mit Entfaltungsmöglichkeiten für Start-up-Firmen - also das, was seit 25 Jahren das Lüntec am Brambusch darstellt.

Colani-Fan Schalück geht noch einen Schritt weiter und bringt ein „Biodesign-Center“ ins Spiel: In Kooperation mit der Uni Bielefeld und der Hochschule Detmold-Lage sollen hier Colanis Ideen („10 Prozent Design, 90 Prozent Natur“) weiterleben und ein „Campus Rheda-Wiedenbrück“ entstehen. Mit Campus-Plänen hat auch Lünen seine Erfahrungen gesammelt - es dauerte einige Zeit, bis hier die Kooperation mit der Fontys-Hochschule in Nimwegen zustande kam.

Neues Leben im Ufo?

Als Aloys Reminghorst aus Fröndenberg von den Plänen erfuhr, war für den Fröndenberger klar: „Von diesen Plänen muss Lünen auch profitieren.“ Reminghorst hat Colani fast sein Leben lang begleitet und ist ebenfalls wie Hans Schalück glühender Verehrer des Designers. „Es ist einfach schade, dass das Ufo in Lünen nicht den Stellenwert hat, den es verdient.“ Und da könnte das geplante Museum in Rheda-Wiedenbrück helfen.

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In den Augen von Aloys Reminghorst wird das Ufo unter Wert verkauft - auch wenn es gerade als Symbol für den Strukturwandel im Ruhrgebiet gerne deutschlandweit als Motiv dient. „Das Ufo sollte Teilstandort des Colani-Museums werden und ebenfalls Werke von ihm ausstellen“, hofft Reminghorst, dass im Jahr des 25. Geburtstags neues Leben in Lünens Wahrzeichen einkehrt.

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