Über 40 Teilnehmende sind bei der Fahrrad-Demo unter Polizeibegleitung mitgefahrenen. © Görlich
Fahrrad-Demo

Polizeischutz für Radfahrer: Demonstranten rollten durch Lüner City

Über 40 Radfahrende demonstrierten am Freitagnachmittag (30.7.) in Lünen für einen sicheren Radverkehr. Auslöser der Aktion waren Zwischenfälle bei einer Radtour einen Monat zuvor.

An jedem letzten Freitag im Monat treffen sich Radfahrerinnen und Radfahrer am Willy-Brandt-Platz für eine besondere Demonstration: „Critical Mass“. Ihr Ziel: Durch starkes, gemeinsame Auftreten andere Verkehrsteilnehmer sowie Politik und Verwaltung darauf aufmerksam machen, dass Radverkehr mehr Aufmerksamkeit verdient. Diesmal lief es allerdings etwas anders als sonst in Lünen – aus Sicherheitsgründen.

Wo sonst die vorn Fahrenden die Richtung vorgeben, war es diesmal ein Polizeifahrzeug, das um 17 Uhr den Verband anführte. „Wir wurden das letzte Mal fast totgefahren, deswegen haben wir jetzt Polizeischutz“, begründet Dirk Schumann vom ADFC Lünen die Entscheidung.

Riskante Überholmanöver

Während der Fahrt bei der „Critical Mass“ am 25. Juni habe es mindestens drei riskante Überholmanöver durch Autofahrer gegeben. Eines davon habe es an der Münsterstraße gegeben, als ein Pkw mit deutlich überhöhter Geschwindigkeit versucht habe, die Gruppe von 30 Radfahrenden zu überholen. „Der Gegenverkehr gab Lichthupe und musste abbremsen“, berichtet Schumann. Das Fahrzeug sei dann lediglich zwei Meter vor der Spitze des Verbandes eingeschert.

Auf dem Willy-Brandt-Platz versammelten sich zahlreiche Radfahrende mit ihren Gefährten. © Görlich © Görlich

Nicht selten kommt es vor, dass sich Fahrzeuge zwischen die Fahrradgruppe drängen wollen. „Deshalb fahren wir immer möglichst eng, damit das nicht passiert“, so Schumann.

Am diesem Freitagnachmittag war das nicht nötig. Die Grünen aus Lünen meldeten eine Demonstration für diesen Tag an, die eine Sicherung durch die Polizei möglich macht. „Der Streckenverlauf wurde vorab festgelegt“, verrät Grünen-Ratsmitglied Marc Frieling. Er ist regelmäßig bei den Touren durch Lünen dabei.

Motorräder blockierten die Zufahrten

Noch vor Abfahrt hielt er eine kurze Ansprache über die geänderten Voraussetzungen an diesem Tag. Bei der Critical Mass weist er üblicherweise an diesem Punkt auf die Besonderheiten der Straßenverkehrsordnung hin. Eine Gruppe von mehr als 15 Radfahrenden darf nämlich einen geschlossenen Verband bilden. Heißt unter anderem: Wenn die Spitze der Gruppe eine Ampel bei Grün passiert, darf der Rest folgen – auch, wenn die Ampel zwischenzeitlich auf Rot springt.

Begleitet wurden die Radfahrenden von mehreren Polizeimotorrädern, die an den Kreuzungen für Sicherheit sorgten. © Görlich © Görlich

Das sorgt bei Autofahrenden häufig für Frust und gefährliche Manöver. Heute nicht. Vorn und hinten sicherten Autos der Polizei den Demozug. An den Kreuzungen und Einmündungen blockierten Beamte auf Motorrädern die Zufahrten, bis die Gruppe passiert hat. Sichtlich gut gelaunt fuhr sie eine Runde um das Stadtzentrum, bog dann ab auf die Cappenberger Straße in Richtung Altlünen ab, ehe es über Wehrenbold- und Münsterstraße wieder zurück Richtung Stadtzentrum ging.

Begleitet von einer Musikanlage auf einem Lastenrad sorgte der Konvoi auch für einige Schmunzler der Passanten am Straßenrand. Nach knapp einer Stunde und fast 10 Kilometern ohne Zwischenfälle war die Fahrradtour bereits wieder vorbei.

Die Verantwortlichen zeigten sich zufrieden mit der Demonstration und bedankten sich bei den mitgefahrenen Polizisten – nicht zuletzt, weil sie heute für eine sichere Tour durch Lünen sorgten.

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1989 im Ruhrgebiet geboren, dort aufgewachsen und immer wieder dahin zurückgekehrt. Studierte TV- und Radiojournalismus und ist seit 2019 in den Redaktionen von Lensing Media unterwegs.
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