Blick auf die St. Marien-Kirche, ein Foto des bekannten Lüner Fotografen Claus Marklseder. Für die Gemeinde gilt ab Ende August ein neues Gottesdienstkonzept. © Marklseder
Kirchengemeinde

Priestermangel: Neues Gottesdienst-Konzept für St. Marien in Lünen

In St. Marien ist derzeit kein Nachfolger für Pfarrer Großeit in Sicht. Die Aufgaben müssen auf weniger Schultern verteilt werden. Deshalb gibt es in der Gemeinde nun ein neues Konzept.

Seelsorge soll im Mittelpunkt der Arbeit von Pfarrern und Pastoralreferenten stehen. Derzeit macht aber nicht nur Corona Probleme, auch die immer dünner werdende Personaldecke. Deshalb wird es in St. Marien, den katholischen Kirchen nördlich der Lippe, ab Ende August ein neues Konzept geben.

Jeweils wöchentlich abwechselnd finden sonntags in den Kirchen St. Marien, St. Norbert, St. Gottfried und St. Ludger entweder ein Gottesdienst mit Eucharistiefier, gehalten von den Pfarrern Michael Mombauer und Praveen Mummadi, oder ein Wortgottesdienst mit Kommunionfeier, gefeiert von den Pastoralreferenten, statt.

Michael Mombauer, Leitender Pfarrer St. Marien, macht sich Gedanken, angesichts der noch nicht besetzten Pfarrstelle. © Sylvia vom Hofe © Sylvia vom Hofe

„Wir freuen uns über jeden Gottesdienstbesucher, wollen niemanden abweisen oder einen Gottesdienst ausfallen lassen, deshalb das neue Konzept“, so der leitende Pfarrer von St. Marien, Michael Mombauer, auf Anfrage. Voraussichtlich greift die Lösung zwei Monate lang.

Nachfolger war angekündigt

Ein Grund dafür ist, dass Pfarrer Thomas Großeit eine neue Stelle angetreten hat. Dass er Lünen verlässt, ist seit Oktober 2020 bekannt gewesen. Eigentlich hatte die Diözese der Gemeinde auch zeitnah einen Nachfolger angekündigt. Mombauer: „Nun ist zwar die Notwendigkeit einer Neubesetzung bekannt, aber die Personaldecke ist auch in der Diözese Münster sehr dünn.“ Es finden kaum noch Priesterweihen statt und deshalb gibt es nun mehr freie Pfarrerstellen als Theologen, die die Stellen besetzen können.

Pfarrer Thomas Großeit bei seinem silbernen Priesterjubiläum. © Foto: Johanna Mack (Archiv) © Foto: Johanna Mack (Archiv)

„Die Personaldecke für die Seelsorgerinnen und Seelsorger wird kontinuierlich

dünner. Wurden in diesem Jahr zu Pfingsten noch zwei Priester geweiht und dürfen wir uns im kommenden Jahr noch auf drei neue Priester freuen, so wird es 2023 noch eine einzige Weihe und damit die vorläufig letzte Weihe in dieser Diözese geben. Es gibt derzeit niemanden, der sich auf das Priesteramt vorbereitet“, so Mombauer in den aktuellen Pfarrnachrichten.

2020 hatte auch Pfarrer i.R. Bernhard Bülskämper den Bischof gebeten, ihn in den Ruhestand zu versetzen, nachdem der inzwischen 84-Jährige noch einige Jahre lang in der Gemeinde tätig war und den Kollegen im aktiven Pfarrdienst zur Seite gestanden hatte.

Auch bei den Pastoralreferenten gibt es immer weniger Personal. „Obwohl dieser Beruf auch von Frauen und von Verheirateten ausgeübt werden kann“, so Mombauer. Die Stelle von Isabell Schneider, die auf eigenen Wunsch eine neue berufliche Herausforderung gesucht hat, ist mittlerweile in St. Marien wieder besetzt. Mombauer: „Das ging zum Glück sogar schneller als erwartet.“ Patrick Sumner wird in den nächsten Wochen nach Lünen ziehen und seine Arbeit in der Gemeinde aufnehmen.

Dass ab Ende August eine neue Regelung für die Gottesdienste greifen muss, liegt auch daran, dass Pfarrer Mummadi nun seinen ihm zustehenden Heimaturlaub in Indien antreten möchte. Geplant war der eigentlich schon für 2020, doch dann machte Corona eine Reise auf den Subkontinent unmöglich. Im Oktober plant dann Pfarrer Mombauer einen Urlaub.

Zu den Sonntagsgottesdiensten kommen noch zahlreiche weitere seelsorgerliche Aufgaben hinzu, die nach dem Weggang von Großeit die zwei Pfarrer und zwei Pastoralreferenten ausüben. Jährlich sind es etwa 160 Beerdigungen und bis zu 20 Trauungen, die auch entsprechend in Gesprächen vorbereitet werden. Dazu kommen monatlich drei Tauffeiern. Mombauer: „Außerdem liegen fünf Senioreneinrichtungen in unserer Gemeinde und wir haben Kontakte zu sechs Schulen.“ Auch dort werden Gottesdienste gefeiert und seelsorgerliche Gespräche geführt.

Demnächst werden in den Kreisdekanaten die neuen Strukturen vorgestellt, mit

denen die Diözese Münster den Veränderungen im kirchlichen Leben begegnen will. Am 27. September gibt es dazu ein Treffen für das Kreisdekanat Coesfeld, zu dem die Gemeinde St. Marien gehört.

Über die Autorin
Redaktion Lünen
Beate Rottgardt, 1963 in Frankfurt am Main geboren, ist seit 1972 Lünerin. Nach dem Volontariat wurde sie 1987 Redakteurin in Lünen. Schule, Senioren, Kultur sind die Themen, die ihr am Herzen liegen. Genauso wie Begegnungen mit Menschen.
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