Psychiatrie am St.-Marien-Hospital: Landschaftsverband stellt Antrag für 154 Betten

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Mit der Versorgung psychisch kranker Menschen ist es im Kreis Unna nicht weit her. Es fehlen jede Menge Betten. Das will nicht nur der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) ändern.

Lünen

, 13.05.2019, 16:45 Uhr / Lesedauer: 2 min

Geht es nach den Plänen des Landschaftsverbands Westfalen Lippe (LWL, Münster), dann entsteht auf dem Gelände des St.-Marien-Hospitals in der Lüner City eine stationäre Klinik für psychisch kranke Menschen mit 154 Betten.

„Für den Standort Lünen sollen 154 Betten beantragt werden“, sagte ein LWL-Sprecher auf Anfrage unserer Redaktion. Damit würde der LWL sein Angebot in der Lippestadt deutlich ausweiten. Denn am Marien-Hospital betreibt der Verband bereits eine Tagesklinik für psychisch Erkrankte.

116 Betten in Unna geplant

Weitere 116 Betten will der Landschaftsverband in Unna schaffen, wo er neben Tagesklinik-Plätzen schon 45 stationäre Plätze im Erdgeschoss des Evangelischen Krankenhauses unterhält.

„Die Entscheidung für die Ansiedlung neuer Betten in Lünen (und Unna, Anm. d. Red.) liegt aber beim NRW-Gesundheitsministerium und folgt den üblichen Regeln der Krankenhausplanung“, sagte der LWL-Sprecher weiter. Darüber hat es nach Angaben des Düsseldorfer Ministeriums am 21. und 26. Februar Gespräche mit LWL-Vertretern in der Landeshauptstadt gegeben. „Dabei wurden diverse Themen besprochen und unter anderem wurde auch die Situation der psychiatrischen und psychosomatischen Krankenhausversorgung des Kreises Unna angesprochen“, so ein Ministeriums-Sprecher.

Planungskonzept unabdingbar

Wie bereits berichtet, fehlen im Kreis Unna Betten in der stationären Psychiatrie. Darüber sind sich Ministerium, Landschaftsverband, Krankenkassen und nicht zuletzt das St.-Marien-Hospital einig. Um diese kreisweite Unterversorgung beseitigen zu können, braucht es der Form halber ein „regionales Planungskonzept“.

„Dabei handelt es sich um einen Verfahrensschritt“, wie es im Gesundheitsministerium heißt. Die Verhandlungen über dieses Konzept laufen seit April dieses Jahres im Auftrag der Bezirksregierung Arnsberg und müssen den Angaben zufolge nach sechs Monaten, also im Oktober, abgeschlossen sein.

An den Verhandlungen nehmen unter anderem der LWL und die Arbeitsgemeinschaft der Verbände der Krankenkassen Westfalen-Lippe (Dortmund) teil.

Ministerium entscheidet

„Die Verhandlungspartner müssen dann der Bezirksregierung das Ergebnis der Verhandlungen mitteilen“, sagte ein Ministeriumssprecher. Dieses werde dann vom Gesundheitsministerium abschließend bewertet. Sollte dabei herauskommen, dass nichts gegen die Ausbaupläne des LWL spricht, dann will der Verband sich mit der Geschäftsleitung des St.-Marien-Hospitals im Detail abstimmen.

Axel Weinand, Geschäftsführer des Hospitals, bestätigte im Gespräch mit unserer Redaktion lediglich, dass es im Ministerium Gespräche über etwaige Kooperationsmöglichkeiten von LWL und dem Krankenhaus gegeben habe. Ende Januar hatte Weinand auf Nachfrage erklärt: „Mit Blick auf unsere Neurologie und Geriatrie bietet sich da Raum für Synergieeffekte.“

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