Rasen voller Hundekot: Beim Mähen fliegt „den Jungs der ganze Mist um die Ohren“

hzUngeliebter Job

Einen Haufen Ärger bringt Hundekot mit sich. Leidtragende sind Gärtner, die Rasen mähen. „Den Jungs fliegt der ganze Mist um die Ohren“, sagt Norbert Baasner. Es sei schlimmer geworden.

Lünen

, 30.10.2019, 18:45 Uhr / Lesedauer: 2 min

Nicht nur im Heideblümchenpark, auch auf öffentlichen Grünflächen oder in Siedlungsbereichen gibt es zunehmend ein Problem mit Hundekot. Bevor St. Martin mit den vielen Laternenkindern durch den Heideblümchenpark ziehen kann, lässt Organisator Thomas Göcke die Wiese mähen. Keine schöne Arbeit für die Gärtner. Es sei ein ungeliebter Job. „Sie kommen mit eigenartigem Geruch zurück“, weiß Norbert Baasner.

Trotz Gesichtsschutz getroffen

Er hat seit 29 Jahren eine Firma für Landschaftsbau. Das Thema begleitet ihn. Bei den großen Maschinen passiere zunächst nichts, da sei nur die anschließende Gerätereinigung eklig. Bei den kleineren allerdings „kriegen die Jungs das trotz Gesichtsschutz ab.“ Für seine Mitarbeiter bedeutet das mehrfaches Wechseln und Waschen der von der Firma gestellten Montur. Ein Mehraufwand, der nicht sein müsste.

Rasen voller Hundekot: Beim Mähen fliegt „den Jungs der ganze Mist um die Ohren“

Nicht alle Hundebesitzer machen den Dreck weg. Leidtragende sind Landschaftsgärtner, die Rasen mähen müssen. © dpa

Es sei ja nicht so, dass alle Hundebesitzer gleich wären. Einige würden schon die Hinterlassenschaften eintüten und wegwerfen. Die anderen aber hätten wenig Verständnis, hat Baasner erlebt. „Viele reagieren böse, wenn man sie darauf anspricht.“

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Deshalb rät er seinen Mitarbeitern, das Ansprechen zu vermeiden. Eine häufige Antwort sei, man zahle ja schließlich Hundesteuer. Die Landschaftsgärtner, die mit dem Hundedreck in Berührung kommen, haben diese Zeitgenossen dabei nicht im Blick.

Zahl der Hunde auf 5782 gestiegen

Dass das Thema Hundekot zunimmt, kann auch an der gestiegenen Anzahl von Vierbeinern liegen. 2014 waren bei der Stadt 5427 Hunde gemeldet, bis zum 29. Oktober 2019 waren es 5782. Ein Zuwachs um 355.

Auch die Wirtschaftsbetriebe Lünen (WBL), die für die Stadt die Grünpflege übernehmen, haben mit den Hinterlassenschaften von Rex und Waldi zu kämpfen. Es gebe kaum eine Grünanlage, ob nun sogenannter „Gebrauchsrasen“, Straßenbegleitgrün oder Parkanlagen, wo kein Hundekot liegt, teilt Benedikt Spangardt, Pressesprecher der Stadt Lünen, auf Anfrage mit.

Schwerpunkte in Siedlungen

Dabei gebe es Schwerpunkte. WBL-Mitarbeiter nennen siedlungsnahe Verbindungswege, wie beispielsweise die Seilbahntrasse in Brambauer oder die Verbindung zwischen Am Vogelsberg und Steinstraße in Nordlünen (Milanweg). Allerdings betonen auch sie, dass es viele Leute gebe, die sich an die Regeln halten, Hundekot aufnehmen und ihn in Mülleimer werfen. Wer das nicht tut und erwischt wird, ist übigens mit 35 Euro Bußgeld dabei.

Haufen unter dem Schuh

Er macht aber auch WBL-Mitarbeitern das Leben schwer. Sie müssen mit unangenehmen Geruch leben. Oft klebt Hundehaufen unter ihrem Schuh.

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