Verabschiedung: v.l. Geschäftsleiter Michael Zier, Ruheständler Raimund Jellentrup und Direktor Dr. Niklas Nowatius © Sylvia Mönnig
Amtsgericht Lünen

Rechtspfleger Raimund Jellentrup in Ruhestand verabschiedet

„Ich würde es immer wieder so machen.“ – Nach rund 45 Dienstjahren in der Justiz geht Rechtspfleger Raimund Jellentrup (63) in den Ruhestand. Für diese Zeit hat er viele Pläne.

Mit Raimund Jellentrup (63) hatten schon viele Lünerinnen und Lüner Kontakt. „Die Wahrscheinlichkeit, dass einer, der Grundbesitz in Lünen hat, über seinen Schreibtisch gegangen ist, ist sehr hoch“, bringt es Dr. Niklas Nowatius, Direktor des Amtsgerichts mit einem anerkennenden Schmunzeln auf den Punkt.

Tatsächlich war Raimund Jellentrup nahezu vier Jahrzehnte im hiesigen Beritt tätig – zunächst in der Zweigstelle in Werne und dann in Lünen. Als Rechtspfleger in Grundbuchsachen trug er alles ein, was mit Eigentumsveränderungen zu tun hatte: Kaufen, Erben, Zwangsvollstreckungen, Finanzierungen, Hypotheken und Grundschulden.

„Das hat mir besonders Spaß gemacht“

„Da spielen so viele Rechtsgebiete rein. Das hat mir besonders viel Spaß gemacht.“ Zumal der Kontakt mit dem Publikum, Käufern und Notaren, immer sehr angenehm gewesen sei. „Dabei habe ich immer das persönliche Gespräch geschätzt.“ Nein, bereuen würde er seine Berufswahl bestimmt nicht. Ein Grund für die Zufriedenheit des künftigen Ruheständlers war auch das gute Verhältnis zu seinen Kollegen, zumal zum Teil echte Freundschaften entstanden seien. Und für all das pendelte der gebürtige Münsteraner, genauer gesagt Hiltruper, gerne Tag für Tag.

Vor dem Ruhestand fürchtet sich Raimund Jellentrup aber noch nicht einmal im Ansatz, auch wenn ihm Arbeit und Menschen fehlen werden. „Es kommt überhaupt keine Langeweile auf“, bekundet er und das fröhliche Lächeln unter der Maske ist förmlich spürbar. Der 63-Jährige hat Pläne – größere und kleinere.

So will der „absolute Krimi-Fan“ seiner Leidenschaft frönen. Auch reist er gerne. „Möglichst weit weg“, verrät er, um im nächsten Atemzug aber auch von den Vorzügen Italiens und Frankreichs und von seinem „Rückzugsort“ Baltrum zu schwärmen. Darüber hinaus tritt Glanz in seine Augen, wenn es um das Thema Musik geht. „Oh ja“, pariert er, spricht von der Musik der 70er- und 80er-Jahre und berichtet, viele Konzerte besucht zu haben – unter anderem von den Rolling Stones und Deep Purple. Zudem übernimmt er die Betreuung eines älteren Paares. Ganz zu schweigen vom Plan, ein Studium im Alter anzugehen.

Seine Kollegen lassen ihn nicht gerne ziehen, freuen sich aber dennoch mit ihm. „Er hinterlässt glückliche Kunden“, formuliert es Dr. Niklas Nowatius und Geschäftsleiter Michael Zier schlägt in die gleiche Kerbe: „Mit Raimund Jellentrup verlieren wir ein Urgestein des Amtsgerichts Lünen, den wir auch nicht so einfach eins zu eins ersetzen können.“

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