Reh im Datteln-Hamm-Kanal: Feuerwehr Lünen eilte zu Rettungsversuch

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Reh im Kanal. So lautete die knappe Einsatzmeldung der Feuerwehr Lünen am Montagnachmittag: ein Tierdrama, das kein Einzelfall ist. Der Landschaftswart ahnt, warum das so ist.

Lünen

, 12.05.2020, 06:00 Uhr / Lesedauer: 1 min

Kaum ist der Notruf am Montagnachmittag (11. Mai) gegen 16 Uhr eingegangen, eilt die Feuerwehr auch schon los in Richtung Kamener Straße: Datteln-Hamm-Kanal. Dort spielt sich ein verzweifelter Kampf um Leben und Tod ab. Ein Reh ist ins Wasser gefallen.

An sich gelten Rehe als gute Schwimmer. Die ausgebaute Wasserstraße stellt für sie aber ein unlösbares Problem dar: Wie ans rettende Ufer kommen? Die glatten Spundwände machen das für die Tiere unmöglich.

Rehe auf der Flucht. Wenn sie sich nur noch mit eine Sprung ins Wasser retten können, ist es oft zu spät.

Rehe auf der Flucht. Wenn sie sich nur noch mit eine Sprung ins Wasser retten können, ist es oft zu spät. © picture alliance/dpa

Die sechs Feuerwehrleute sind mit dem Rüstwagen los: das mit Spezialgerät ausgestattete Spezialfahrzeug für technische Hilfeleistung. Ein Boot ist auch dabei. Für das Reh kommt ihre Hilfe jedoch zu spät, wie die Leitstelle später mitteilt. Das entkräftete Tier sei verendet.

Landschaftswächter appelliert: Hunde an der Leine führen

Solche Einsätze würden „immer mal wieder“ vorkommen, bestätigt die Polizei. Landschaftswächter Klaus Papius kennt eine Ursache.

„Ich habe beobachtet, wie ein Reh durchs Mühlbachtal bis zum Kanal rannte und in Panik hinein sprang.“ Die Ursache: ein jagender Hund.

Ob Wildzäune an der Wasserstraße helfen könnten? Da hat Papius Zweifel. Die Abschnitte seien zu kurz. Etwas anderes helfe aber garantiert: „Bitte immer den Hund an der Leine führen.“ In der Regel handele es sich ohnehin um Landschaftsschutz- oder gar Naturschutzgebiete, wo Leinenpflicht bestehe.

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