Remondis baut neue Desinfektions-Anlage für Krankenhausmüll in Lünen

hzAbfallbeseitigung

Remondis-Medison ist spezialisiert auf die Bearbeitung infektiöser Krankenhausabfälle. Dazu gehören auch mit Corona infizierte Abfälle. Es gibt Pläne für eine neue, zweite Anlage in Lünen.

Lünen

, 01.04.2020, 18:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Bezirksregierung Arnsberg hat den von der Remondis Medison GmbH geplanten Bau einer zweiten Desinfektions-Anlage für infektiöse Krankenhausabfälle am Firmensitz in Lünen an der Brunnenstraße genehmigt. Entsprechende Informationen unserer Redaktion bestätigte eine Remondis-Sprecherin am Dienstag (31.3) auf Anfrage.

„Auch mit Corona infizierte Abfälle gehören zu infektiösen Abfällen, die in der bereits bestehenden Desinfektion-Anlage in Lünen zu nicht gefährlichen Abfällen ‚umgewandelt‘ werden können“, sagte die Sprecherin weiter.

„Anlagen in Pandemien wichtig“

„Insbesondere für solche Pandemien sind derartige Desinfektions-Anlagen enorm wichtig. In der seit 2015 betriebenen Anlage werden Keime, Sporen, Viren und Bakterien mittels Dampf abgetötet, sodass infektiöse Krankenhausabfälle in nicht infektiöse Abfälle umgewandelt werden.“

Der dabei entstehende heizwertreiche Ersatzbrennstoff werde im Heizkraftwerk am Lippewerk zur Strom- und Dampferzeugung eingesetzt.

Wie aus dem Genehmigungsbescheid der Bezirksregierung Arnsberg hervorgeht, hat Remondis Medison den Antrag zum Bau einer weiteren Desinfektionsanlage bereits am 29. April 2019 gestellt - rund elf Monate vor Beginn der Corona-Krise.

Weitere Fragen zum geplanten und Ende März genehmigten Bau der zweiten Anlage beantwortete die Remondis-Sprecherin so:

  • Die Errichtung der Anlage sei für das dritte Quartal 2020 geplant. Man hoffe, dass die Termine unter den aktuellen Gegebenheiten eingehalten werden könnten. Bisher verlaufe alles nach Plan.
  • Die Inbetriebnahme ist im vierten Quartal 2020 geplant. Hier gelte die gleiche Einschätzung für die Pläne.
  • Zu Investitionssummen äußert Remondes sich nicht.
  • Die theoretische Durchsatzleistung werde 7.600 Tonnen pro Jahr im Vollkonti-Betrieb (7-Tage-Woche, Anm. d. Red.) betragen.
  • Bis zu drei neue Arbeitsplätze sollen entstehen. Der Großteil der Anlage laufe automatisiert.

Die Remondis Medison GmbH ist ein 100-prozentiges Tochterunternehmen von Remondis. Als Teil der weltweit agierenden Remondis-Gruppe, heißt es auf der Medison-Homepage, „haben wir Zugriff auf modernste Entsorgungs- und Aufbereitungstechnologien, sodass wir sämtliche Arten von medizinischen Abfällen behandeln können. Umweltschonend, effizient und flächendeckend in Deutschland bzw. Europa“.

Krankenhäuser, Arztpraxen, Labore

Zum Kundenstamm des Unternehmens zählen Krankenhäuser, Arzt- und Zahnarztpraxen, Pflegeheime, Apotheken, Labore und Blutspendedienste. Auf der Startseite der Medison-Hompage richtet sich das Unternehmen angesichts der Corona-Krise wie folgt an seine Kundschaft:

Die gegenwärtigen Verhältnisse rund um das Corona-Virus SARS-CoV-2 bringt ganz Deutschland in eine noch nie dagewesene und unvorhersehbare Situation. Eine der wichtigsten Institutionen in dieser Zeit ist unser Gesundheitssystem, zu dessen Kreis unsere Kunden gehören. Wir als Entsorger von medizinischen Abfällen möchten unsere Kunden weiterhin bei der Arbeit tatkräftig unterstützen.

Durch die steigenden Infektionsfälle sowie die zahlreichen Tests, fallen deutlich mehr medizinische Abfälle an als bisher, sodass auch die Nachfrage nach medizinischen Sonderabfallbehältern und Entsorgungslösungen gestiegen ist.
Wir bitten daher um Verständnis, dass wir Anfragen zur Behälterbestellung, die von Ihren üblichen Mengen- oder Größenbedarf abweichen, vorerst intern prüfen müssen, um allen Anfragen und Bestellungen unserer Kunden gerecht zu werden (...).“

„Vom Robert-Koch-Institut zertifiziert“

Dazu erklärte die Remondis-Sprecherin im Gespräch mit unserer Redaktion:

„Derzeit ist eine erhöhte Nachfrage der Spezialbehälter von Krankenhäusern bemerkbar, die sich - vermutlich - dadurch auf den Ausnahmefall (Behandlung von vielen Corona-Patienten, Anm. d. Red.) vorbereiten.“

Abgeholte Behälter seien tendenziell derzeit eher „leichter“ befüllt, was auf den vermehrten Verbrauch von Schutzkleidung und Masken zurückzuführen sein könnte, sagte die Sprecherin: „Sowohl die Anlagen, als auch die Sicherheitsbehälter existieren nach strengen Sicherheitsvorgaben, sind mehrfach geprüft - unter anderem vom Robert Koch Institut- und zertifiziert.“

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