Sanierung und Neubau: Museum der Stadt Lünen soll in die Villa Urbahn umziehen

hzVerwaltungs-Vorschlag

Wohin soll das Museum der Stadt Lünen ziehen? Neun Gebäude wurden überprüft. Jetzt schlägt die Verwaltung einen Standort direkt in der Lüner Innenstadt vor. Die Politik muss entscheiden.

Lünen

, 03.09.2019, 16:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Seit vielen Jahren befindet sich das Museum der Stadt Lünen im Gesindehaus des Schlosses Schwansbell. Das historische Gebäude liegt landschaftlich schön, ist jedoch sanierungsbedürftig.

Deshalb wird seit einiger Zeit darüber diskutiert, ob man nicht einen neuen Standort fürs Museum braucht. Zuerst sollte es in der Persiluhr-Passage untergebracht werden. Doch der Platz reichte nicht aus. Dann gab es Vorschläge, das ehemalige Mercedes-Gelände zu nutzen. Dort baut nun aber der Bauverein.

Platzbedarf des Museums

Die Verwaltung nahm neun Alternativen unter die Lupe und legt jetzt der Politik den Vorschlag vor, die „Villa Urbahn“ mitten in der Lüner Innenstadt entsprechend umzubauen und zu sanieren. Zudem sollten dort „zusätzliche Neubauten“ errichtet werden, um den Platzbedarf des Museums zu decken.

Der erste Ausschuss, dem die Pläne vorgestellt werden, ist am Mittwoch (4.9.) der Ausschuss für Kultur und Europaangelegenheiten. Die Mitglieder sollen die Vorschläge zunächst zur Kenntnis nehmen und werden darüber dann im November beraten.

Sanierung und Neubau: Museum der Stadt Lünen soll in die Villa Urbahn umziehen

Noch befindet sich das Museum der Stadt Lünen im Gesindehaus in Schwansbell. Doch das Gebäude muss dringend saniert werden. © Goldstein

Ende November soll sich der Ausschuss für Stadtentwicklung und Umwelt um das Thema kümmern, Anfang Dezember dann der Haupt- und Finanzausschuss. Der Rat wird dann am 12. Dezember darüber entscheiden, ob aus der Villa Urbahn das Museum werden soll.

Die von der Verwaltung favorisierte Variante sieht vor, dass die Villa Urbahn durch die Eigentümerin SL Grundbesitz (SLG), eine Tochter der Stadtwerke, saniert, umgebaut und durch Neubauten ergänzt wird.

Benötigt wird vom Museum eine Fläche von 1300 Quadratmetern: 700 Quadratmeter Ausstellungsfläche, 400 Quadratmeter fürs Depot und je 100 Quadratmeter für Schulungen und Büro sowie Werkstatt.

Städtische Leerstände auf dem Prüfstand

Untersucht wurden städtische Leerstände. Als ungeeignet aufgrund zu geringer Fläche- bzw. Gebäudegröße wurden zunächst aussortiert: ehemalige Overbergschule und Villa Urbahn.

Ausgeschlossen wegen anderer Nutzungsansprüche wurden Regenbogenschule (wird jetzt Kita), Hauptschule Wethmar (Bauvorhaben), Kielhornschule und Kita Alter Kirchweg.

Nachdem die Liegenschaft Villa Urbahn 2018 von der SLG erworben worden war, änderte sich die Lage. Das Architekturbüro WWK, beauftragt von SLG, schlug einen zweigeschossigen Anbau an das historische Gebäude vor. Durch das so vergrößerte Raumangebot werde eine Nutzung als Museum möglich - so die Verwaltung.

Denkmalschutz heißt Vorschlag grundsätzlich gut

Man habe das Konzept mit der Denkmalschutz-Fachbehörde bereits vorabgestimmt. Dort werde das Ganze grundsätzlich gutgeheißen. Die Villa Urbahn steht unter Denkmalschutz.

Nach Einschätzung der Museumsfachleute läge das Museum, das ein sammlungsbedingt stadthistorisch ausgerichtetes Museum ist, mit der Villa Urbahn „direkt im Lebensmittelpunkt der Stadt“. Ein Aus- und Anbau dort mache es möglich, einen besonderen (und besonders passenden) Museumsstandort zu schaffen: repräsentativ und in zentraler Lage.

Klimatisierte und optimal ausgestattete Räume

So sei es auch möglich, Barrierefreiheit zu erreichen und ein einladend-niederschwelliges Erscheinungsbild für die Besucher zu schaffen. Die Exponate könnten in klimatisierten und optimal ausgeleuchteten Räumen präsentiert werden.

Wichtig ist den Verantwortlichen, dass kein Musentempel entsteht, „der viele potenzielle Besucher eher abschrecken würde“.

Sollte die Politik den Vorschlägen der Verwaltung zustimmen, könnte das Museum ab 2023 in der Villa Urbahn ein neues Domizil finden. Fördermittel könnten vom Landschaftsverband Westfalen-Mitte kommen.

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