Schäden in Wohnung: Wollte sich Mieter an Vermieter rächen oder war es umgekehrt?

hzAmtsgericht

Nicht immer endet ein Mietverhältnis in beiderseitigem Einverständnis. In einem Fall in Lünen landeten Mieter und früherer Vermieter vor dem Amtsrichter. Es ging um Schäden in der Wohnung.

von Jana Peuckert

Lünen

, 29.08.2019, 15:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Um sich an seinem Vermieter zu rächen, so die Überzeugung des Strafrichters im Amtsgericht Lünen, hatte ein 50-Jähriger kurz vor seinem Auszug aus seiner Wohnung in Lünen, die Gurte sämtlicher Rollläden abgeschnitten.

Die Staatsanwaltschaft warf dem Mann darüber hinaus vor, ein Fenster verklebt und dessen Schloss demontiert sowie die Wände mit Putz beschmiert zu haben.

Verdacht gegen den Vermieter

Der Lüner stritt alles ab. Vielmehr sei davon auszugehen, so sein Verdacht, dass der Vermieter die Schäden selbst verursacht hatte, um sie ihm in die Schuhe zu schieben.

„Sie haben also nichts gemacht, ist alles gelogen“, hakte der Richter nach. „Ja sicher“, so die prompte Antwort. Das Verhältnis zwischen den Parteien beschrieben im Gericht beide Seiten als schlecht.

So habe der Vermieter ihm vier Wochen lang den Zugang zu seiner Waschmaschine verwehrt, erklärte der Angeklagte.

Mieter soll die Miete „ewig“ schuldig geblieben sein

Der Vermieter holte vom Zeugenstand aus zum Gegenschlag aus und gab an, der Lüner hätte ewig keine Miete gezahlt, nie Handwerker in die Wohnung gelassen und Stromkabel aus der Decke gerissen.

Ob es denn irgendwelche Beweise für die, dem Angeklagten vorgeworfene Sachbeschädigung gebe, wollte der Vorsitzende ganz konkret wissen.

Fotos waren kein Beweis für Sachbeschädigung

Daraufhin holte der Vermieter ein paar Fotos von der Wohnung heraus. Die zeigten alles Mögliche, jedoch nichts, was im Zusammenhang mit den konkreten Vorwürfen stand.

Sowohl der Vermieter, als auch seine Frau erklärten übereinstimmend, dass der Angeklagte die Gurte der Rollos durchtrennt hatte. Diesen Punkt sah das Gericht als erwiesen an.

Die restlichen Vorwürfe mit dem Fenster und den beschmierten Wänden seien hingegen nicht nachvollziehbar, so der Tenor des Gerichts.

Mieter hat bereits mehrere Vorstrafen

Der 50-Jährige kam an diesem Tag nicht zum ersten Mal mit der Justiz in Berührung. Er hat bereits Vorstrafen wegen Exhibitionismus, Unterschlagung und Steuerhinterziehung gesammelt. Für die durchgeschnittenen Gurte gab es nun eine Geldstrafe von 1200 Euro.

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