Schäferhündin Elli ist nicht nur Haustier, sondern auch Kollegin in der Schule am Lüserbach

hzSchule am Lüserbach

Vor einem Jahr war es noch ein ungewohnter Anblick: Ein Schäferhund in der Offenen Ganztagsschule (OGS). Inzwischen kann man sich die Schule am Lüserbach ohne Elli nicht mehr vorstellen.

Horstmar

, 02.08.2019, 11:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Schäferhündin Elli geht zur Schule, aber nicht in einer Hundeschule. Sie ist vierbeinige Kollegin ihrer Besitzerin Bettina Kliebisch und begleitet sie als OGS-Hund zu ihrer Arbeit in der Offenen Ganztagsschule der Schule am Lüserbach.

Vor mehr als einem Jahr kam Elli als Welpe zu Bettina Kliebisch.

Die Leiterin der OGS hatte die Idee, Kinder auf diese Weise an den Umgang mit Tieren heranzuführen. Aber auch, ihnen mit Elli Ängste zu nehmen. Sie musste erst viel Überzeugungsarbeit leisten und Bedenken ausräumen.

Auch Matthias Stiller, Vorstand des Deutschen Roten Kreuzes (DRK), des OGS-Trägers, war erst skeptisch. „Mir war wichtig, dass Elli einen eigenen Bereich für sich hat und damit einen Rückzugsort, um Stress beim Tier zu vermeiden“, so Stiller.

Schäferhündin Elli ist nicht nur Haustier, sondern auch Kollegin in der Schule am Lüserbach

Vor einem Jahr: Ellis „Patentante“ Beatrix Bonheim (v.l.), Matthias Stiller und Bettina Kliebisch mit OGS-Hund Elli. © Beate Rottgardt

Heute sieht er Elli als „riesige Bereicherung für uns. Sie ist Teil der DRK-Familie und hilft bei der Arbeit vor Ort.“

Stiller freut sich über viele positive Rückmeldungen. Deshalb denkt er inzwischen über weitere tiergestützte Angebote nach - beispielsweise in der Demenz-WG, die gerade vom DRK in der Geist gebaut wird.

Als Arbeitgeber sieht er auch den positiven Einfluss, den Elli auf ihr Frauchen hat, das zugleich Kollegin des Vierbeiners ist. „Trotz ihrer Mehrarbeit mit Elli scheint Bettina Kliebisch glücklicher zu sein.“ Sie könne nun ihre Begeisterung für Hunde mit dem Beruf verbinden und alle profitierten davon: „Eine klassische Win-Win-Situation.“

Wenn ein Kind traurig ist, tröstet Elli

Auch die Schüler mögen Elli. So wie Justin, der die Offene Ganztagsschule besucht. „Wenn ein Kind traurig ist oder etwas passiert ist, wie bei mir, als ich auf den Rettungswagen warten musste, dann beruhigt Elli uns und tröstet auch.“ Elli ist eigentlich gar kein Streichelhund, kam aber die ganze Zeit zu Justin und ließ sich streicheln: „Das hat mir voll geholfen“.

Für OGS-Mitarbeiterin Mareike Südmeyer sind dank Elli die Gespräche mit Kindern und Eltern ruhiger geworden: „Kinder, die wütend und laut waren oder traurig und geweint haben, können sich nur durch Ellis Anwesenheit fast komplett alleine beruhigen.“

Schäferhündin Elli ist nicht nur Haustier, sondern auch Kollegin in der Schule am Lüserbach

Ellii war im Sommer 2018 noch ein Welpe und wird im Alter von 18 Monaten ein ausgebildeter OGS-Hund sein. © Beate Rottgardt

Das gelte auch für Eltern, die aufgebracht zur OGS kommen: „Sie werden von Elli beruhigt, die fröhlich auf Menschen zugeht und sie auch da abholt, wo sie gerade sind. Auch im Team ist es lustiger und entspannter mit Elli.“

Die vierbeinige Kollegin schaffe es auch, dass ruhige Kinder mehr aus sich heraus kommen: „Der Alltag hat sich verbessert. Kinder und Erwachsene sind auch sensibler geworden.“

Ellis feuchtes Näschen bringt Mitarbeiter zum Lächeln

Ihre Kollegin Sarah Sesing erlebt den Alltag in der OGS als ruhiger, seitdem Elli da ist. „Auch als Erzieher benötigt man ab und an mal Zeit zum Durchatmen, wenn es turbulent zugeht. Uns hilft da Ellis feuchtes Näschen, das uns anstupst und uns zum Lächeln bringt.“

Wie wichtig Elli für die Schüler ist, sagt Rektor Bernhard Egermann: „Für viele Kinder ist Elli ein wichtiger Bezugspunkt geworden. Sie können sich öffnen, ihre Traurigkeit oder ihren Frust überwinden und Aggressionen abbauen.“

Die Schulsozialarbeiterin meint, dass Elli Vorurteile und Ängste vor Hunden, besonders vor großen und dunklen Hunden nimmt und das Interesse an den Tieren geweckt wird.

Schäferhündin Elli ist nicht nur Haustier, sondern auch Kollegin in der Schule am Lüserbach

Mitarbeiterin Mareike Südmeyer und Schüler Justin mit OGS-Hund Elli. © Bettina Suedmeyer

Eine Mutter, deren Sohn Angst vor Hunden hatte, sieht in dem angeleiteten Umgang mit einem Tier für die Kinder eine wichtige Erfahrung.

Und die Mutter einer Schülerin bemerkte, dass ihre Tochter durch Elli feinfühliger im Umgang mit Tieren geworden ist.

Und so begleitet Elli Bettina Kliebisch auch weiter als „Kollegin“ in die OGS.

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